Kino

"Robocop" wird kein Superheld

Das Remake des Kultfilms wird düster. Noch düsterer sind allerdings die Zukunftsvisionen des Regisseurs.

Sehr wichtig scheint Filmemacher Jose Padilha dabei, sich mit seinem neuen Werk vom allgemeinen Superhelden-Trend abzusetzen. Denn daraus Cash zu schlagen, ist angeblich das Letzte was er will: "Von anderen Superheldenfilmen unterscheidet 'Robocop' schon mal Folgendes: Wenn du dir einen Film wie 'Spider-Man' oder 'Iron Man' ansiehst, will jedes Kind daraufhin 'Spider-Man' oder 'Iron Man' sein. Damit kann man Filme machen - und die sind toll und machen wirklich Spaß. Du schaffst also eine Verbindung zwischen dem Publikum und dem Darsteller. Und die fantastischen Schauspieler in diesen beiden Filmen, dazu die tollen Action-Szenen, tragen mit ihrer Verbindung dann den Film - und so wird es ein Film, der Spaß macht." Doch so eine Art Film kann und soll "Robocop" eben nicht werden. Nicht zuletzt, da es sich beim Protagonisten um jemanden handelt, "der seine Frau und sein Kind nicht berühren kann. Der keine Beziehung zu Menschen aufbauen kann." Auch insgesamt soll das Remake des Kultfilms von 1987 dem dunklen sozio-politischen Touch des Originals entsprechen. Und auch hier erläutert der Regisseur seine beängstigende Zukunftsvision, der er mit seinem Film gerecht werden möchte: Dem Drohnenkrieg und damit verbundenen Opfern an Menschenleben. "Statt Soldaten in den Irak zu senden, senden wir Roboter nach Teheran. Damit eröffnen wir den Film. Mit amerikanischen Robotern in Teheran, da es eine Invasion des Irans gab. Die Idee dahinter ist folgende: Wenn in den Kriegen keine Soldaten mehr sterben, gibt es auch keinen politischen Druck, den Krieg zu beenden."

 

Nur noch wenige Jahre...

Und das ist dann schlecht? Irgendwie schon: "Der Grund, warum der Vietnamkrieg beendet wurde war, weil Soldaten darin gestorben sind. Doch wenn du statt Soldaten Roboter nimmst, wird's erst richtig schmutzig." Stimmt. Zumindest für alle Länder, die keine Roboter in den Krieg schicken können. "In zehn Jahren wird das Realität sein. Und dann werden wir darüber streiten müssen, ob wir automatische Gesetzesvollstrecker haben wollen oder nicht, ob Roboter in Kriegen oder nicht. Das wird in der UN diskutiert werden müssen." Zehn Jahre schätzt Jose Padilha also noch bis zur Realisierung seiner Dystopie. Die Realisierung seines neuen Film braucht allerdings deutlich weniger Zeit - weshalb er am 6. Februar 2014 in die Kinos kommen soll.



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