Kino

"Stirb Langsam"-Regisseur soll für ein Jahr ins Gefängnis

John McTiernans Berufung gegen eine Haftstrafe wegen Falschaussage in einem Abhör-Prozess wurde abgewiesen. Unklar ist, ob der Regisseur von "Stirb Langsam 1 & 3" die Strafe antritt.

Hollywood wird "Traumfabrik" genannt - und dort, wo die wildesten Hirngespinste kreativer Menschen auf der Leinwand Wirklichkeit werden, nimmt man es hinter den Kulissen leider oft auch nicht ganz so genau mit der Wahrheit. Allerdings verstehen Richter bei so etwas keinen Spaß! Das musste jetzt einer der ganz Großen Hollywoods erfahren: John McTiernan. Der Regisseur bescherte uns Klassiker wie "Jagd auf "Roter Oktober"", den ersten und dritten "Stirb Langsam"-Film sowie "Predator", "Last Action Hero" und "Die Thomas Crown Affäre". Zu seinen weniger gelungenen Projekten zählt aber auch "Rollerball" - und das bringt den Filmemacher nun womöglich ins Gefängnis. Denn um das ziemlich mittelmäßige Skater-Spektakel gab es seinerzeit jede Menge Streit, unter anderem mit der Produzentenlegende Charles, genannt "Chuck", Roven ("Batman-Trilogie", "12 Monkeys", "Eiskalte Leidenschaft"). McTiernan hat dabei nachweislich den Promi-Detektiv Anthony Pellicano angeheuert, um Rovens Telefon anzuzapfen. Pellicano sitzt inzwischen selbst für 15 Jahre im Gefängnis, weil er in 78 Fällen, die Leitungen von Hollywoodstars abgehört hat, darunter u.a. Sylvester Stallone.

 

Schuldig - nicht schuldig - doch schuldig...

Nun könnte ihm McTiernan nachfolgen, denn dessen Berufung gegen eine Verurteilung wegen Falschaussage wurde vom obersten Gerichtshof nun abgewiesen. Der 62-Jährige war 2010 verurteilt worden, weil er FBI-Agenten belogen hatte, die Anthony Pellicano verfolgten. Seitdem ist McTiernan nur gegen Kaution auf freiem Fuß. McTiernan stritt ursprünglich ab, dass er Pellicano den Auftrag erteilt hatte, Chuck Roven abzuhören. Doch die Agenten fanden später eine Aufnahme des Gesprächs, indem McTiernan exakt diese Anweisung erteilte. In einem Prozess von 2006 plädierte McTiernan auf schuldig, änderte dies aber später wieder auf unschuldig ab. Erst nach der Verurteilung bekannte McTiernan sich wieder schuldig, um dann Berufung einzulegen. Eine Geldstrafe von 100.000 Dollar hat er bereits bezahlt. McTiernans Anwalt bezweifelt allerdings, dass ein Mandant die Strafe tatsächlich absitzen muss, da es tatsächlich nie zu einer Abhöraktion gekommen sei und der Regisseur "nur" wegen Falschaussage, aber nicht wegen des eigentlichen Vorwurfs verurteilt worden sei. Hollywood-Insider schätzen das allerdings anders ein: Man rechnet eher damit, dass die Richter an McTiernan ein Exempel statuieren wollen, um für eine Besserung des allgemeinen Geschäftsgebarens im Umfeld der Traumfabrik zu sorgen…



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