Mit 52 Jahren: Oscarpreisträger Sebastián Lelio ist tot
Trauer um einen der erfolgreichsten Filmemacher Chiles: Sebastián Lelio ist im Alter von nur 52 Jahren gestorben. Mit seinem Drama „Eine fantastische Frau“ schrieb er Oscar-Geschichte.

Die internationale Filmwelt trauert um Sebastián Lelio. Der chilenische Regisseur und Drehbuchautor, der mit seinen Filmen weltweit Anerkennung fand, ist im Alter von 52 Jahren gestorben. Bekannt wurde er vor allem durch das preisgekrönte Drama „Eine fantastische Frau“, mit dem er 2018 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewann.
Wie seine Partnerin Amalia Kassai auf Instagram mitteilte, starb Lelio am Freitag in Santiago de Chile. Chilenischen Medienberichten zufolge wurde der Filmemacher tot in seinem Haus gefunden. Als Todesursache nannte Kassai gesundheitliche Komplikationen, ohne nähere Einzelheiten bekannt zu geben. Laut Medienberichten sollen die Behörden die Umstände seines Todes untersuchen.
Sebastián Lelio ist tot: Seine Partnerin nimmt Abschied
In einem emotionalen Instagram-Beitrag bestätigte Amalia Kassai den Tod des Regisseurs. Sie würdigte nicht nur den Menschen Sebastián Lelio, sondern auch seine Bedeutung für die chilenische Film- und Kulturszene. „Wir durchleben eine Zeit tiefer Trauer, und die Erinnerung an ihn wird für immer bei uns bleiben“, schrieb Kassai.
Sie bezeichnete ihn als wunderbaren Menschen, der wichtige Beiträge zur chilenischen Kultur geleistet habe. Zugleich bat die Familie darum, ihre Privatsphäre während der Trauerzeit zu respektieren. Weitere Einzelheiten zu den gesundheitlichen Komplikationen wurden zunächst nicht veröffentlicht.
Mit „Eine fantastische Frau“ schrieb Sebastián Lelio Oscar-Geschichte
Seinen internationalen Durchbruch feierte Sebastián Lelio mit dem Film „Gloria“ aus dem Jahr 2013. Das Drama erzählt von einer Frau, die sich in der zweiten Hälfte ihres Lebens neu orientiert. Hauptdarstellerin Paulina GarcÃa wurde für ihre Leistung bei der Berlinale mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet. Noch größere internationale Aufmerksamkeit erhielt Lelio einige Jahre später mit „Eine fantastische Frau“.
Der Film erzählt die Geschichte einer trans Frau, die nach dem Tod ihres Partners mit Vorurteilen und Ausgrenzung konfrontiert wird und um ihre Würde kämpfen muss. Bereits bei der Berlinale 2017 wurde das Drama mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt es den Silbernen Bären für das beste Drehbuch.
2018 folgte der größte Erfolg seiner Karriere: „Eine fantastische Frau“ gewann den Oscar als bester fremdsprachiger Film. Es war der erste Sieg Chiles in dieser Kategorie. Damit wurde Lelio endgültig zu einem der international bekanntesten Regisseure seines Landes.
Von Rachel Weisz bis Florence Pugh: Diese Stars arbeiteten mit ihm
Nach seinem Oscar-Erfolg drehte Sebastián Lelio zunehmend auch englischsprachige Produktionen mit bekannten Hollywoodstars. In dem Drama „Ungehorsam“ standen Rachel Weisz und Rachel McAdams vor seiner Kamera. Der Film beschäftigt sich mit einer Liebesgeschichte innerhalb einer streng religiösen Gemeinschaft.
Anschließend inszenierte Lelio mit „Gloria Bell“ eine amerikanische Neuverfilmung seines eigenen Erfolgsfilms „Gloria“. Die Hauptrolle übernahm Oscarpreisträgerin Julianne Moore. Auch für den Streamingdienst Netflix arbeitete der chilenische Regisseur. Im Jahr 2022 erschien sein Psychothriller „Das Wunder“ mit Florence Pugh in der Hauptrolle.
Der Film spielt im Irland des Jahres 1862 und erzählt von einer Krankenschwester, die einen ungewöhnlichen Fall untersuchen soll. Lelios Werke zeichneten sich häufig durch vielschichtige weibliche Hauptfiguren aus. Dabei beschäftigte er sich immer wieder mit gesellschaftlichen Erwartungen, persönlichen Freiheiten und dem Kampf um Selbstbestimmung.
Sebastián Lelio hatte noch große Filmpläne
Auch in den vergangenen Jahren blieb Sebastián Lelio als Filmemacher aktiv. Sein Film „The Wave“ feierte 2025 bei den Filmfestspielen von Cannes Premiere und kam 2026 in die US-amerikanischen Kinos. Darüber hinaus arbeitete der Regisseur bereits an weiteren Projekten. Dazu gehörte „Chilean Poet“, eine geplante Verfilmung des Romans „Poeta chileno“ von Alejandro Zambra.
Auch das Filmprojekt „Voyagers“ befand sich in Planung. Darin sollte die Geschichte des Astronomen Carl Sagan erzählt werden. Für die Hauptrollen waren Andrew Garfield und Daisy Edgar-Jones vorgesehen.
Ob und in welcher Form diese Projekte nach Lelios Tod fortgesetzt werden, ist bislang nicht bekannt.






