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Patricia Kelly: "Wir waren ziemliche Spießer"

Mit der „Kelly Family“ ist sie bekannt geworden: Doch auch als Solo-Künstlerin hat Patricia Kelly einiges zu bieten. Bei tvmovie.de erzählt die Sängerin, welche Lebens-Lektionen sie von ihrem Vater gelernt hat und warum man sie heute noch oft auf Flohmärkten antreffen kann.

Patricia Kelly
Patricia Kelly veröffentlicht bald ihr Weihnachtsalbum "My christmas concert". Wir sprachen mit der Musikerin. Imago Images

Sie ist eine von 13 Kelly Kids: Patricia Kelly ist in der Kelly-Dynastie aufgewachsen, begann mit einigen ihrer Geschwister in den 70er-Jahren Straßenmusik zu machen. Gemeinsam erlangten sie große Bekanntheit – vor allem in Deutschland, aber auch in Großbritannien. Die Kellys tingelten zusammen durch Europa, lebten in einem Doppeldeckerbus, mal auf einem Hausboot in Amsterdam. Im August 2002 verstarb Daniel Kelly, der Vater der Geschwisterkinder. Seine zweite Frau Barbara-Ann Kelly verstarb bereits 1982 an Brustkrebs.

Viele der Bandmitglieder investierten auch in ihre Solo-Karrieren, so auch Patricia Kelly. 2019 gab es ein großes Comeback der Kellys mit ihrem Album „25 Years Later“, seitdem tourt die Gruppe auch wieder gemeinsam. Mit tvmovie.de spricht Patricia Kelly über ihre Jugend und über ein Silbertäschchen, das die Fans verrückt macht.

 

Patricia Kelly: Das große Interview - Teil I

tvmovie.de: Bald erscheint ihr neues Live-Album „My Christmas Concert“ (20.11.), außerdem sieht man Sie vermehrt im Fernsehen. Sie scheinen während der Corona-Zeit sehr produktiv zu sein?

Patricia Kelly: Das stimmt. (lacht) Es ist ja so, dass wir Künstler momentan nicht auf Tour können, was sehr frustrierend ist. Aber ich bin kein Mensch, der stehen bleibt. Ich orientiere mich immer wieder neu und mache deshalb momentan tatsächlich verstärkt TV, wofür ich früher meistens nicht so viel Zeit hatte.

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tvmovie.de: Kürzlich waren Sie bei der Show „Bares für Rares“ zu sehen, bei dem Sie ein kleines Silbertäschen für den guten Zweck verkauft haben.

Patricia Kelly: Ja, das stimmt. Für 1000 Euro hat mir Händler Walter Lehnertz die Tasche abgekauft. Ich habe noch 500 Euro draufgelegt und das Geld an die Brustkrebs Deutschland e. V. gespendet. Schon am Morgen nach der Ausstrahlung habe ich gehört, dass bei „Bares für Rares“ die Telefone heiß gelaufen sind. Die ganzen Kelly Fans sind ausgeflippt und wollten die Tasche kaufen. Lehnertz hat schon ein Angebot für 2800 Euro bekommen. Ab 3000 würde er sie verkaufen, hat er gesagt. Die bleibt bestimmt nicht lange in seinen Händen. (lacht)

tvmovie.de: Bei „Bares für Rares“ haben Sie erzählt, dass Ihr Vater leidenschaftlicher Antiquitätenhändler war. Haben Sie dieses Faible geerbt?

Patricia Kelly: Ich glaube, meine ganze Familie sind Antik-Fans. Ich habe viele alte Möbel von meinem Papa zu Hause. Das sind zum Teil wertvolle, tolle Kunststücke. Jeder von uns Geschwistern hat einige Teile von ihm geerbt.

tvmovie.de: Das heißt, ihr Vater ist öfter mal Flohmarkt-Shopping gegangen?

Patricia Kelly: Wir Kellys sind alle Flohmarkt-Shopper. (lacht) Aber Papa hat das richtig professionell gemacht, bevor wir mit dem Singen angefangen haben. Er hat also in Spanien oder Europa gekauft und hat es dann in Amerika weiterverkauft. Das ging über zehn Jahre und er war damit richtig erfolgreich. Wir hatten dadurch auch gutes Geld zu Hause. Meine Mama hatte drei Haushälterinnen, ein großes Haus in Spanien, wir hatten alle Privatlehrer in Musik und meine Mama ist in den besten Läden einkaufen gegangen, für Klamotten etc. Wir waren ziemliche Spießer. (lacht)

Aber trotzdem wollte mein Vater immer das Bodenständige für uns. Wir waren nie verwöhnt. Wir haben die beste Ausbildung bekommen, aber wir haben nicht mehr Taschengeld bekommen als die anderen Kinder im Dorf. Am Anfang hatten wir ja auch keinen Strom oder fließend Wasser, das hat mein Vater erst später installiert. Er wollte immer beides für uns: die Welt, aber auch das Bodenständige.

Big Performance Patricia Kelly Adele
Patricia Kelly als Adele bei "Big Performance". Foto: TVNOW / Steffen Z Wolff

tvmovie.de: Kürzlich haben Sie die Show "Big Performance" von RTL gewonnen, verkleidet als Adele. Wie war das für Sie, unerkannt auf der Bühne zu stehen?

Patricia Kelly: Ich hätte mir niemals erträumt, dass ich die Show gewinnen könnte. Das Singen unter der Maske war nämlich gar nicht mein Ding. Ich war auch nicht die Einzige, die damit ihre Probleme hatte. Das ist schon eine krasse Erfahrung. Erstmal musst du 5 Stunden stillsitzen, während ein Team an dir herumbastelt, dann bekommt man kaum Luft und dann soll man auch noch ein anspruchsvolles Lied performen. Für die Lieder von Adele braucht man Kraft in der Stimme. Da musste ich mich gut drauf vorbereiten. Aber ich bin sehr froh, dass ich mich entschieden habe mitzumachen.

tvmovie.de: Es wurde viel gerätselt, wer Adele ist. Haben Sie zu Hause gesessen und sich manchmal ins Fäustchen gelacht?

Patricia Kelly: Total! Ich hatte da sehr großen Spaß dran. Die ganze Crew war am Anfang fest überzeugt, dass ich Ina Müller wäre. Es hat so einen Spaß gemacht, nicht erkannt zu werden. Die Kelly Fans haben es natürlich schon vermutet, aber viele, die mich nicht täglich begleiten, haben natürlich gerätselt. Ich habe es geliebt!

Patricia Kelly Adele
Patricia Kelly gewinnt "Big Performance" Foto: TVNOW / Steffen Z Wolff

tvmovie.de: Fanden Sie das befreiend?

Patricia Kelly: Ja, es war exzellent. Ganz großes Kino für mich. Ich wurde ja überall versteckt, sogar im Backstagebereich. Ich durfte auch nicht sprechen außerhalb der Garderobe. Das war alles sehr, sehr streng. Ich bin eigentlich nicht für Versteckspiel, aber dass die Leute mich nur nach meiner Stimme wahrnehmen und mich einfach nach meiner Leistung bewerten und nicht nach meinem Namen oder meinem Aussehen, das war für mich extrem befreiend. Und dass sie mir trotzdem Komplimente für meine Stimme gemacht habe, ohne dass sie wussten, wer ich bin, das hat mich zutiefst berührt.

tvmovie.de: Gerade in der Corona-Zeit, war das sicher auch eine interessante Atmosphäre im Team.

Patricia Kelly: Sie war ganz besonders. Wenn man gemeinsam durch harte Zeiten geht, prägt das viel mehr als schöne Zeiten. Die harten Zeiten schaffen einen tiefen Respekt und eine Verbindung zwischen den Menschen.

Interview und Text: Clara Dembinski

In Teil II erzählt Patricia Kelly von dem Schicksal ihrer Mutter, warum sie sich für die Brustkrebs e. V. einsetzt und warum sie Angelo nicht böse ist, aus der Band ausgeschieden zu sein. Es wird in den kommenden Tagen bei TVMovie.de veröffentlicht.

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