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Red Bull Air Race: Porto fliegt auf Matthias Dolderer

Red Bull Air Race: Porto fliegt auf Matthias Dolderer
Mathias Dolderer startet in knapp zwei Wochen in der Lausitz. Mathias Dolderer startet in knapp zwei Wochen in der Lausitz. Foto: Predrag Vuckovic / Red Bull

Dass Titelverteidiger Matthias Dolderer (46) beim Red Bull Air Race in Porto nicht zur Spitzengruppe aufschließen konnte, tut seiner Popularität keinen Abbruch.

 

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Der Weg von der am Ufer des Douro gelegenen Altstadt Portos zur Atlantikküste dauert an diesem Wochenende länger als gewöhnlich. Ganze Straßen wurden gesperrt, wo sonst nicht einmal 250.000 Menschen leben, sind die engen Gassen bereits samstags von Gästen aus dem gesamten Umland und weit darüber hinaus verstopft. Bis zum Abend des Folgetages werden die Behörden 850.000 weitere Besucher gezählt haben.

„Das Air Race ist toll für unsere Stadt“, berichtet Taxi-Fahrer Joao, während er die breite Avenida da Boavista entlang Richtung Meer fährt. Dass Red Bull an diesem Wochenende mit dem Air Race 2017 in Porto gastiert, ist kaum zu übersehen. Auf Straßenschildern, Litfaßsäulen und Plakaten steht es geschrieben, selbst die Busse blenden dieser Tage zwischen den Haltestellen immer wieder entsprechende Veranstaltungshinweise ein.

Über mangelndes Touristen-Interesse kann sich Porto ohnehin nicht beklagen. In diesem Jahr zum dritten Mal zu Europas bestem Reiseziel gewählt, gehören Touristen quasi zum Stadtbild. Dieses Wochenende sprengt die herkömmlichen Dimensionen trotzdem. „Gut fürs Geschäft“, sagt der Taxifahrer schmunzelnd. Ob er sich das Rennen selbst anschaut? „Morgen mit der ganzen Familie am Douro“, sagt er. „Of course!“

 

Matthias Dolderer in Porto ein echter Star

 

Good to be back in the air with my babe! 👍🏼😍 #airrace #porto #portugal #teamMD21 #fly #testflights #happy #avgeek @objectcarpet

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Zehn Minuten später biegt das Taxi an der Küste rechts Richtung Race Airport ab. Auch hier ist an ein schnelles Durchkommen nicht zu denken. Schaulustige schlängeln sich zwischen dem Hauptverkehr und endlosen Schlangen parkender Autos ihren Weg Richtung Eingang.

Matthias Dolderer steht derweil am Zaun, der die Boxen der Piloten vom Zuschauerbereich trennt, und schießt Selfies mit Fans. Und die sind zuhauf gekommen. Die Begeisterung für das nach 2009 zweite Red Bull Air Race in Porto ist gewaltig, und klar kennen und lieben die Fans den amtierenden Weltmeister. Jubel und Winken, wann immer der Deutsche wieder Richtung Absperrung geht. „Die Leute hier sind toll“, erklärt Dolderer zwischen weiteren Fotos und einer Videobotschaft an seine japanischen Fans, „die Stadt, die Kulisse, einfach super.“

Zugegeben war die Saison für den gebürtigen Oberschwaben keine leichte. In das Porto-Rennen startet er als Herausforderer. „Ich schaue immer auf das nächste Rennen“, erklärt er optimistisch. In Porto schauen die Motorsportfans vor allem auf den Sieger des Vorjahres. Aktuell liegt die Spitzengruppe nah beieinander, obwohl der Deutsche vor dem drittletzten Rennen der Saison nicht auf einem der vorderen Plätze steht, ist der zweite Titel noch möglich und vor allem nicht abgeschrieben.

Dolderer freut sich auf seinen Start. Nur der starke Wind vom Atlantik macht ihm etwas Sorgen. „Wenn der dreht, haben wir hier eine völlig neue Strecke“, stellt er fest. Aber das sei eben die Herausforderung.

 

Herausforderung „Titelverteidigung“

Die Fans am Douro stehen gerade vor einer ganz anderen Herausforderung. Schon Stunden vor dem Qualifying für das Hauptrennen am Sonntag drängen sich die Massen an beiden Ufern. Jeder will den besten Platz ergattern, den besten Blick auf die Flieger erhaschen. Es herrscht Volksfestatmosphäre.

„Die Rennsport-Fans hier sind fantastisch“, freut sich auch Renndirektor Jim DiMatteo. Von den Fenstern des am Fluss gelegenen Kontrollzentrums zeigt er begeistert auf die Menschen, die am Fuße der historischen Altstadt tummeln. Er selbst könne sich kaum an dieser Kulisse sattsehen. „Ich bin Amerikaner“, erzählt er augenzwinkernd, „dort drüber sehen wir Häuser, die älter sind als mein Heimatland.“

Vor der als „Kai von Gaia“ bekannten Uferpromenade ragen 25 Meter hohen Pylonen von Inseln auf dem Fluss in die Höhe. Diese müssen gleich durchflogen werden, teilweise mit bis zu 370 Stundenkilometern. Beim Qualifying wird jedes Manöver bejubelt. In den Cockpits der Flugzeuge angebrachte Kameras liefern Nahaufnahmen der Piloten, weitere Eindrücke werden von Helikoptern aus der Luft übertragen. Ein imposant-rasantes Bildspektakel.

An diesem Wochenende werden die Kameras zumindest von Dolderer keine Siegerfotos aufnehmen. Im Hauptrennen belegt er einen Tag später den achten Rang. Spitzenreiter Martin Sonka hat nach Porto 54 Punkte auf dem Konto, was das Projekt Titelverteidigung für Dolderer schwierig macht. Zwar könnte er mit Siegen bei den letzten beiden Rennen am Lausitzring (15. Und 17. September) und in Indianapolis (14. Und 15. Oktober) insgesamt noch auf 57 Punkte kommen, Weltmeister würde er selbst in diesem Fall trotzdem nur, wenn die Spitzengruppe kollektiv patzt. 

„Ich bin schon ein wenig enttäuscht, aber ein Aufwärtstrend ist erkennbar“, erklärt Dolderer Sport1 nach dem Rennen. Einen Tag später ist auch die Restenttäuschung verflogen: „Vielen Dank Porto. Es war toll vor solch wunderbaren Fans zu fliegen. Heute sind wir auf dem achten Platz gelandet - und ich habe definitiv die eine oder andere Lehre aus dem Rennen gezogen“, schreibt er auf Instagram. „Nächstes Rennen, nächste Chance!“

 

Matthias Dolderer freut sich auf die Lausitz

Jetzt freut sich der Deutsche auf sein Heimatrennen, das in zwei Wochen in der Lausitz stattfindet. „Es lohnt sich, sich das Red Bull Air Race mal live anzusehen“, erklärt er.

Übrigens verlost TV Movie Online 2 mal 2 Tickets für das Rennen am 16. Und 17. September auf dem Lausitzring, wie ihr mit Klick auf den unterlegten Link lest. Das Rennen ist vor Verkauf des Geländes die letzte Motorsport-Veranstaltung auf dem Areal überhaupt. Demnächst lest ihr bei uns außerdem ein ausführliches Interview mit Matthias Dolderer.

Maryanto Fischer, Redaktionsleiter

Im Video seht ihr, wie Matthias Dolderer GNTM-Star Betty Taube den Traum vom Fliegen erfüllt:

 
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