Fernsehen

Sky-Serie „Hausen“: Horror aus dem Plattenbau

Der November steht bei Sky ganz im Zeichen des Horrors. Neben Grusel-Klassikern kommt mit „Hausen“ nun auch ein sehenswertes Sky-Original in das Programm.

Sky-Serie: Hausen
Die Horror-Serie "Hausen" ist ab heute bei Sky verfügbar Foto: Sky

In Deutschland steht ein zweiter Lockdown an. Viele Menschen sehen für den nächsten Monat Langeweile vorprogrammiert, schließlich kommen beinahe alle Freizeitangebote zum erliegen. Doch es gibt Hoffnung: Pünktlich zu den sinkenden Temperaturen und zu Halloween startet auf dem Pay-TV-Sender Sky die neue Original-Serie „Hausen“. Warum also nicht den Lockdown mit packenden Folgen einer deutschen Grusel-Serie verkürzen? Wir haben uns die Serie vorab angeschaut und mit Regisseur Thomas Stuber gesprochen.

 

Sky-Original „Hausen“: Düstere Grusel-Unterhaltung

Der gigantische Plattenbau, von Neonröhren fahl beleuchtet, hält die Bewohner regelrecht in seinem Inneren gefangen. Was klingt wie die triste Corona-Gegenwart im Lockdown ist in Wahrheit die Grund-Idee der Original-Serie „Hausen“ vom Pay-TV-Sender Sky. 

Jaschek (Charly Hübner) und sein Sohn Juri (Tristan Göbel) wollen nach dem Feuertod der Mutter ausgerechnet in diesem trostlosen Turm und unter den verwahrlosten Wesen, die darin hausen, ein neues Leben anfangen. Jaschek soll das Haus in Schuss bringen. Aber das Haus hat eine Art eigenen Willen und möchte das nicht. Denn dieser riesige Beton-Bunker ernährt sich von der Verzweiflung und den Ängsten seiner Bewohner. Es saugt regelrecht die Schuld, die Einsamkeit und die Wärme aus seinen Bewohnern und verwandelt sie in einen dickflüssigen, schwarzen Brei, der überall durch die Adern des Hauses fließt.

 

„Hausen“: Ein Plattenbau als Metapher der Gesellschaft

Hausen bei Sky
Der Plattenbau in "Hausen" Foto: Sky

Und damit wären wir auch schon beim Hauptdarsteller der Serie angelangt. Denn nicht Charly Hübner, der die Rolle des Hausmeisters Jaschek hervorragend verkörpert, spielt die tragende Rolle, sondern das Haus. Verwinkelt, voller langer Flure und dunklen Abgründen, die nur oberflächlich betrachtet als Fahrstuhl- oder Müllschluckerschacht durchgehen, vielmehr symbolhafte Orte sind, Metaphern der Abgründe und Gefahren, denen die Bewohner gegenüberstehen.

Doch der Weg dahin, all das zu inszenieren war ein weiter, wie der Regisseur Thomas Stuber im Interview erzählt: „Es war nicht leicht das richtige Haus für „Hausen“ zu finden. Es war in der Planung immer klar, dass wir das Haus mit Computermitteln vergrößern müssen. Das Gebäude, das wir dann gefunden haben, das ehemalige Regierungskrankenhaus, hat ja nur so 6 bis 7 Stockwerke. Es bildet also nur den Sockel. Alles, was man darüber sieht ist nachträglich mit dem Computer hinzugefügt. Als ich das erste Mal davor stand, dachte ich, dass es das sein könnte. Denn anders als in klassischen Plattenbauten ist es dort wahnsinnig verwinkelt. Man hat unglaublich viele Behandlungs- und Patientenräume und das ist das, was wir für die Serie gesucht haben.“

 

„Hausen“: Horror-Debüt für Regisseur Thomas Stuber

Der 39-Jährige, der mit „Hausen“ seine Serien-Premiere feiert, war, anders als man jetzt denken könnte, gar nicht von klein auf Horror-Fan: „Ich bin einfach ein Filmfreak und schaue sowieso alles. Nicht erst jetzt, als eine Anfrage für Horror/Mystery kam, sondern schon länger.“  Umso beeindruckender, dass er ohne große Horror-Erfahrung auf Anhieb eine mysteriöse Welt schaffen konnte, in die der Zuschauer regelrecht hinein gesogen wird. 

Es sind nicht die Menschen, die die Häuser gestalten, sondern die Häuser, die die Menschen formen – diese Maxime des Geisterhaushorrors war der springende Punkt, der die Idee von „Hausen“ für den jungen Regisseur so attraktiv machte: „Ich wurde gefragt, ob ich Teil davon sein möchte und ich habe natürlich direkt zugesagt, da genau diese Idee ja das war, was mich so überzeugt hat. Dass da Bewohner in einem Haus sind und dort nicht rauskommen. Dass da in den Wänden etwas schlummert, dass die Bewohner nicht loslässt.“

 

„Hausen“: Abtauchen in eine düstere, bedrückende Welt

Sky-Serie: Hausen
"Hausen" Foto: Sky

„Hausen“ überzeugt durch seine Sinnlichkeit. Man meint, die Feuchtigkeit an den Wänden zu fühlen, das Muffige der Polstermöbel zu riechen, das Quietschen des Linoleumbodens unter den Schuhen zu hören, das Flackern der Neonröhren.

Wie sehr man diesen gesamten Grusel und diese mysteriöse Stimmung bereits am Set gespürt haben muss zeigt eine weitere Anekdote Stubers: "Es war sehr teuer das Set im Haus einzurichten und wir hatten gerade angefangen zu drehen, da regnete es auf einmal rein. In den Flur glaube ich. Und da war dann so eine Wanne aufgestellt, in die es die ganze Zeit reintropfte und man hatte das Gefühl, noch mehr in Hausen zu sein. Weil die äußeren Bedingungen einfach noch mehr die Stimmung der Situation wiederspiegelten."

 

„Hausen: Ein muss für wahre Grusel-Fans

Das Fazit? Nach „Das Boot“ ist dem deutschen Anbieter Sky wieder eine sehenswerte Serie gelungen. „Hausen“ schockt weniger durch Blut- und Gewaltexzesse als durch subtiles, beständiges Unwohlsein. In diesem Gebäude will man nicht hausen. Die Geschichte dahinter möchte man jedoch trotzdem erfahren und die Dringlichkeit steigt von Folge zu Folge.

Nicht nur die tollen Darsteller (in Nebenrollen: Lilith Stangenberg und Alexander Scheer) fesseln den Zuschauer vor den Bildschirm, sondern eben auch die ungewöhnliche Inszenierung des 18-Stöckigen Plattenbaus mit Eigenleben.

„Hausen“ ist wahrscheinlich nicht für jedermann, aber wer in seinem Leben auch nur den kleinsten Berührungspunkt mit Horror-Serien hatte, wird um diesen sehenswerten Achtteiler nicht herumkommen.

Ab dem 29. Oktober laufen täglich zwei neue Episoden von "Hausen" auf Sky Atlantic. Zusätzlich werden jeweils alle bereits gezeigten Episoden vorab wiederholt, bis schließlich am 1. November alle Folgen am Stück zu sehen sind. Die komplette Staffel steht bei Sky Ticket und Sky Q ab dem 29. Oktober auf Abruf bereit.

 

 



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