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Peter Lustig und das große Missverständnis über angeblichen Kinder-Hass

Ein hässliches Gerücht, das sich bis zu seinem Tod hielt: Peter Lustig mag keine Kinder. Unbeabsichtigt ausgelöst durch einen Journalisten - nun räumt er auf.

Peter Lustig
Peter Lustig musste jahrelang das Gerücht ertragen, er möge keine Kinder /Picture Alliance

Ja, auch auf unsere Meldung, dass Peter Lustig völlig unerwartet mit 78 Jahren gestorben ist, gab es Kommentare wie: "Das ist doch der, der keine Kinder mag". Ein hässliches Gerücht, das dem "Löwenzahn"-Moderator seit über einem Jahrzehnt wie Dreck am Schuh klebte. Ausgelöst wurde es durch ein Interview, das er dem Journalisten Kai Biermann 2002 gab.

Wie Biermann jetzt in einem Zeit-Beitrag erzählte, sollte er ein Porträt über den damals 65-Jährigen für die Stuttgarter Zeitung schreiben. Doch nachdem sich die beiden Männer zum Gespräch in einem Berliner Café trafen, sah sich Biermann außerstande, den Text zu verfassen. Wie er gestern in einem Beitrag für die Zeit erklärte, habe ihm der Abstand gefehlt, um professionell über Lustig zu schreiben. Schlicht: "Ich war zu beeindruckt von diesem Menschen". Was also tun? Der Journalist schlug vor, das Protokoll des Interviews unkommentiert und im Wortlaut zu veröffentlichen.

 

Peter Lustig: Das Gerücht verbreitet sich

So kam es, dass Sätze wie, "Ich kann gut mit Kindern umgehen. Vielleicht weil ich ihnen sage: Ich nehme dich so, wie du bist, du mich aber bitte auch und so kommen wir gut kalr. Sicher, Kinder stören und sind klebrig, na und? Das wissen die doch selbst", stehen blieben. Dort war auch zu lesen: "Nur in der Sendung möchte ich sie nicht, mit Kindern zu drehen, ist anstrengend und sie gehören einfach nicht vor die Kamera. Das ist Quälerei, immer."

Während Biermann dort Ironie las und eine erfrischende Ehrlichkeit, sahen das andere Medien nicht so. Die Bams schrieb wenige Tage später "Peter Lustig - ich kann Kinder nicht leiden". Im Nu war das Gerücht geschaffen, dass der liebe Erkläronkel mit dem Latzhosen-Fimmel eigentlich ein Kinderhasser ist. Traurigerweise hielt sich dieses bis Peter Lustigs Tod am Dienstag (23.2.).

 

Für Peter Lustig kommt die Aufklärung zu spät

Warum er das Gerücht erst jetzt endgültig aufklärt, begründet Kai Biermann damit, dass er nicht gewusst habe, wie verwurzelt das Hass-Gerücht gewesen sei. Biermann hatte sich bereits kurz nach der Rezeption seines Textes ausführlich bei seinem Gesprächspartner entschuldigt und dieser habe ihm verziehen. Schade nur, dass Peter Lustig die Rehabilitation seiner Aussagen nicht mehr miterleben darf. 



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