Fernsehen

Scharfe Kritik an ProSieben: Oliver Pocher wirft Sender "MeToo"-würdiges Verhalten vor

Comedian Oliver Pocher hat ProSieben und die Show „Balls“ in seinem neusten Video auf Instagram scharf kritisiert.

Oliver Pocher
Comedian Oliver Pocher wirft ProSieben Doppelmoral vor. Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius

Sich selbst zum Moralapostel küren, das wird in Zeiten von Social Media und Co. immer mehr zum Trend. Dabei sind es nur selten die ehrlichen Vertreter der Rechtschaffenheit, die man sich als führende Leitbilder gewünscht hat. So auch der Sender ProSieben – zumindest wenn es nach Oliver Pocher geht. Denn der Entertainer hat in seiner neusten Ausgabe von „Pochers Bildschirmkontrolle“ dem Privatsender ordentlich den Spiegel vorgehalten. ProSieben hatte zuletzt die #metoo-Debatte neu entfacht, als Joko und Klaas ihre gewonnene 15-minütige Sendezeit Frauen zur Verfügung gestellt hatten. Das Ergebnis. „Männerwelten“. Ein kurzer Exkurs über Erfahrungen sexueller Nötigung, Belästigung und/oder Gewalt von Männern gegenüber Frauen, teils schockierend, teils wenig von Zuschauer*innen als alltägliches Übel wahrgenommen. Dennoch hatte das Spezial in den Tagen darauf innerhalb Deutschland für jede Menge Gesprächsstoff gesorgt. Pocher hat die ProSiebens „Political Correctness“-Image nun mit einem Statement relativiert, indem er dem Sender Scheinheiligkeit vorwarf.

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Der Grund: „Balls – für Geld mach ich alles“. Die neue Show erntete in den Sozialen Netzwerken mächtig Kritik und ist in den Augen vieler an Geschmacklosigkeit kaum zu übertreffen. Die Sendung kurz erklärt: Kandidaten können mithilfe peinlichster Aufgaben Geld gewinnen. Da wird für 1.200€ auch schnell mal der Gummidildo umgeschnallt und mit einem Schild „Mama, ich bin im Fernsehen“ ein bisschen auf dem Trampolin gehüpft. Eine andere Szene zeigt einen Mann, wie er völlig nackt Seilhüpfen muss und sich dabei sichtlich unwohl fühlt. Im Hintergrund läuft Mirja Boes „20 Zentimeter“ (nie im Leben kleiner Peter) als Anspielung auf das Sexualorgan des Mannes.

„Das ist schon nicht mehr Hashtag MeToo, das ist schon Hashtag MeThree“, wettert Pocher energisch in die Kamera. Und völlig an den Haaren herbeigezogen ist diese Kritik natürlich nicht. Man könne als Sender, der definitiv eine Verantwortung für seine Inhalte oder gar einen Bildungsauftrag hat, nicht auf der einen Seite ein Special über das Problem patriarchaler Strukturen und dem Gesellschaftsproblem „toxischer Männlichkeit“ zeigen, und im Abendprogramm zur Prime Time Menschen (egal ob Männer oder Frauen) derartig bloßstellen, so Pocher. Da wird der Wert von Artikel 1 unseres Grundgesetzes schnell entkräftet.

 

„Balls – für Geld mach ich alles“ Dienstag, 2. Juni 2020 22:45 Uhr ProSieben.

 

 



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