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"Saints Row the Third - Remastered" Test: Willkommen zurück in Steelport

Der Action-Klassiker "Saints Row 3" erscheint nun als Remastered-Version. Doch wie gut hält sich die Gangster-Action auf der PS4, der Xbox One und dem PC?

"Saints Row the Third - Remastered": Willkommen zurück in Steelport
Die Saints sorgen erneut für Chaos in Steelport Bild: Koch Media

Eine Werbung für einen Energy Drink.

Schnitt.

Ein Banküberfall, bei dem der Tresor mit einem Helikopter aus einem Hochhaus gezogen wird.

Schnitt.

Im freien Fall zerstört man die Scheiben eines herannahenden Flugzeugs, fliegt durch das Cokpit bis zum hinteren Teil, erledigt auf dem Weg zwei Gegner und sammelt dabei noch einen Fallschirm ein.

Schnitt.

Um an Waffen zu kommen wird eine Militär-Basis überfallen. Dabei ballert man mit einem Maschinengewehr und von Drohnen gesteuerten Raketen reihenweise Panzer und Helikopter aus den Weg.

Das ist die erste Spielstunde von "Saints Row 3“.

Die "Saints Row"-Reihe hat recht schnell erkannt, wie sie sich vom Open-World-Einheitsbrei abheben kann. Was als plumper GTA-Klon anfing, entwickelte sich immer mehr zu einer Art "Fast & Furious" als Videospiel. So ziemlich alles an den Games ist übertrieben, viel zu krass und absurd. Aber genau das macht auch den Reiz aus.

Man spielt den Anführer der 3rd Street Saints. Am Anfang des dritten Teils hat man aus der Gang ein Medien-Imperium geschaffen und ist so beliebt, dass Menschen bei dem anfänglichen Banküberfall sogar Autogramme haben wollen. Leider wird die Bank des Falschen überfallen: Phillipe Loren ist der Anführer eines Verbrecher-Syndikats, welches noch mächtiger zu sein scheint als die Saints. Der legt unsere komplette Organisation lahm. Nun muss der Spieler also in der neuen Stadt Steelport seine Gang wieder aufbauen und sich mit Cyber-Kriminellen und Wrestlern herumschlagen.

Neun Jahre ist "Saints Row the Third" inzwischen bereits alt. Ursprünglich auf der PS3, Xbox 360 und dem PC erschienen, bekam das Spiel erst letztes Jahr einen Switch-Port. Nun erscheint am 22. Mai 2020 auch eine Remastered-Version für die aktuellen Konsolen sowie den PC.

Leider muss man sagen, dass an der Technik verhältnismäßig wenig getan wurde. Die Lichtverhältnisse wurden aufgehübscht, Sonnenuntergänge sehen zum Beispiel wirklich gut aus. Aber auf der PS4 scheint man immer noch mit den gleichen Problemen zu kämpfen wie damals auf der PS3: etwas hakelige Steuerung, steife Bewegungsabläufe, und nicht wenige Framerate-Einbrüche. Auch an der Grafik an sich wurde nicht viel gedreht, die Figurenmodelle sind weit hinter dem heutigen Standard. An jeder Stelle merkt man, dass das Spiel noch aus der letzten Generation stammt. Die von uns ebenfalls getestete PC-Fassung macht aus "Saints Row 3: Remastered" zwar keinen optischen Leckerbissen, doch immerhin läuft das Spiel mit 60 Bildern pro Sekunde absolut flüssig, was bspw. der Steuerung definitiv zugutekommt. PC-Spieler können die Grafik außerdem wie gewohnt an ihre Hardware-Gegebenheiten anpassen.

Doch trotz kleineren Problemchen und der etwas altbackenen Optik packt einen sofort wieder die Lust. Entwickler Volition haben mit dem dritten Teil genau die richtige Balance aus Over-the-Top-Action und spaßiger Open World-Erkundung gefunden. Spätestens dann, wenn man zu Kanye Wests "Power" aus einem Helikopter springt, um ein Penthouse zu stürmen, kriegt man das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.

Das in der Remastered-Version alle DLCs und Extra-Inhalte dabei sind, ist auch eine schöne Sache. So kommt man bereits zu Beginn an einige sehr spaßige Waffen, wie eine Hai-Kanone, und absurde Outfits. Auch die Sondermissionen sind auf einem Level mit denen der Hauptkampagne. Dazu kommt noch einen an „Gears of War“ angelehnten „Whored Modus“, in dem man Wellen von übergroßen Energydrink-Maskottchen und Damen des horizontalen Gewerbes abwehren muss.

Man merkt dem Spiel sein Alter inzwischen wirklich an – auch in der Remastered-Version. Das heißt aber nicht, dass es deswegen weniger Spaß macht. Wer hier auf den ersten Streifzug mit den Saints geht, sollte lediglich wissen, dass ihn keine technisch aufwendige Erneuerung wie bei „Shadow of the Colossus“ erwartet, dafür aber ein enorm kurzweiliges Spiel.

Getestet von Matthias Holm

 


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