Kino

"Suicide Squad": Erste Kritiken sind vernichtend!

Am 18.08. startet "Suicide Squad" in den deutschen Kinos. Doch die ersten US-Kritiken sind vernichtend und erzeugen wütende Proteste bei DC-Fans. Sind die Reaktionen der Kritiker und Fans überzogen?

"Suicide Squad" Poster
Schock für alle "Suicide Squad"-Fans: Die ersten US-Kritiken zum Mega-Blockbuster sind ziemlich vernichtend. Doch was bedeutet das tatsächlich für den aufgeheizten Marvel- vs. DC-Konflikt? © 2016 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. AND RATPAC-DUNE ENTERTAINMENT LLC

Diese Worte lassen den meisten "Suicide Squad"-Fans die Herzen bluten: Nach der Weltpremiere in den USA gibt es nun die ersten Kritiken zum Superhelden-Spektakel und die fallen überwiegend vernichtend aus. Mike Ryan von Uproxx schreibt bspw.: "'Suicide Squad' ist der frustrierendste Film, den ich 2016 gesehen habe.“ Viele andere Kritiker loben zwar Jared Leto als „sinnlichen“ Joker, doch er habe im Film insgesamt eine viel zu kurze Rolle. Das brachte die Stimmung innerhalb der Comic-Fanlager endgültig zum Überkochen.

Aufgeheizte Stimmung

Denn bereits vor wenigen Tagen leistete sich "Suicide Squad"-Regisseur David Ayer einen schweren Fauxpas, der die aufgeheizte Stimmung zwischen den DC- und Marvel-Fanlagern sehr gut zusammenfasst: "F*ck Marvel" hatte er bei der Filmpremiere des neuen „Avengers“-Konkurrenten aus dem Hause DC fallenlassen, sich aber kurz danach für seinen wenig schmeichelhaften Kommentar wieder entschuldigt.

"Suicide Squad" Will Smith Margot Robbie
Why so serious? Will Smith und Margot Robbie haben viel Spaß im "Suicide Squad"

Natürlich lasteten auf den Schultern des Action-Spezialisten riesengroße Hoffnungen: In einem Kinosommer, der eher von herumstreunenden "Pokémon Go"-Spielern beherrscht wird, als von hochklassigen Sommer-Blockbustern, wurde „Suicide Squad“ immer mehr auf das Podest jenes „Super-Films“ gedrängt, der Kritiker, Comic-Fans und enthusiastische Kino-Fans gleichermaßen begeistern sollte. Doch schon jetzt beweist sich, dass sich die überzogene Erwartungshaltung aller Lager nun in einen Shitstorm sondergleichen entlädt – nur über die Qualität des Films redet fast keiner mehr.

Vernichtende Kritiken sorgen für Fan-Aufstand

Stattdessen protestieren hauptsächlich DC-Fans gegen die Meta-Filmkritiken-Seite "Rottentomatoes.com", die die Stimmen verschiedener Kritiker sammelt und daraus einen prozentualen Durschnittswert bildet, der zwischen 0% (keine positiven Kritiken) bis 100% (nur positive Meinungen) rangiert. Nachdem sich bereits abgezeichnet hat, dass die Mehrzahl der Kritiker "Suicide Squad" durchschnittliche bis schwache Wertungen verpasst, fordern Fans nun in einer Petition die Abschaltung (!) von „Rottentomatoes.com“ wegen unfairer Meinungsmache gegen DC-Titel – immerhin fast 9.000 Unterstützer haben bereits unterzeichnet.

 

Auf der anderen Seite steht das „Marvel“-Lager und heizt die Stimmung in den sozialen Netzwerken mit abfälligen Kommentaren zur Qualität der DC-Filme, wie bspw. „Batman v Superman“, nur weiter auf. Wie derzeit auch in der Politik zu beobachten geht es eigentlich kaum mehr um den Kern der Sache, nämlich der Qualität eines Films, sondern um einen Glaubenskrieg zwischen zwei verfeindeten Lagern. Statt sich über die vermeintlichen „Grautöne“ zu unterhalten, also über die Schauspieler, die Figuren, die Handlung, die Action, den „Joker“ usw., ist alles nur noch schwarz oder weiß. „Scheiße“ oder „gut“.

Anschauen und Diskutieren

Dabei sollten sich Zuschauer, Comic-Fans und auch Kritiker einfach wieder darauf besinnen, dass es beim Film schauen eben um das Erlebnis und einen Diskurs geht: Natürlich kann und sollte man die Meinung von Kritikern nicht überbewerten und sich am besten selbst eine eigene Meinung bilden. Gleichzeitig sind nicht alle Kritiker „Deppen“, „ahnungslos“ und gehören „abgeschafft“, nur weil sie die eigene Meinung nicht teilen.

"Suicide Squad" Jared Leto
Jared Leto soll als "Joker" richtig überraschen - wenn auch nur kurz!

Letztendlich erhoffen sich wohl alle gleichermaßen genau den Superhelden-Film, der tatsächlich alle mitreißt. In dieser Hinsicht ist eine kritische Meinung zu einem Film ja kein Todesurteil für dessen Qualität, sondern soll im Idealfall die beste Form um über Schwachstellen und Probleme zu sprechen, die aus einem durchschnittlichen oder guten Film beim nächsten Auftritt vielleicht einen richtigen Kino-Kracher machen. Ob „Suicide Squad“ tatsächlich solch einer ist, werden wir spätestens ab dem 13.08.2016 in den deutschen Kinos erfahren.



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