Kino

Pornofilm versehentlich auf Werbe-Screen in China gezeigt

Erotik ist im streng kommunistischen China tabu. Doch nun wurden in Jilin City 10 Minuten eines Pornofilms auf einem großen LED-Bildschirm abgespielt.

Yuan Mou steckt in ernsthaften Schwierigkeiten. Der Fernsehtechniker sollte in Jilin City, einer Großstadt im Nordosten Chinas, 800 km von Peking entfernt, den riesigen LED-Bildschirm auf dem Hauptplatz der Stadt reparieren. So weit, so einfach. Doch als das Problem mit dem Bildschirm behoben war, gönnte sich Mou eine Pause und vertrieb sich dabei die Zeit mit einem Pornofilm, den er auf dem Laptop abspielte, das er zur Fehlerdiagnose des öffentlichen LED-Bildschirms verwendet hatte. Dummerweise hatte er aber vergessen, die Kabelverbindung seines Laptops zum Werbe-Screen zu trennen. Und so flimmerten 10 Minuten lang explizite Sexszenen über den Hauptplatz von Jilin. Viele Passanten zeigten sich schockiert. Einige schossen Fotos und Videos von der ungeplanten Filmvorführung, die sich sofort millionenfach über soziale Netzwerke verbreiteten.

 

Ätzender Spott von regimekritischen Bloggern

So bekam auch der Auftraggeber des unglücklichen Fernsehtechnikers davon Wind und alarmierte diesen per Handy. Sofort beendete Yuan Mou die Übertragung. Berichten zufolge warf er die DVD mit dem Sexfilm aus dem Fenster. Gezeigt hatte er "Xin Jin Ping Mei", der auf Englisch "The Forbidden Legend: Sex and Chopsticks" heißt, und direkt übersetzt "Die Pflaume in der Goldenen Vase" bedeutet. Der Film beruht auf einem skandalumwitterten chinesischen Sittenroman aus Zeiten der Ming-Dynastie, also dem 16. Jahrhundert. Der Techniker Yuan Mou wurde inzwischen verhaftet und wird von der Polizei verhört. In China gelten strenge Gesetze bezüglich (vermeintlich) unzüchtiger Bilder und Filme, die Zensur ist äußerst scharf. Die alternative Blogger-Szene im Land reagierte indes mit beißendem Sarkasmus. So schreibt der "Oriental Emperor" etwa: "Was soll der ganze Aufruhr, immerhin wurde ja kein Sexvideo gesendet, auf dem einer unserer Politiker zu sehen ist!" Damit spielt die Webseite auf den Skandal um den kommunistischen Ministerpräsidenten von Chongquing, Lei Zhengfu, an. Von ihm war im November 2012 ein Video im Internet aufgetaucht, auf dem er Sex mit einer jungen Frau hat. Daran schloss sich ein Vertuschungsskandal an, bei dem reichlich Schmiergelder geflossen sein sollten. Zhengfu wurde zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Dementsprechend drakonisch dürfte auch das Strafmaß für den ungeschickten Fernsehtechniker Yuan Mou ausfallen - sollte er verurteilt werden …



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