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Russisches Team ist für Paralympics gesperrt

Das Internationale Paralympics Komitee (IPC) hat das russiche Team von den Paralympischen Spielen ausgeschlossen. Jetzt will Moskau klagen.

Philip Craven
Sir Philip Craven verkündete den Ausschluss des russischen Teams bei den Paralympics. getty

"Ein vom Staat geführtes System, das die Athleten betrügt"

„Das Wichtigste an den Olympischen Spielen ist nicht der Sieg, sondern die Teilnahme“, lautet ein wichtiger Leitsatz der Olympischen Spiele und Paralympics. Auf diese müssen die russischen Athleten nun verzichten: Das Internationale Paralympics Komitee (IPC) hat das gesamte russische Team von den Paralympischen Spielen ausgeschlossen

Zuvor hatte das IPC zusätzliche Informationen von Richard McLaren erhalten, dem Leiter der Untersuchungen der Welt-Anti-Doping-Agentur zu den Staatsdoping-Vorwürfen in Russland. Laut dem McLaren-Report waren bei den Winterspielen in Sotchi Dopingproben von Olympia- und Paralympics-Teilnehmern manipuliert worden.

Wie IPC-Chef Philip Craven erklärte, sei Russland „nicht in der Lage, dem Anti-Doping-Code des IPC und dem Anti-Doping der WADA zu entsprechen“ und würde den Geist des Sports „katastrophal missachten“. Weiterhin zeigte er sich betroffen von der Entscheidung: „Tragischerweise ist die Situation so, dass es sich nicht um Athleten handelt, die ein System betrügen, sondern um ein vom Staat geführtes System, das die Athleten betrügt.“

Russland will Klage einreichen

Moskau reagiert unwirsch auf den Entschluss des IPC, alle 278 russischen Sportler auszuschließen. Wie die Agentur Interfax berichtet, sagte der Sportminister Witali Mutko, die Entscheidung sei gegen den gesunden Menschenverstand. „Wir werden Klage beim Internationalen Sportgerichtshof CAS einreichen. Wir werden für unsere Athleten kämpfen.“ 
Die Chancen Russlands gelten allerdings als gering. Der Grund: Das IPC hat keine einzelnen Sportler rausgeschmissen, sondern gleich den ganzen russischen Verband. Somit kann dieser keine Sportler mehr nominieren. 

Positive Reaktionen auf IPC Entscheidung

Andernorts hagelt es positive Kritik. Der Druck auf das IPC war zuletzt sehr groß gewesen, sowohl internationale Athleten als auch Funktionäre hatten auf einen Ausschluss gedrängt. 

Als „unmissverständliche und mutige Entscheidung“ bewertete beispielsweise der Deutsche Behindertensportverband (DBS) die Sperre. „Im Gegensatz zum IOC hat der Paralympische Sport diese historische Chance wahrgenommen, von der wir uns nachhaltige Auswirkungen auf gerechte Wettkämpfe erhoffen“, sagte DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher.

Anders als das IPC hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) sich gegen einen Ausschluss des russischen Teams entschieden, was international für viel Aufsehen sorgte. IOC-Chef Thomas Bach wurde daraufhin von vielen Seiten unterstellt, nicht konsequent genug gewesen zu sein. Dieses hat zumindest Philip Craven für die Paralympics nun nachgeholt.

Die Paralympischen Spiele finden vom 7. Bis 18. September in Rio statt. Alle wichtigen Infos rund um Olympia 2016 seht ihr auf unserer Übersichtsseite

 


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