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„Sugarlove“ im TV: Darum wird der ARD-Film jetzt zum Gesprächsthema

Der ARD-Film „Sugarlove“ erzählt von Sehnsucht, Macht und emotionalen Abgründen. Warum der Film viele Zuschauer:innen noch lange beschäftigen dürfte, erfährst du hier.

Patrick (Fritz Karl) und Julia (Barbara Auer)
Patrick (Fritz Karl) und Julia (Barbara Auer) haben die Folgen ihrer ungewöhnlichen Ehetherapie unterschätzt. Foto: SWR/Hager Moss Film/Martin Langer

Was passiert, wenn eine langjährige Ehe zwar voller Vertrauen steckt, aber längst nicht mehr voller Leidenschaft? Genau diese Frage stellt der ARD-Film „Sugarlove“. Doch statt auf klassische Affären-Klischees zu setzen, entwickelt die Geschichte schnell eine ganz eigene Dynamik.

Im Mittelpunkt stehen Patrick und Julia Schindler, gespielt von Fritz Karl und Barbara Auer. Nach über 30 Jahren Ehe wirken die beiden nach außen wie ein perfektes Paar: erfolgreich, gebildet, wohlhabend. Doch hinter der harmonischen Fassade fehlt etwas Entscheidendes – Intimität.

Darum geht es in „Sugarlove“

Patrick ist Soziologieprofessor, Julia arbeitet als Psychotherapeutin. Als ihre Beziehung zunehmend unter der fehlenden Sexualität leidet, schlägt Julia eine ungewöhnliche Lösung vor: Patrick soll sich seine Bedürfnisse außerhalb der Ehe erfüllen. Die Regeln sind klar formuliert: „Nur Sex – sonst nichts!“

Emotionen, Nähe oder gar Gefühle sollen keine Rolle spielen. Über ein Onlineportal lernt Patrick schließlich die junge Claire kennen, die sich selbstbewusst und reflektiert in dieser Welt bewegt. Anfangs scheint das Arrangement zu funktionieren – doch genau das hält nicht lange.

Denn Patrick beginnt, Grenzen zu überschreiten. Er erzählt Claire von seiner Familie, von Julia und sogar von der gemeinsamen Tochter. Aus der vermeintlich kontrollierten Situation entwickelt sich Schritt für Schritt ein gefährliches Machtspiel.

Darum ist „Sugarlove“ mehr als ein gewöhnliches Ehedrama

Was „Sugarlove“ so spannend macht: Der Film bleibt nicht bei einer klassischen Dreiecksgeschichte stehen. Stattdessen verschiebt sich die Dynamik immer wieder. Claire wird zunehmend zur treibenden Kraft der Handlung. Sie dringt immer stärker in den Alltag der Familie ein, sucht Kontakt zu Julia und sogar zu Patricks Tochter. Aus dem ursprünglich klar definierten Deal wird eine emotionale Eskalation.

Besonders stark: Der Film verzichtet weitgehend darauf, einfache Schuldige zu präsentieren. Stattdessen zeigt „Sugarlove“, wie verletzlich alle drei Figuren sind. Julia versucht, sich einzureden, dass sie mit der Situation umgehen kann. „Ich kann das trennen“, sagt sie an einer Stelle. Doch schnell wird deutlich, dass die Realität komplizierter ist.

Auch Claire sieht sich nicht bloß als Affäre. Ihr bitterer Satz „Ich bin also sowas wie die outgesourcte Muschi für euch beide?“ bringt das Machtgefälle der Beziehung schonungslos auf den Punkt.

Der Film kippt plötzlich in einen Thriller

Besonders im letzten Drittel verändert „Sugarlove“ seinen Ton spürbar. Aus dem psychologischen Beziehungsdrama wird beinahe ein Thriller. Claire verschafft sich Zugang zum Privatleben der Familie, überschreitet Grenzen und sorgt dafür, dass das sorgfältig aufgebaute Lebensmodell von Patrick und Julia endgültig ins Wanken gerät.

Dabei erinnert der Film stellenweise an Klassiker wie „Eine verhängnisvolle Affäre“, bleibt aber gleichzeitig deutlich moderner in seiner Perspektive auf Beziehungen, Macht und emotionale Abhängigkeiten.

Deshalb dürfte „Sugarlove“ viele Zuschauer:innen beschäftigen

Der Film erzählt nicht nur von Sexualität, sondern vor allem von Einsamkeit, Kontrolle und dem Wunsch, geliebt zu werden. Gerade die Frage, ob Gefühle überhaupt kontrollierbar sind, zieht sich durch die gesamte Handlung. Das macht „Sugarlove“ deutlich komplexer als viele klassische TV-Dramen.

Hinzu kommt die gesellschaftliche Ebene: Patrick beschäftigt sich beruflich ausgerechnet mit „der Ökonomisierung der Gefühle“. Die Idee, Liebe und Sexualität wie eine Dienstleistung zu behandeln, wird im Film immer wieder kritisch hinterfragt.

Eine Freundin von Julia formuliert es besonders deutlich: „Wenn einer Geld hat und der andere keins, dann ist gar nichts freiwillig.“

„Sugarlove“ wurde schon einmal ausgestrahlt

„Sugarlove“ wurde 2021 produziert und feierte seine Premiere bei den Hofer Filmtagen. Bei der Erstausstrahlung im Ersten schalteten rund 3,82 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer ein. Neben Fritz Karl, Barbara Auer und Cosima Henman gehören auch Marie-Luise Förster, Caroline Schreiber und Denis Schmidt zum Cast.

Regie führte Isabel Kleefeld, das Drehbuch stammt von Silke Zertz.

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