Kino

Steven Spielberg leitet Cannes-Jury

Von wegen nur Filmkunst: Bei den Filmfestspielen von Cannes übernimmt diesmal der erfolgreichste Regisseur der Traumfabrik Hollywood den Juryvorsitz!

Was für ein Coup, den Festival-Chef Thierry Frémaux da gelandet hat. Denn sein jüngster Ausflug nach Hollywood war offensichtlich doch nicht nur wie behauptet dazu dagewesen, gemeinsam mit Michael Haneke und Margaret Menegoz die Oscars zu besuchen: Der künstlerische Leiter des Festival de Cannes konnte Steven Spielberg als Präsident der Jury für die 66. Ausgabe des Traditionsfestivals gewinnen! Der legendäre Hollywood-Regisseur, zweifacher Oscar-Gewinner und gerade erst wieder für "Lincoln" als bester Regisseur nominiert, wird vom 15. bis 26. Mai über die Vergabe der Palmen entscheiden. Sein Vorgänger war Nanni Moretti. Spielberg ist als Filmemacher ohnehin ein regelmäßiger auf dem Festival de Cannes. Unter anderem liefen Filme wie "E.T. - Der Außerirdische" und "Die Farbe Lila" an der Croisette. 2008 feierte dort "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" seine mit Spannung erwartete Weltpremiere im Palais du Festival. Im vergangenen Jahr zeigte Spielberg seine restaurierte Fassung von "Der weiße Hai", ohne allerdings selbst anwesend gewesen zu sein.

 

Lange geplant, endlich geklappt

"Im Prinzip sagte Steven vor zwei Jahren zu, die Präsidentschaft der Jury zu übernehmen", sagte Frémaux. "Für dieses Jahr konnte er sich endlich die Zeit nehmen. Wenn ich ihn in den letzten Wochen traf, war es offensichtlich, wie er sich auf diese Aufgabe freut. Wegen seiner Filme und all der Anliegen, die ihm am Herzen liegen, gelingt es ihm Jahr für Jahr wieder, zu den größten Filmemachern Hollywoods zu zählen. Wir sind sehr stolz, ihn in unseren Reihen zu sehen." Und Spielberg ließ wissen: "Meine Bewunderung für die standhafte Mission des Festivals, sich für die internationale Sprache des Kinos einzusetzen, ist ohne Beispiel. Das Festival ist des angesehenste von allen und hat den Spielfilm als kulturelles Medium etabliert, das über alle Grenzen hinweg funktioniert. Für mich ist es eine Ehre und ein Privileg, der Jury eines Festivals vorstehen zu dürfen, das Jahr für Jahr beweist, dass das Kino die Sprache der Welt ist." Für den transatlantischen Brückenschlag, den Cannes in den letzten Jahren ohnehin schon eifrig vorangetrieben hat, bedeutet das einen weiteren Meilenstein. Denn dank Spielgerg werden 2013 sicher umso mehr amerikanische Produktionen und Stars die Croisette bereichern. Und da der Glamour-Faktor auf dem Roten Teppich für die Festivals von Jahr zu Jahr an Bedeutung zunimmt, wird man in Cannes froh sein, wenn das Interesse von Medien und Öffentlichkeit weiter wächst.



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