Fernsehen

"Rising Star"-Kritik: Unnötig verkrampft

(RTL) RTL

Es sollte der nächste große TV-Hit für RTL werden - aber "Rising Star" hatte am ersten Abend ein paar Anlaufschwierigkeiten. Zu wenig Musik, zu viel Nervosität bei Moderator Rainer Maria Jilg, Verwirrung über die Abstimmungsmethode. Da geht noch mehr!

Schon die Anmoderation lief mehr als unglücklich: In der Werbepause von "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" schaltete RTL gewohnheitsmäßig live ins Studio, wo "Rising Star" produziert wird. Doch dort hatte Moderator Rainer Maria Jilg noch nicht mit der Schalte gerechnet, murmelte fleißig vor sich hin, wie er der Zuschauer begrüßen wollte. Nach ein paar Sekunden konnte die Regie ihn davon überzeugen, dass er schon live auf Sendung ist. Doch die Nervosität saß dem 35-Jährigen ab diesem Moment im Nacken - und ließ ihn auch während der Show nicht mehr gänzlich los.

Als die Show dann los ging, beeindruckte die riesige Wand am meisten. Auf ihr tauchten all die Leute mit Profilbild auf, die sich für einen Act aussprachen. Abgestimmt wurde durch eine kostenlos herunterladbare App. Das nimmt den Akku des Handys allerdings ganz schön mit, weil man am besten die App am besten dauerhaft aufgerufen lässt. Ansonsten kann es passieren, dass man nicht mehr abstimmen kann. Dies ist nämlich nur möglich, wenn man sich schon während der Vorstellung des Künstlers "eincheckt". Erst dann ist man freigeschaltet zum Voting. Was anscheinend niemandem klar war: Man kann auch schon während des Einspielfilms des Kandidaten für ihn voten. Aufgefallen ist das, weil manche Kandidaten kaum einen Ton gesungen, aber schon zahlreiche Votes für sich hatten. Diese Abstimmungsmethode sorgte für so viel Verwirrung, dass sogar Rainer Maria Jilg während der Sendung den Modus erklären musste. Ob die fair und einer bemüht seriösen Castingshow angemessen ist, kann jeder für sich selbst entscheiden.

Denn das wird bei "Rising Star" auch schnell deutlich: RTL bemüht sich bei seinem neuen Casting-Format um eine nette, anheimelnde, respektvolle Atmosphäre. Die Coaches Sasha, Joy Denalane, Gentleman und Anastacia lobten die Kandidaten über den grünen Klee. Und gibt es mal etwas zu bemängeln, wird auch das möglichst höflich und lieb formuliert. Ganz wie bei der Konkurrenz von "The Voice". Macho-Sprüche und derbe Scherze à la Dieter Bohlen gibt's hier nicht, aber ganz viele "unfassbare" Darbietungen (O-Ton: Gentleman).

All das Nette kann dennoch nicht ganz überzeugen. Die Auftritte der Kandidaten sind zu kurz, ihre Einspielfilme dafür viel zu lang. Trotzdem stachen zwei Kandidaten besonders heraus: Sänger The Latonius begeisterte mit seiner Version von "Gorilla" das Studiopublilkum und die TV-Zuschauer. Seine Stimme war die beste des Abends und holte 92 Prozent an Votes zum Weiterkommen - der beste Wert bisher. Aber auch der letzte Auftritt der Show war ein Highlight: Die Kölner Band "2theUniverse" brachte die Bühne zum Beben. Vor allem der sympathisch-verrückte Sänger Ray Scott dürfte das Weiterkommen gesichert haben.

"Rising Star" geht schon am Samstag (30.08.) in die nächste Runde. Mit ein bisschen mehr Lockerheit und gesunder Frechheit bei Rainer Maria Jilg und den Coaches, kann "Rising Star" noch zu einem Erfolg werden.


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