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"Star Wars Jedi: Fallen Order“ Vorschau: Mächtig beindruckt! | Preview

Mit "Star Wars Jedi: Fallen Order" will uns Respawn Entertainment ("Apex Legends") endlich ein würdiges Singleplayer-Erlebnis im Star Wars-Universum bescheren. Ob dies gelungen ist, konnten wir beim weltweit ersten Anspieltermin einschätzen.

Star Wars EA Respawn
Wie gut ist "Star Wars Jedi: Fallen Order" wirklich? Das konnten wir nun beim weltweit ersten exklusiven Anspielevent feststellen! EA/Respawn

Es ist das Jahr der Abschiede und Neuanfänge. Mit "Star Wars IX: Der Aufstieg Skywalkers" endet die legendäre Filmsaga, die mit "Krieg der Sterne" vor über 40 Jahren ihren Anfang nahm und spätestens mit "Star Wars V: Das Imperium schlägt zurück" zu einem absoluten Kulturphänomen geworden ist. Doch auch nach dem Ende der Skywalker-Saga wird uns die "weit, weit entfernte Galaxie" noch deutlich länger begleiten: Denn neben einer neuen Filmtrilogie, die von den „Game of Thrones“-Kreativköpfen David Benioff und D.B. Weiss inszeniert wird und deren Starttermin noch in den Sternen steht, beginnt Disney mit Disney+ nicht nur den Angriff auf den Überkonkurrenten Netflix, sondern befeuert mit dem Start von "The Mandalorian" und weiteren Serien im "Star Wars"-Universum weiter den Mythos der legendären Franchise.

Nur ein Wunsch wurde treuen Fans der Sternenkrieger-Saga schon seit einer Ewigkeit nicht erfüllt: Ein "Star Wars"-Spiel, das im Gegensatz zu Titeln wie "Star Wars: Battlefront II" vor allem auf ein Einzelspieler-Erlebnis ausgelegt ist und die Gaming-Gemeinde mit einer mitreißenden Umsetzung und einer großartigen Story begeistert. Nachdem wir fast drei Stunden mit "Star Wars Jedi: Fallen Order" verbringen konnten, ist die Chance groß, dass die lange Wartezeit tatsächlich am 15. November 2019 zu Ende gehen könnte.

 

Star Wars Jedi: Fallen Order - Es war einmal ein junger Padawan namens Cal

"Star Wars Jedi: Fallen Order" Screen 1
In "Jedi: Fallen Order" ist die Macht mit Cal!        EA/Respawn Entertainment

Die Geschichte von "Star Wars Jedi: Fallen Order" ist zeitlich angesiedelt zwischen Episode III und Episode IV, nimmt sich jedoch einen der dramatischsten Wendepunkte in der Geschichte der "Star Wars"-Saga zum Ausgangspunkt: die Ausführung von Order 66. Durch den von Palpatine erteilten Notbefehl an die Klonkrieger kamen fast 99% aller Jedi-Krieger ums Leben. Einer der Wenigen, die Order 66 zunächst überlebt haben und seitdem zu den Gejagten des Imperiums gehören, ist der junge Padawan Cal Kestus. Auf dem Planeten Bracca konnte Cal untertauchen und fristet seitdem ein unscheinbares Leben als Flüchtling des Jedi-Genozids.

Als Cal jedoch eines Tages die Macht nutzen muss, um einem Arbeitskollegen das Leben zu retten, wird das Imperium auf ihn aufmerksam. Mit Hilfe der Crew der "Stinger Mantis", bestehend aus Pilot Greez Dritus und der ehemaligen Jedi-Kriegerin Cere Junda, entkommt Cal nur knapp der Inquisition und der Zweiten Schwester, die nun erbarmungslos Jagd auf ihn machen und ihn in der gesamten Galaxie ausfindig machen wollen. Und Cal bleibt nur ein Ausweg: Er muss zum Jedi-Ritter werden, um es mit den mächtigen Schergen des Imperiums aufnehmen zu können. An seiner Seite hat er neben seinen beiden Weggefährten übrigens auch den Droiden BD-1, der nicht nur tapfer auf Cals Schulter sitzt, sondern ihm in brenzligen Situationen auch zur Seite steht.

Tatsächlich spielt Cals Weg zum Jedi nicht nur in der Story des Spiels die primäre Rolle, sondern auch im Fortschrittssystem von "Jedi: Fallen Order": Für getötete Schergen, dem Scannen von neuen Gegnertypen und dem Aufsammeln von Beutekisten sammelt Cal fleißig Erfahrungspunkte, um mit diesen in den Bereichen Survival, Lichtschwert und Macht neue Fähigkeiten zu erlernen, die ihn auf dem Weg zum Jedi deutlich mächtiger werden lassen. Auch sein Droide BD-1 lässt sich mit der Zeit aufrüsten – u.a. auch hinsichtlich der Anzahl der lebenswichtigen Health-Packs, die uns unser kleiner Helfer mitten im Getümmel zuschanzen kann. Neue Skills können wir allerdings nicht sofort upgraden, sondern nur an den Speicherpunkten, die in der Spielewelt verteilt sind: Dort gibt es auf Wunsch auch frische Lebensenergie sowie die maximale Anzahl an Health Packs, die BD-1 tragen kann, zurück. Das Ganze hat allerdings einen kleinen Haken: Denn im Zuge dessen spawnen auch wieder alle Gegner in der Spielewelt. Ein cleverer, taktischer Kniff. Doch die Speicherpunkte waren zumindest auf unserem Anspielplaneten Zeffo sehr fair gesetzt, so dass wir da nur selten Probleme bekommen haben.

 

Jedi: Fallen Order - Einmal quer durch die Galaxie und zurück!

EA Respawn Star Wars Jedi Fallen Order Planets
Wohin geht die Reise? Das entscheidet ihr!        EA/Respawn

Also gut: Wir müssen als Cal die Galaxie vor mächtigen intergalaktischen Schergen retten? Doch wie sieht die Welt von "Star Wars Jedi: Fallen Order“ überhaupt aus? Tatsächlich bringt uns die Handlung des Spiels auf mehrere Planeten (knapp die Hälfte davon wurden eigens für das Spiel neu entwickelt), die wir mit unserer Crew und der "Stinger Mantis" bereisen können. Dabei soll sich die Story des Spiels insgesamt linear entwickeln, wie uns ein Produzent des Spiels versicherte, auch wenn wir hin und wieder die Möglichkeit bekommen zwischen mehreren Pfaden zu wählen. So hatten wir auch bei der Anspielversion die Möglichkeit als nächsten Schritt entweder auf den Planeten Zeffo oder Dathomir zu reisen, auch wenn uns (auch aufgrund des deutlich angezogenen Schwierigkeitsgrades auf Dathomir) der Weg nach Zeffo deutlich näher gelegt wurde.

Dort entfaltet sich zunächst auch ein relativ klar vorgegbener Pfad, auf dem wir nicht nur auf allerhand Stormtrooper und weiteren Schergen des Imperiums treffen, sondern auch auf verschlossene Tore und Eingänge, die uns netterweise mit roten Markern auf der Karte angezeigt werden. "Star Wars Jedi: Fallen Order" wird mittlerweile gerne mit Metroidvania-Titeln verglichen – und tatsächlich trifft es der Vergleich ganz gut. Immer wieder werden wir ermutigt in bereits bekannte Gebiete zurückzukehren, weil wir bspw. eine Jedi-Fähigkeit erlernt haben, bei der sich ein durch Steine blockierter Höhleneingang mit Hilfe der neuen Macht-Fähigkeit erst so überwinden lässt. Ähnlich wie bei „Dark Souls“ oder „Bloodborne“ lassen sich auf der Karte auch Abkürzungen freischalten, um uns den Weg zurück zu bereits bekannten Gebieten zu erleichtern. Besonders die interne Hologram-Karte erweist sich dabei immer wieder als Lebensretter, auch wenn sie uns als junger Padawan nicht immer an der Hand nimmt. Im labyrinthischen Kellergeschoss des Zeffo-Tempels, der uns fast eine halbe Spielstunde vor viele Puzzleeinlagen stellte, war der "offensichtliche" Weg nicht immer ganz klar erkennbar.

Doch genau das ist auch die Stärke des Leveldesigns von "Star Wars Jedi: Fallen Order": Der Aufbau der Spielewelt, mit ihren oftmals eingeengten Wegen, mag zwar alles andere als revolutionär sein, doch die gelungene Mischung aus Kampf, Erkundung und dem generell vertikalen Aufbau der Spielewelt erinnert uns in den besten Momenten eben an Spielereihen wie „Uncharted“ oder „Tomb Raider“. Der Einfluss der beiden spiegelt sich auch in den cleveren Puzzleeinlagen wider, bei denen ihr bspw. eure Machtverlangsamung-Fähigkeit einsetzen müsst, um mächtige Windräder in Plattform-Manier überqueren zu können. Von den offenen Gebieten hin zu beengten Höhlen: Immer wieder überraschen uns die Entwickler mit extrem liebevollen Details: Kurz nachdem ihr eine düstere Höhle betretet, beleuchtet ihr sie im knalligen Blau-Ton eures Lichtschwertes und offenbart erst damit, wie groß und verzweigt das davor liegende Areal ist. Es sind genau diese Momente, die „Star Wars Jedi: Fallen Order“ abseits der gelungenen Spielmechanik viel Atmosphäre verleihen. Doch viel Zeit, um die Spielwelt betrachten zu können, bleibt euch im Spiel selbst nicht wirklich. Denn schließlich seid ihr im "Star Wars"-Universum nur selten allein unterwegs.

 

Das Kampfsystem: Padawans Die Once

Star Wars EA Jedi Fallen Order Ninth Sister
Die Ninth Sister ist einer der schwierigsten Bosskämpfe im Spiel      EA/Respawn

Der lange Weg vom unerfahrenen Padawan zum mächtigen Jedi spiegelt sich natürlich auch im abwechslungsreichen und innovativen Kampfsystem von "Star Wars Jedi: Fallen Order" wider. In diesem haben sich die Entwickler von Respawn beinahe unübersehbar von From Software-Titeln wie „Dark Souls“ und „Sekiro: Shadows Die Twice“ inspirieren lassen. Neben einer Standard- und einer Spezialattacke (die wir im Fertigkeitenbaum ausbauen bzw. ändern können) können wir mit der linken Schultertaste und dem gezückten Lichtschwert in die defensive Ausgangssituation gehen und so auf simple Art und Weise Projektile von Stormtroopern parieren oder normale Angriffe blocken. Drückt man die linke Schultertaste im richtigen Moment, pariert man gegnerische Angriffe nicht nur, sondern startet mehr oder weniger effektive Gegenmanöver und kann so eben jenen schießenden Stoormtroopern ein kleines Präsent in Form ihrer eigenen Projektile mitgeben.

Doch natürlich verfügt Cal noch über ein Repertoire von speziellen Jedi-Fähigkeiten, von denen uns beim Anspieltermin zunächst nur Macht-Verlangsamung zur Verfügung stand und im weiteren Verlauf auch Macht-Stoß. Weitere Jedi-Kampfmanöver wird Cal im Verlauf des Spiels noch erlernen dürfen, doch generell betonten die Entwickler im Interview, dass sie sich dabei stark am „Star Wars“-Kanon orientieren würden und Fähigkeiten wie Teleportation oder Gegner jonglieren nicht zu einem jungen Jedi wie Cal passen würden. Generell macht das Kampfsystem einen sehr durchdachten und intuitiven Eindruck. Das merkt man spätestens dann, wenn man auf eine große Gegnergruppe bzw. einen Zwischenboss trifft, deren Angriffsmuster und Vorgehensweisen einen hin und wieder vor größere Schwierigkeiten stellen können. Beobachten, abwarten und im richtigen Moment zuschlagen sind wie in den "Dark Souls"-Titeln essenziell. Solltet ihr im Getümmel mal etwas mehr einstecken können, versorgt euch euer kleiner Droid BD-1 auf Knopfdruck netterweise mit Health Packs, die jedoch limitiert sind.

Doch keine Angst: Ganz so (über)fordernd bzw. brutal ist „Star Wars Jedi: Fallen Order“ zum Glück nicht. Um das Spiel zugänglich zu gestalten, haben die Entwickler mehrere Schwierigkeitsgerade eingebaut, bei denen zumindest „normal“ gegen das übliche Fußvolk des Imperiums relativ gut zu meistern ist. Auf den höheren Stufen sieht das natürlich etwas anders aus, weil ihr deutlich weniger einstecken könnt. Der Schwierigkeitsgrad wirkt sich übrigens auch darauf aus, wie lange das Zeitfenster ist, um z.B. Angriffe des Gegners parieren zu können. 

 

Star Wars Jedi: Fallen Order - Unser erstes Fazit

Star Wars Jedi Fallen Order Traversal
Endlich das Spiel, auf das alle "Star Wars"-Fans gewartet haben?        EA/Respawn

Es war eine Erleichterung festzustellen, dass uns Respawn Entertainment mit "Star Wars Jedi: Fallen Order" vermutlich das beste Sternenkrieger-Spiel seit sehr langer Zeit bescheren könnte. Inwieweit uns die Geschichte von Cal Kestis tatsächlich auch dauerhaft ans Gamepad fesseln wird, lässt sich nach knapp drei Stunden Anspielzeit natürlich noch nicht endgültig sagen. Doch die Grundzutaten für ein außergewöhnliches Spielerlebnis sind definitiv gegeben. Die Spielewelt mit ihrem Metroidvania-mäßigen Aufbau konnte uns mit ihrem Abwechslungsreichtum, ihren cleveren Rätselpassagen und den großartig designten Locations sowie mit vielen liebevollen Details begeistern.

Auch der Fokus auf abwechslungsreiche, taktische und fordernde Duelle mit dem Lichtschwert hat uns unheimlich viel Spaß bereitet. Doch vor allem ein Aspekt macht uns große Hoffnung: Beinahe an jeder Stelle des Spiels spürt man die Leidenschaft, mit denen die Entwickler von Respawn Entertainment an das Großprojekt "Star Wars Jedi: Fallen Order" herangegangen sind. Spätestens am 15. November 2019 dürft ihr auf PS4, Xbox One und PC euer virtuelles Lichtschwert zücken und euch hoffentlich in ein mitreißendes Spielerlebnis stürzen. Einen Story-Trailer mit vielen Eindrücken zum Spiel seht ihr hier:

 


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