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Rassismus-Vorwürfe: Disney steht wegen "Mulan" und "Vaiana" in der Kritik

Wegen zwei seiner Verfilmungen steht Disney derzeit mächtig unter Beschuss: Das Studio muss sich mit Rassismus-Vorwürfen auseinandersetzen.

Disney steht derzeit auf Realverfilmungen seiner alten Klassiker. Nach „Alice im Wunderland“, „Maleficent“, „The Jungle Book“, „Vaiana“ und dem geplanten „Die Schöne und das Biest“ soll bald auch „Mulan“ über die Leinwand flimmern. 

Obwohl noch nicht bekannt ist, wann die Verfilmung der Geschichte der chinesischen Volksheldin Hua Mulan in Angriff genommen wird und welche Schauspieler gecastet werden, sind alle Augen schon jetzt auf Disney gerichtet und der Druck der Öffentlichkeit groß: Eine Petition setzt sich dafür ein, dass Rolle der Chinesin nicht eine Nicht-Asiatin vergeben wird. 

Dieser Kinofilm ist bisher der erfolgreichste Streifen in 2016!
Disney hat Rassismus-Debatten ausgelöst: Wegen "Vaiana" und "Mulan".

„Whitewashing“ in der Traumfabrik

Es wäre nicht das erste Mal, dass Filmemacher der Traumfabrik Rollen nicht ihren Kulturen entsprechend besetzen und stattdessen auf weißere Darsteller zurückgreifen. Ob die Besetzung von Emma Stone in „Aloha“ als Allison Ng, die chinesische und hawaiianische Wurzeln haben soll, Johnny Depp in „Lone Ranger“ oder „Prince of Persia“ - schon seit Jahren steht die amerikanische Filmindustrie in der Kritik, sogenanntes „Whitewashing“ zu betreiben. 

Allein in diesem Jahr sorgten bereits die Besetzung von Scarlett Johansson in der japanischen Manga-Verfilmung von „Ghost in the Shell“ und die Gerüchte von Michael Barbieri als koreanisch-amerikanischer Ganke in „Spider-Man: Homecoming“ für negative Schlagzeilen. 

Petition gegen „Whitewashing“ in Disney-Filmen

Um das zu verhindern und sich für Diversität stark zu machen, rief Natalie Molnar die Petition „Tell Disney You Don’t Want A Whitewashed Mulan“ ins Leben: „Der beunruhigende Trend des Whitewashing in Big-Budget-Filmen soll keine Chance bekommen, auch in „Mulan“ durchgeführt zu werden“, erklärt sie und weist auf den gefährlichen Einfluss des „Whitewashing“-Trends auf den Film, die Zuschauer und die Schauspieler-Gemeinschaft hin. Eine tolle Aktion von Molnar, wie wir finden! Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung haben bereits 96.811 Menschen die Petition unterstützt. 

Doch wie wahrscheinlich ist „Whitewashing“ bei Disney? Bislang hat das Studio eigentlich ein großes Film-Repertoire in Sachen ethnische Vielfalt herausgebracht. So hielt sich beispielsweise die letzte Real-Verfilmung „The Jungle Book“ an die Original-Erzählungen von „Rudyard Kipling“, castete den indisch-stämmigen Neel Sethi als Mogli. Und auch im kommenden Animations-Film „Vaiana“ um ein polynesisches Mädchen setzt das Studio bei den Sprechrollen auf Schauspieler verschiedener Herkunft. Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass Disney asiatische Darsteller für "Mulan" ins Boot holt! 

Dennoch wird Disney immer wieder vorgeworfen, „fremde“ Kulturen für seine exotischen Settings zu missbrauchen. So auch bei "Vaiana".

Rassismus-Vorwürfe wegen Disneys „Vaiana“

Mit der sehr unüberlegten Vermarktung von „Vaiana“ hat Disney nun eine Rassismus-Debatte ausgelöst. Der Grund: Ein Kostüm. Neben Spielzeug und Kuscheltieren soll pünktlich zu Halloween auch ein Kostüm auf den Markt kommen, das der männlichen Hauptfigur Maui, einem tätowierten, dunkelhäutigen Halbgott, nachempfunden ist auf den Markt kommen – samt Haut. Und so sieht es aus:

Disney Vaiana
Tattoo-Haut zum Überstreifen - so sieht das Kostüm von "Maui" aus. Disney

Kleidung? Okay. Aber die Haut anderer anziehen? Creepy! Das empfinden viele als rassistisch. Zu recht!

Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Verkleidung Weißer als Nicht-Weiße eine lange, furchtbare Tradition hat: Viele weiße Schauspieler wurden in Theatern des 19. Jahrhunderts in den USA angemalt, um andere Kulturen zu verkörpern. 

Wir finden: Gruselig, wirklich traurig - und erschreckend -, dass in der Marketing-Abteilung wohl jemand so wenig über die typische Vermarktung der Disney-Filme nachgedacht hat... Geschmacklos!

 

 


 



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