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"Scott Pilgrim vs. The World: The Game - Complete Edition" im Test - Nichts Neues im Pixelland

Elf Jahre nach dem ursprünglichen Release kommt das Spiel zum Kult-Comic und -Film wieder zurück. Aber hat sich „Scott Pilgrim vs. The World: The Game“ gut gehalten?

"Scott Pilgrim vs. The World: The Game - Complete Edition" im Test - Nichts Neues im Pixelland
Wie gut hält sich das über 10 Jahre alte "Scott Pilgrim"-Spiel? Bild: Ubisoft

„Scott Pilgrim“ ist ein Popkultur-Phänomen. Der Comic von Bryan Lee O'Malley ist eine Coming of Age-Geschichte mit starken Bezug zur Videospiel-Historie. Dort knüpfte der 2010er-Film von Edgar Wright an, veränderte aber einige Punkte, um die insgesamt 6 Bände in knapp zwei Stunden zu pressen.

Fast zeitgleich zum Film erschien auch ein Videospiel für die PS3, sowie wenig später für die Xbox 360. Allerdings gab es ein Problem: Wer ab dem 30. Dezember 2014 das Spiel zwar gekauft, aber nicht mehr auf der Festplatte hatte, konnte nicht mehr drauf zugreifen, es verschwand aus den Stores. Heute geht man davon aus, dass die Lizenzen ausgelaufen waren.

Zum Jubiläum des Films haben O'Malley und Wright Ubisoft über Twitter gebeten, das Spiel doch wieder verfügbar zu machen. Und siehe da: „Scott Pilgrim vs. The World: The Game - Complete Edition“ ist seit dem 14. Februar 2020 für PS4, Xbox One, Nintendo Switch und den PC erhältlich.

Das „Complete Edition“ im Titel bezieht sich auf einige Spielmodi und Charaktere die es vorher nur per bezahlbaren DLC gab. Das ist zwar nett, aber bietet nur wenig Mehrwert. Zum Glück hat „Scott Pilgrim“ aber ein starkes Grundgerüst.

Die Liga der teuflischen Ex-Partner will bezwungen werden! Bild: Ubisoft

Denn im Grunde handelt es sich hier um ein klassisches 2D-Beat 'em-Up wie zu besten Arcade-Zeiten. In wunderschöner 16-Bit-Optik prügelt ihr euch von links nach rechts durch Horden von Gegnern. Dabei lernt ihr mit steigender Erfahrung neue Kampf-Moves und sammelt Münzen ein, die ihr für Upgrades ausgeben könnt.

Die Level orientieren sich in erster Linie am Comic und erzählen ihre Geschichte vor allem über Standbilder. Wer also weder das eine noch das andere kennt, wird nicht verstehen, woher plötzlich die Ninjas oder Riesen-Roboter kommen. Aber der Artstyle und die treibende Chiptune-Musik halten auch ohne eine nachvollziehbare Story an der Stange.

Zeit für eien Tracht Pixel-Prügel! Bild: Ubisoft

Auch aufpassen müssen diejenigen, die den Titel noch nicht kennen. Denn der Schwierigkeitsgrad ist ziemlich knackig. Am Anfang sind die drei Leben schnell aufgebraucht und man darf die Level wieder von vorne anfangen. Und wie man seine Figur verbessert, wird auch nicht direkt verraten. Immerhin: Im Koop macht das Spiel gleich viel mehr Spaß und bietet einige erweiterte Funktionen.

Was jedoch eher enttäuschend ist, ist die Überarbeitung des Titels. Denn der fand eigentlich gar nicht statt. Zwar lief im Test auf der Nintendo Switch alles flüssig, allerdings war es gerade im Handheld-Modus häufig nicht erkennbar, auf welcher Höhe Gegner oder Objekte sich gerade befinden. Und gerade die Steuerung, egal ob mit den Joysticks oder den analogen Richtungsknöpfen, war viel zu schwammig als das präzise Manöver möglich wären.

Zum Glück kommt es darauf nicht an. Wer „Scott Pilgrim vs. The World: The Game“ nicht kennt oder mal wieder rein gucken möchte, macht mit dem Spiel wenig falsch. Wer sich allerdings Neuerungen oder sinnvolle Erweiterungen sucht, ist hier fehl am Platz.

 


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