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Witwe Carmen erzählt

Tamme Hanken: Was zehn Jahre nach seinem Tod aus seinem Hof geworden ist

Vor zehn Jahren starb TV-Liebling Tamme Hanken völlig überraschend. Seine Witwe Carmen stand plötzlich allein vor einer riesigen Herausforderung. Heute hat sich auf dem berühmten Hankenhof in Ostfriesland einiges verändert – doch vieles erinnert noch immer an den „XXL-Ostfriesen“.

Tamme Hanken trägt einen grünen Pullover und eine blaue Schürze. Hinter ihm sind Küchenregale, ein Kühlschrank und ein Herd.
Der bereits verstorbene Tamme Hanken ist längst TV-Kult – doch was wurde nach seinem Tod eigentlich aus seinem Hof? Foto: IMAGO / Eventpress

Mit seiner imposanten Erscheinung, seinem norddeutschen Humor und seinem außergewöhnlichen Gespür für Tiere wurde Tamme Hanken zu einem der bekanntesten TV-Gesichter Deutschlands. Als „Knochenbrecher“ und „XXL-Ostfriese“ begeisterte er über Jahre hinweg ein Millionenpublikum. Doch am 10. Oktober 2016 starb der Tierheilpraktiker im Alter von nur 56 Jahren überraschend an Herzversagen.

Zehn Jahre später ist die Erinnerung an ihn noch immer lebendig – besonders auf seinem berühmten Hankenhof in Filsum. Dort lebt und arbeitet seine Witwe Carmen Hanken bis heute. Nach dem Tod ihres Mannes musste sie allerdings Entscheidungen treffen, die längst nicht allen Fans gefielen. In einem Interview mit „Bild“ verriet sie nun, wie sich der Hof verändert hat, was aus den Tieren geworden ist und warum sogar Tammes ehemalige Wohnung noch immer eine besondere Rolle spielt.

Tamme Hanken: Seine Witwe Carmen musste den Hof nach seinem Tod verkleinern

Als Tamme Hanken 2016 völlig unerwartet starb, verlor Carmen nicht nur ihren Ehemann, sondern stand plötzlich auch allein vor der Verantwortung für einen riesigen Betrieb. Auf dem Hof lebten damals 50 Pferde, 18 Rinder, 17 Schafe und elf Schweine. Hinzu kamen Angestellte, Gebäude und hohe laufende Kosten. Die Bewirtschaftung des Anwesens in dieser Größenordnung war für Carmen auf Dauer nicht zu stemmen. Sie entschied sich deshalb, einen Großteil der Tiere zu verkaufen und den Betrieb deutlich zu verkleinern. Eine Entscheidung, die ihr damals heftige Kritik einbrachte. „Ich musste viel verkaufen, dafür wurde ich kritisiert. Aber wie, bitte, sollte ich mich um 50 Pferde kümmern?“, erklärte sie gegenüber „Bild“. Auch finanziell seien ihr Grenzen gesetzt gewesen: „Ich habe diesen finanziellen Hintergrund nicht, wie er ihn hatte.“

Trotz der schwierigen Jahre nach Tammes Tod gelang es Carmen, den Hof zu erhalten. Das war ihr besonders wichtig, denn das Ehepaar hatte viel Arbeit und Geld in das Anwesen investiert. Zwischen 2010 und 2012 ließen die beiden unter anderem das Dach erneuern und die Gebäude modernisieren. „Ich denke, so ist Tamme happy, dass der Hof noch da ist. Wir haben ihn ja beide geliebt“, sagte Carmen rückblickend.

Hankenhof in Filsum: Was heute auf dem Anwesen passiert

Der Hankenhof im ostfriesischen Filsum existiert auch zehn Jahre nach dem Tod seines berühmten Besitzers weiterhin. Das rund 9.000 Quadratmeter große Anwesen ist für Carmen Hanken sowohl Zuhause als auch Arbeitsplatz geblieben. Allerdings sieht der Alltag dort inzwischen anders aus als zu Tammes Lebzeiten. Die große Tierhaltung wurde reduziert. Auf den Koppeln leben unter anderem noch Hengst Nigu und Pony Lenny von Sande. Ganz verschwunden ist die Arbeit mit Tieren jedoch nicht. Carmen behandelt weiterhin Pferde und Hunde, gibt Reitunterricht und begleitet Tiere, die nach Verletzungen oder Operationen wieder aufgebaut und trainiert werden müssen.

Dabei führt sie nicht einfach die Tätigkeit ihres verstorbenen Mannes fort. Carmen verfügt selbst über jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit Pferden. Schon als Jugendliche beschäftigte sie sich mit deren Bewegungsabläufen, bildete sich regelmäßig fort und machte ihre Arbeit mit Tieren 2005 zu ihrem Hauptberuf. Der Hankenhof ist damit auch heute noch ein Ort, an dem Tiere versorgt und betreut werden – allerdings in deutlich kleinerem Rahmen als früher.

Tamme Hankens ehemalige Wohnung wird heute an Urlauber vermietet

Eine besonders interessante Veränderung betrifft die Wohnräume des einstigen TV-Stars. Tammes frühere Wohnung im Obergeschoss des Hankenhofs wird inzwischen an Feriengäste vermietet. Für Fans des „XXL-Ostfriesen“ ist das eine außergewöhnliche Möglichkeit, ihrem früheren TV-Idol noch einmal ganz nahe zu sein. Denn die Wohnung ist eng mit Tammes Persönlichkeit verbunden. Der 2,06 Meter große Tierheilpraktiker hatte die Einrichtung damals selbst ausgesucht. Dazu gehören hochwertige Möbel und eine besonders großzügige Dusche, die auf seine Körpergröße abgestimmt wurde.

Carmen möchte an der Einrichtung möglichst nichts verändern. So können Urlauber:innen heute in Räumen übernachten, die noch immer an den früheren Hausherrn erinnern. Auch andere Ferienwohnungen auf dem Anwesen werden weiterhin vermietet. Zudem kommen nach wie vor Besucher nach Filsum, die Tamme aus dem Fernsehen kennen. Manche reisen gezielt zum Hankenhof, andere verbinden ihren Urlaub an der Nordseeküste mit einem Abstecher.

Carmen Hanken: So lebt Tammes Witwe zehn Jahre nach seinem Tod

Nicht nur der Hof, auch Carmens persönlicher Alltag hat sich seit 2016 verändert. Inzwischen wohnt sie im Erdgeschoss des Anwesens, in einem großen Raum, der ursprünglich für die Bewirtung von Gästen vorgesehen war. Heute dient er als gemütliches Wohnzimmer. Überall finden sich Erinnerungen an ihren verstorbenen Mann: Bilder, persönliche Gegenstände und Fotografien aus seiner Fernsehkarriere. Besonders emotional ist für Carmen ein Foto, das Tamme bei Johannes B. Kerner zeigt. Es erinnert sie an den Beginn ihrer Beziehung. „Da hab ich ihn das erste Mal gesehen! Den Pullover hatte er auch bei unserem ersten Treffen an“, erzählte sie „Bild“.

Wie schwer sie der plötzliche Tod ihres Mannes getroffen hat, beschreibt Carmen noch immer mit bewegenden Worten. Damals hatte sie Tamme am Abend zu Hause erwartet. Stattdessen erhielt sie einen Anruf aus dem Krankenhaus. Dort erfuhr sie, dass die Ärzte zwei Stunden lang vergeblich versucht hatten, ihn wiederzubeleben. „Das war schon so, als würde man den Fußboden unter den Füßen weggezogen bekommen“, erinnert sie sich. Auch ein Jahrzehnt später ist Tamme in ihren Gedanken allgegenwärtig. „Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht an ihn denke“, sagt Carmen.

Tamme Hanken: Seine Witwe trägt noch immer seinen Ehering bei sich

Wie eng sich Carmen ihrem verstorbenen Mann weiterhin verbunden fühlt, zeigt auch ein besonderes Schmuckstück. Tammes Ehering trägt sie an einer Kette um den Hals. Aufgrund seiner außergewöhnlich großen Hände war der Ring so breit, dass er für sie nicht als gewöhnlicher Fingerring infrage kommt. „Da passt ein Zwei-Euro-Stück rein, so dick waren seine Finger“, erzählt sie. Ihren eigenen Ehering hat Carmen ebenfalls nie abgelegt. Eine neue Partnerschaft kann sie sich derzeit nicht vorstellen. „Das findet in meiner Lebensrealität nicht statt. Ich kann mir das nicht vorstellen. Ich sage nicht nie, aber es ist mir nicht wichtig“, erklärte sie gegenüber „Bild“.

Stattdessen genießt die 66-Jährige ihre Selbstständigkeit. Sie entscheidet selbst, wann sie arbeitet, welche Aufgaben auf dem Hof anstehen und wie sie ihre Freizeit verbringt. Einsam fühle sie sich dabei nicht. Für Carmen steht vor allem fest, dass der Hankenhof erhalten bleiben soll. Mit den Ferienwohnungen, ihrer Arbeit mit Tieren und den vielen Erinnerungen an Tamme hat sie einen Weg gefunden, das Anwesen weiterzuführen. Auch zehn Jahre nach dem Tod des „XXL-Ostfriesen“ lebt sein Vermächtnis in Filsum damit weiter – nicht mehr ganz so wie früher, aber an einem Ort, der für ihn und Carmen immer etwas Besonderes war.

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