Im Landkrimi „Steirerrausch“ wird eine Séance zum tödlichen Rätsel
Ein Mord bei einer spirituellen Sitzung, ein angeblicher Kontrollgeist und ein neues Ermittlerduo: Der ORF-Landkrimi „Steirerrausch“ setzt auf Mystik und schwarze Komik.

Mit „Steirerrausch“ zeigt die ARD heute um 20:15 Uhr einen besonders düsteren Fall aus der beliebten ORF-Reihe „Landkrimi“. Der sechste Steiermark-Krimi verbindet mystische Motive mit schwarzem Humor und stellt ein neues Ermittlerduo vor, das gleich mit einem rätselhaften Mord konfrontiert wird.
Handlung: Todesschuss bei einer spirituellen Sitzung
Halloween in der Steiermark. Während einer spirituellen Séance fallen plötzlich Schüsse. Doch nicht das Medium Vera wird tödlich getroffen, sondern die Winzerin Sabine Fuchs, die ihr bei der Sitzung gegenübersaß. Schnell stellt sich die Frage, ob das Opfer überhaupt das eigentliche Ziel war.
Die Ermittlungen führen LKA-Kommissar Sascha Bergmann und seine neue Kollegin Anni Sulmtaler in ein Dorf voller Misstrauen, Aberglauben und dunkler Geheimnisse. Im Fokus stehen ein fanatischer Exorzist, ein verschwundenes Jagdgewehr und ein angeblicher Kontrollgeist namens Kornelius, der seinem Medium vor weiterer Gefahr warnt. Nichts ist, wie es scheint, und je tiefer die Ermittler graben, desto näher kommen sie einer Wahrheit, die ihnen fast entgleitet.
Cast: Stark besetzt mit bekannten Gesichtern
Hary Prinz ermittelt erneut als Sascha Bergmann und bekommt mit Anna Unterberger alias Kommissarin Anni Sulmtaler eine neue Kollegin und damit frischen Gegenwind. Das Duo findet rasch zusammen und überzeugt mit Humor und gegenseitigem Vertrauen.

Besonders präsent ist Adele Neuhauser als spirituelles Medium Vera. Die sonst als Wiener „Tatort“-Kommissarin bekannte Schauspielerin wechselt hier überzeugend die Seiten. Eisi Gulp sorgt als dubioser Exorzist Dr. Stelzhammer für Irritation und skurrile Momente. In weiteren Rollen sind unter anderem Christoph Krutzler als Ehemann des Opfers und Dominik Maringer als Lebensgefährte des Mediums zu sehen.
Die neue Kollegin an Bergmanns Seite
Für Kommissarin Anni Sulmtaler ist der Mordfall in „Steirerrausch“ der erste große Einsatz. An der Seite von Sascha Bergmann tritt sie die Nachfolge von Sandra Mohr an, die im Vorgängerfilm „Steirertod“ ums Leben kam. Hinter der neuen Ermittlerin liegt eine schwierige Kindheit. Nach dem frühen Tod ihrer Eltern wuchs Anni zunächst bei einer Tante auf, bevor sie nach einem traumatischen Erlebnis zu ihrer Großmutter zog. Diese Vergangenheit fließt immer wieder in die Ermittlungen ein und verleiht der Figur zusätzliche Tiefe.
Kritik: Viel Idee, wenig Spannung
„Steirerrausch“ setzt auf Grusel light und eine übersinnliche Grundidee, verheddert sich dabei aber in einer zu konstruiert wirkenden Handlung. Die Geschichte wirkt stellenweise überfrachtet, Nebenstränge laufen ins Leere und bremsen den Spannungsaufbau spürbar aus.
Was den Film trägt, sind die Figuren und ihre Darsteller. Das neue Ermittlerduo funktioniert, die Dialoge sitzen und einzelne humorvolle Szenen bleiben im Gedächtnis. Auch Adele Neuhauser gibt ihrer Rolle eine reizvolle Mischung aus Geheimnis und Ironie. Doch der eigentliche Kriminalfall bleibt überraschungsarm und die Auflösung wenig originell.
Unterm Strich ist „Steirerrausch“ atmosphärisch dicht und gut gespielt, kommt aber erzählerisch nicht ganz auf den Punkt. Für Fans der ORF-Landkrimis sehenswert, als packender Krimiabend jedoch eher verhalten.








