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"Perry Mason": Warum Matthew Rhys nichts von Binge Watching hält | Sky

Seit dem 31. Juli ist der US-Serienhit "Perry Mason", basierend auf den Romanen von Erle Stanley Gardner, auf Sky zu sehen. Wir sprachen mit Hauptdarsteller Matthew Rhys ("The Americans") über seine Kult-Rolle.

Matthew Rhys als Perry Mason
Matthew Rhys ermittelt aktuell in der Sky-Serie "Perry Mason". Wir sprachen mit dem Hauptdarsteller über seine Kult-Rolle! Sky

Ein Throwback in eine andere Ära: In der US-Serie "Perry Mason" steht nicht nur der titelgebende Verteidiger, sondern natürlich auch die Stadt der Engel wieder im Mittelpunkt. "Die Große Depression" ist vorbei. Das Leben kehrt langsam wieder auf die Straßen von Los Angeles zurück. Doch Perry Mason (Matthew Rhys) schlägt sich als Privatdetektiv trotzdem nur schlecht als recht durch den Alltag. Und dann offenbart ihm ausgerechnet ein Entführungsfall, den er lösen möchte, wie zerrissen Los Angeles trotz des Booms ist. Die Spuren führen ihn zur Pfingstkirche und zu der mysteriösen Predigerin Schwester Alice (Tatiana Maslany), die Mason & Co. auf ein brisanten Fall schickt.

Insgesamt 82 Perry Mason-Romane wurden von Erle Stanley Gardner verfasst und bereits von 1955 bis 1967 als US-Fernsehserie verfilmt, damals mit dem kanadischen Schauspieler Raymond Burr in der Titelrolle. Die Neuauflage mit Matthew Rhys als Titelfigur hat mit der damaligen Serie allerdings kaum etwas gemein. Unsere US-Korrespondentin Rachel Kasuch konnte zum Serienstart von "Perry Mason" mit Hauptdarsteller Matthew Rhys sprechen. Warum er sich seine eigenen Serien und Filme nicht anschaut und wie er zum "Binge Watching" steht, lest ihr hier:

TV Movie Online: Sie sind in die legendäre Rolle des 'Perry Mason' geschlüpft. Kannten Sie ihn, als Sie die Rolle angenommen haben?

Matthew Rhys: Natürlich habe ich von Raymond Burr in seiner Paraderolle gehört. Er und die Serie waren auf der ganzen Welt bekannt, auch bei uns in England. Ich kann mich noch wage daran erinnern, als Kind mal mitgeschaut zu haben. Vor allem erinnere ich mich an Verbrecher, die im Gerichtssaal standen (lacht). Aber das ist lange her und so viel ist mir davon dann doch nicht im Gedächtnis geblieben.

Wurden Sie dann zum Vorsprechen eingeladen?

Rhys: (zögert) Ich muss gestehen, dass ich kein Casting machen musste. Sie haben mir die Rolle so angeboten!

Passiert Ihnen das oft?

Rhys: Nein, ganz und gar nicht. In meiner 25-jährigen Karriere ist mir das höchstens ein paar Mal passiert. Dadurch war der Druck für mich aber auch umso höher, denn ich wollte keinen enttäuschen.

Apropos Druck: Sie waren sicherlich nervös.

Rhys: Und wie! Ehrlich gesagt bin ich vor jedem Job nervös, doch bei 'Perry Mason' war ich nochmal einen Tick nervöser als sonst. Es war das erste Mal, dass ich die alleinige Hauptrolle spiele und ich wusste, dass es eine große Produktion wird. Und außerdem hat man eine gewisse Verantwortung, wenn man so eine legendäre Rolle übernimmt.

Perry Mason Matthew Rhys
Vor seiner Rolle als "Perry Mason" hatte Hauptdarsteller Matthew Rhys großen Respekt         HBO

Wie schaffen Sie es nach den Dreharbeiten den Druck und die Rolle abzuschütteln?

Rhys: Damit habe ich normalerweise nie ein Problem. Ich kann es wie einen Lichtschalter ein- und ausschalten. Was mir dabei aber sehr hilft, sind unsere drei Kinder, die von mir erwarten, ihr Wrestling-Partner und ihr persönliches Trampolin zu sein, wenn ich nach Hause komme (lacht).

Zurück zu 'Perry Mason'. Haben Sie sich die Serie zusammen mit Ihren Eltern angeschaut, als sie fertig war?

Rhys: Ich muss zugeben, dass ich mir meine Arbeit nie anschaue. Ich habe mir in den letzten zehn Jahren nichts von mir angeschaut. Der einfache Grund dafür ist, dass es sich nicht gut auf mich auswirkt, wenn ich mich beim Schauspielern sehe.

Gar nichts?

Rhys: Nein. Klar würde ich gerne Teile von 'Perry Mason' sehen, aber das müssten dann genau die Szenen sein, in denen ich nicht zu sehen bin. Der Moment, in dem ich mich dazu entschlossen habe, mir nichts mehr anzuschauen, war einer der befreiendsten meines Lebens. Ich fühle mich seit dieser Entscheidung so viel besser.

Ein Vorzug an 'Perry Mason' ist, dass man die Serie nicht 'Binge-Watchen' kann. Wie halten Sie von diesem Phänomen?

Rhys: Ich persönlich kann es nicht ausstehen, eine ganze Serie am Stück anzuschauen. Ich mag es, wenn sich Dinge entfalten und ich mag die Zeit zwischen den einzelnen Folgen. So kann ich eine Episode besser verarbeiten, kann darüber nachdenken und bin dann gespannt, wie es weiter geht. So bin ich aufgewachsen und irgendwie vermisse ich das. Um ehrlich zu sein, verstehe ich die Binge-Watcher auch nicht. Wer, um Gottes willen, hat einen ganzen Tag Zeit, um im Bett zu liegen und sich eine Folge nach der anderen reinzuziehen? Außerdem finde ich es schrecklich, dass sie hinterher immer Hinweise ausplaudern und damit den Spaß für die anderen ruinieren.

All die Menschen, die Ihnen in den letzten 25 Jahren auf ihrem Weg in dieser Branche begegnet sind – wer hat Sie am meisten beeindruckt?

Rhys: Anthony Hopkins, Sally Field und Tom Hanks.

Tom Hanks Und Matthew Rhys
Tom Hanks (l.) ist für Matthew Rhys (r.) ein großes Vorbild          imago images / ZUMA Press

Warum ausgerechnet Sie?

Rhys: Der Grund, wieso sie so erfolgreich sind ist ganz einfach: Sie haben eine unglaubliche Arbeitsmoral. Die habe ich von allen dreien gelernt. Aber auch die Art und Weise, wie sie sich ihren Mitmenschen gegenüber verhalten. Sie kümmern sich um ihre Kollegen, genauso wie um die Crew. Sie sind einmalige Menschen und gehen mit einem großen Beispiel voran. Ich bin ihnen zu Dank verpflichtet…

Verraten sie uns noch drei Fun-Facts zu Ihnen?

Rhys: Ich liebe Pferde und kann seit meiner Kindheit reiten. Ich kann eine Trompete nachmachen. Und ich habe in der Quarantäne gelernt, dass ich ein enormes Talent habe, 'Green Goblin', den grünen Kobold, nachzumachen. Mein vierjähriger Sohn liebt Spiderman!

Interview: Rachel Kasuch
Text: David Rams

"Perry Mason" wird ab 31. Juli immer freitags ab 20.15 Uhr in Doppelfolgen wahlweise auf Deutsch oder im Original auf Sky Atlantic HD sowie auf Sky Ticket, Sky Go und über Sky Q auf Abruf.

 


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