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Kino

„Rosebush Pruning“: Dieser Film schockt – und genau das ist gewollt

„Rosebush Pruning“ startet im Kino: Der neue Thriller mit Pamela Anderson und Callum Turner setzt auf schwarzen Humor und verstörende Szenen – und will genau damit das Publikum herausfordern.

Elle Fanning (l-r, hinten), Jamie Bell, Callum Turner, Lukas Gage, Riley Keough (l-r, vorne) und Tracy Letts im Film Rosebush Pruning des brasilianischen Regisseurs Karim Aïnouz.
Elle Fanning, Jamie Bell, Callum Turner, Lukas Gage, Riley Keough und Tracy Letts im Film „Rosebush Pruning“ des brasilianischen Regisseurs Karim Aïnouz. Foto: Felix Dickinson/Berlinale/dpa

Es ist ein Film, der ganz bewusst schockiert: Mit „Rosebush Pruning“ bringt Regisseur Karim Aïnouz einen Thriller ins Kino, der Grenzen austestet und dabei gleichzeitig fasziniert. Der prominent besetzte Film mit Pamela Anderson und Callum Turner erzählt von einer reichen Familie, deren Leben hinter der perfekten Fassade zunehmend aus den Fugen gerät.

Darum geht es in „Rosebush Pruning“

Im Mittelpunkt steht eine wohlhabende US-Familie, die isoliert in einer luxuriösen Villa in Spanien lebt. Geld spielt keine Rolle – Sinn dagegen umso mehr. Die Geschwister Ed (Callum Turner), Anna (Riley Keough), Jack (Jamie Bell) und Robert (Lukas Gage) treiben ziellos durch ihren Alltag, geprägt von Statussymbolen und innerer Leere.

Nach dem mysteriösen Tod ihrer Mutter (Pamela Anderson) kümmern sie sich um ihren blinden, dominanten Vater (Tracy Letts). Als Jack mit seiner Freundin Martha (Elle Fanning) das Anwesen verlassen will, beginnt das fragile Gleichgewicht zu zerbrechen. Geheimnisse und Machtkämpfe kommen ans Licht und treiben die Familie immer weiter in eine verstörende Dynamik.

Warum der Film bewusst provoziert

 Regisseur Karim Aïnouz bei der Berlinale 2026
Foto: IMAGO / ZUMA Press

Schon früh wird klar: „Rosebush Pruning“ will kein klassischer Thriller sein. Stattdessen spielt der Film gezielt mit Erwartungen und überschreitet Grenzen. Sexuelle Obsessionen, bizarre Dialoge und schockierende Momente gehören hier zum Konzept. Regisseur Karim Aïnouz sagt dazu im Interview im Rahmer der Berlinale: „Wir wollten einen Film machen, bei dem das Publikum nicht genau weiß, ob es lachen darf oder nicht. Es ist wie ein Reagenzglas – ein Experiment.“

Gerade diese Unsicherheit ist gewollt. Humor und Unbehagen gehen Hand in Hand: „Humor war schon immer Teil meines Lebens, aber ich habe ihn nie wirklich im Film genutzt.“

Mehr als nur Provokation: Die Botschaft hinter dem Film

Hinter der grellen Oberfläche steckt eine klare Idee: „Rosebush Pruning“ ist auch eine Kritik an extremem Reichtum und Machtstrukturen. Die Familie wird zur Metapher für eine Gesellschaft, in der Ungleichheit immer weiter wächst. Aïnouz findet deutliche Worte: „Wir leben in einer Zeit des Techno-Feudalismus. Diese extreme Anhäufung von Reichtum bedeutet Macht – und die Möglichkeit, andere zu missbrauchen.“

Trotzdem vermeidet er einfache Urteile über seine Figuren: „In dem Moment, in dem man sich über jemanden lustig macht, distanziert man sich von dieser Person.“

Auch visuell setzt der Film auf Kontraste: leuchtende Farben, opulente Räume und eine fast traumartige Inszenierung stehen im Gegensatz zur Dunkelheit der Geschichte. Gemeinsam mit Kamerafrau Hélène Louvart entwickelte Aïnouz eine Bildsprache, die weniger realistisch als vielmehr emotional wirkt.

„Rosebush Pruning“ ist ein Film, der polarisiert

„Rosebush Pruning“ ist kein Film für jeden Geschmack. Zu drastisch, zu seltsam, zu provokant – so lauten viele Reaktionen. Doch genau das ist Teil der Idee. Denn am Ende geht es Aïnouz nicht darum, zu gefallen, sondern etwas auszulösen: „Kino muss heute mehr denn je etwas im Publikum auslösen.“

Der satirische Thriller startet am 23. April 2026 in den deutschen Kinos.

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