Kino

Stephen King mag "Shining" nicht

Die Kombination aus Stanley Kubrick vor und Jack Nicholson hinter der Kamera war eigentlich wegweisend. Nur nicht für den Autor.

Stanley Kubricks Meisterwerk "Shining" gilt als einer der besten Horrorfilme aller Zeiten, Jack Nicholsons Auftritt als durchgeknallter Schriftsteller Jack Torrance als wegweisend für alle Film-Psychopathen. Kurz: Die ganze Welt liebt die Verfilmung des Romans von Stephen King. Nur einer nicht: der Großmeister des Grusels höchstselbst. "Sie ist kalt - und ich bin kein kalter Typ", erklärte Stephen King seine Abneigung gegen den Film jetzt im Interview. "Ich glaube, dass eines der Dinge, auf die sich die Leute in meinen Büchern verlassen, Wärme ist. Ich strecke meine Arme aus und sage den Lesern: 'Ich will, dass ihr Teil davon seid'. Doch Kubricks 'Shining' fühlte sich kalt an. Im Stil von 'Wir betrachten diese Leute hier - aber sie sind wie Ameisen in einem Bau. Machen sie nicht interessante Dinge, die kleinen Insekten?'" Auch an den beiden Hauptfiguren samt dazugehörigen Schauspielern - Jack (Jack Nicholson) und seine Frau Wendy (Shelley Duvall) - findet der Autor offenbar wenig Gefallen: "Im Film wirkt Jack Torrance irgendwie von Anfang an durchgeknallt. Und Shelley Duvall als Wendy ist tatsächlich eine der frauenfeindlichsten Figuren, die je in einem Film zu sehen waren. Im Großen und Ganzen ist sie nur da um zu Schreien und blöd zu sein. Und das ist nicht die Frau, über die ich geschrieben habe."

 

Warum eigentlich "Shining"

Seltsam eigentlich, dass der König des literarischen Horrors sich gerade mit dem erklärtermaßen grandiosen "Shining" so schwer tut. Schließlich herrscht an komplett misslungenen Verfilmungen seiner zahlreichen Romane nun wirklich kein Mangel. Aber die sind vielleicht komplett unter Kings Wahrnehmungsgrenze.



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