Kino

Rocky-Legende Robert Chartoff gestorben

Es gibt diese Hollywood-Karrieren, die sich eher im Verborgenen abspielen. Dort, wo die Kameras nicht sind. Robert Chartoff hatte so eine Karriere – zumindest meistens. Gestern gaben der US-Sender CNN und seine Tochter Miranda bekannt, dass der legendäre Filmemacher in Santa Monica verstorben ist. 1977 kassierte einer seiner Filme zehn Oscar-Nominierungen und gewann schließlich den Award für den besten. Es handelte sich um „Rocky“ – mit dem damals noch völlig unbekannten Sylvester Stallone. Chartoff wurde 81 Jahre alt.

Rocky
"Rocky" war für Chartoff der Amerikanische Traum
Robert Chartoff
Robert Chartoff 2007. Foto: Getty Images

Die großen Erfolge feierte Chartoff gemeinsam mit seinem Kollegen Irwin Winkler. Zum ersten Mal arbeiteten die beiden 1968 zusammen und produzierten den Krimi „Bullen – wie lange wollt ihr leben“. Eine weitere Oscar-Nominierung gab es 1981 für den Box-Film „Wie ein wilder Stier“ mit Robert de Niro.

Drei Jahre später durften sie mit dem Astronautenfilm „Der Stoff, aus dem Helden sind“ abermals auf Hollywoods größte Auszeichnung hoffen. Chartoff war bis ins hohe Alter aktiv. „Ender‘s Game – das große Spiel“ (2013) und „The Gambler“ (2015) zählen zu seinem Spätwerk.

Erinnerungen an Rocky

„Was ich an Rocky am meisten mochte, war das Ende“, erinnerte sich Chartoff 2004. „Am Schluss verliert Rocky gegen Apollo, dennoch geschieht etwas viel Wichtigeres. Er gewinnt, weil er sein persönliches Ziel erreicht. Diese Sicht war im amerikanischen Kino damals sehr selten.“

Chartoff und Winkler produzierten „Rocky“ innerhalb von 28 Tagen, investierten selbst 25.000 Dollar in ein neues Filmende, der Rest ist Geschichte. Letztendlich, so schätzte Chartoff später, habe der Streifen weltweit 200 Millionen Dollar eingespielt.

Rocky als „American Dream“

„Am letzten Drehtag kaufte ich Sylvester ein in Leder eingebundenes Notizbuch und einen Füller“, erzählte er einmal, „und sagte: 'Jetzt schreib die Fortsetzung!'“

Das Produzententeam zeigte sich für die nächsten vier „Rocky“-Teile verantwortlich und wurde in „Rocky Balboa“ 2006 im Abspann genannt. „Für mich war ‘Rocky‘ immer etwas Einmaliges, die Personifizierung des amerikanischen Traums“, so Chartoff.

Ruhe in Frieden.



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