Fernsehen

Staatsanwaltschaft ermittelt offenbar gegen RTL

Erst #Verafake, jetzt die Kölner Polizei: Für RTL läuft es in diesem Jahr nicht gerade rund. Gegen den Sender ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Köln.

Weil RTL undercover bei der Kölner Polizei gedreht hat, gibt es jetzt mächtig Ärger. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft, berichtet „dwdl.de“.

RTL
RTL steht im Visier der Kölner Staatsanwaltschaft. /RTL

Heimliche Dreharbeiten im Polizei-Alltag 

In der vergangenen Woche flog  eine Polizistin auf, weil sie heimlich im Dienst für das Reporterteam gefilmt hat. Über mehrere Monate hinweg soll sie die Geschehnisse bei der Polizei auf Kamera festgehalten haben.
Wie die „Rheinische Post“ berichtet, sei Mitgliedern bei einem Einsatz am Kölner Hauptbahnhof ein Mann aufgefallen, der zum wiederholten Male Fotos von den Polizisten machte. Der Passant, so stellte sich später heraus, hatte direkten Kontakt zu der Polizistin, die inzwischen suspendiert wurde. Nun werden laut Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer wegen Anstiftung zu einer Straftat und Beihilfe Ermittlungen eingeleitet. 

"Übergriffe und Respektlosigkeiten"

Wie RTL später zugab, hatten der Mann und die Polizistin „im Zuge einer investigativen Recherche über die Arbeitsbedingungen bei der Polizei“ gemeinsam für den Sender gearbeitet. Als Grund für die Undercover-Dreharbeiten gab RTL an: „Vor dem Hintergrund, dass die Polizei auch angesichts der erhöhten Sicherheitsgefährdung hierzulande vor immer größeren Herausforderungen steht, stellen sich auch Fragen nach dem inneren Zustand – sprich: den Arbeitsbedingungen bei der Polizei.“ 

Durch die Recherche habe man „Einblicke in die Arbeitsabläufe des Polizeialltags [..] bekommen, um zu dokumentieren, welchen Bedingungen Polizisten ausgesetzt sind. Wir haben in diesem Zusammenhang diverse Hinweise von Insidern, u.a. über erheblichen Arbeitsdruck und Stress in der Belegschaft sowie z.T. Übergriffe und Respektlosigkeiten gegenüber Polizisten im Einsatz, erhalten.“ Zudem unterstrich der Sender, seine Informanten und Quellen schützen zu wollen. 

Kölner Polizei ist erschüttert

Auch der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies äußerte sich am Montag zu dem Fall. Er zeigte sich erschüttert über das Verhalten der Beamtin und habe bereits ein Entlassungsverfahren gegen die entsprechende Polizistin eingeleitet. 

Nach dem Vorfall untersuchte die Polizei ihre Diensträume nach Abhörwanzen und sicherte betroffenen Kollegen zu, ihre Persönlichkeitsrechte zu schützen. Ob das Material jedoch jemals veröffentlicht wird, ist mehr als fraglich. Inzwischen musste RTL die Ergebnisse den Behörden übergeben, welche nun überprüft werden. Auch im Besitz der suspendierten Polizistin und zwei Reportern wurde Beweismaterial sichergestellt. Wie „kress“ berichtet, ermittetle die Staatsanwaltschaft Köln inzwischen auch gegen den Sender selbst. Eine Bestätigung blieb aber bislang aus.

Unklar ist, für welches  Format die Aufnahmen gedacht waren. Wie RTL mitteilte, waren sie nicht für „Team Wallraff“ bestimmt. 



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