Kino

Oscars ändern nach Kritik die Aufnahmekriterien für Filme!

Wer in Zukunft den Oscar in der Kategorie "Bester Film" gewinnen will, muss neue Standards erfüllen. Und die sollen vor allem der Diversität dienen!

Oscars 2016
Die Kritik an den Oscars zieht erste ernstzunehmende Konsequenzen nach sich. / Getty Images

Nicht mehr zeitgemäß, irrelevant, kaum divers ­– die Oscars stehen seit Langem in der Kritik. Trotzdem versuchten sie die bröckelnde Fassade nach außen möglich glamourös aufrechtzuerhalten. Aber spätestens als Stars wie Jada Pinkett Smith und Spike Lee die Oscarverleihung wegen fehlender ethnischer Vielfalt boykottierten, waren die veralteten Strukturen nicht mehr zu leugnen. Als erste gravierende Konsequenz hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) jetzt neue Aufnahmestandards eingeführt. Diese sollen eine gerechte Darstellung auf und außerhalb der Leinwand fördern und die Vielfalt des Kinopublikums besser widerspiegeln. Sie greifen ab 2024, also der 96. Oscarverleihung, und betreffen erstmal nur die Kategorie „Bester Film“. Für die Teilnahme an dieser Kategorie müssen in Zukunft zwei der vier Kriterien erfüllt sein.

 

Das sind die neuen Kriterien für die Oscar-Kategorie „Bester Film“

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Standard A: Repräsentation auf dem Bildschirm, in Themen und Narrativen

Um den Standard zu erreichen, müssen die Filme eine der folgenden Kriterien erfüllen.

A1. Hauptdarstellerin und wichtige Nebendarsteller

Mindestens einer der Hauptdarsteller oder Nebendarsteller stammt aus einer der folgenden unterrepräsentierten ethnischen Gruppen:

  • Asian
  • Hispanic/Latinx
  • Black/African American
  • Indigenous/Native American/Alaskan Native
  • Middle Eastern/North African
  • Native Hawaiian oder andere Pacific Islander
  • Andere unterrepräsentierte Ethnizität

A2. Allgemeines Ensemble

Mindestens 30 Prozent aller Schauspieler und Schauspielerinnen in sekundären oder kleineren Rollen stammen aus zwei der folgenden unterrepräsentierten Gruppen.

  • Frauen
  • Ethnische Gruppe
  • LGBTQ+
  • Menschen mit kognitiven und physischen Beeinträchtigungen; Taube oder Menschen mit Hörproblemen.

A3. Hauptgeschichte/ Filmgegenstand- und Inhalt

Die Hauptgeschichte, das Thema oder das Narrativ des Films konzentriert sich auf eine der folgenden unterrepräsentierten Gruppen.

  • Frauen
  • Racial or ethnic group
  • LGBTQ+
  • Menschen mit kognitiven und physischen Beeinträchtigungen; Taube oder Menschen mit Hörproblemen.

Standard B: Kreative Führung und Projekt-Team

Um Standard B zu erreichen, muss eine der folgenden Kriterien erfüllt werden.

B1. Kreative Führung und Abteilungsleiter

Mindestens zwei der kreativen Führungspositionen (z.B. Casting Director, Kameraführung, Regisseur*in, Schnittmeister*in, Hairstylist*in, Sound) sind mit Personen aus den folgenden unterrepräsentierten Gruppen besetzt.

  • Frauen
  • Ethnische Gruppe
  • LGBTQ+
  • Menschen mit kognitiven und physischen Beeinträchtigungen; Taube oder Menschen mit Hörproblemen.

Mindestens eine dieser Positionen muss zu einer der folgenden ethnischen Gruppe gehören:

  • Asian
  • Hispanic/Latinx
  • Black/African American
  • Indigenous/Native American/Alaskan Native
  • Middle Eastern/North African
  • Native Hawaiian/ Pacific Islander
  • Andere unterrepräsentierte Ethnizität

B2. Andere Schlüsselpositionen

Mindestens sechs andere Crewmitglieder und technische Positionen (Produktionsassistenten ausgenommen) stammen aus einer unterrepräsentierten ethnischen Gruppe.

B3. Allgemeine Crewzusammenstellung

Mindestens 30 Prozent der Filmcrew stammt aus einer unterrepräsentierten Gruppe:

  • Frauen
  • Ethnische Gruppe
  • LGBTQ+
  • Menschen mit kognitiven und physischen Beeinträchtigungen; Taube oder Menschen mit Hörproblemen.

Standard C: Zugang zur Industrie

Auch hier geht es um die Gruppen

  • Frauen
  • Ethnische Gruppe
  • LGBTQ+
  • Menschen mit kognitiven und physischen Beeinträchtigungen; Taube oder Menschen mit Hörproblemen.

Die AMPAS möchte hier sicherstellen, dass die Industrie regelmäßig Nachwuchs aus Randgruppen zufließen lässt. Dazu gehört etwa die Möglichkeit, ein Praktikum in einer technischen Position zu absolvieren, etwa in einer Second Unit oder bei den Spezial-Effekten.

Der Standard C stellt also sicher, dass die gesamte Branche diverser aufgestellt wird.

Standard D: Publikumsentwicklung

Standard D ist im Grunde eine Ausweitung der Ziele aus Standard C auf Öffentlichkeitsarbeit, er betrifft also Positionen im Marketing und im Vertrieb. Filmproduktionen sollen in diese Abteilungen Menschen aus unterrepräsentierten Gruppen aufnehmen, also:

  • Asian
  • Hispanic/Latinx
  • Black/African American
  • Indigenous/Native American/Alaskan Native
  • Middle Eastern/North African
  • Native Hawaiian/Pacific Islander
  • Andere unterrepräsentierte Ethnizität
  • LGBTQ+
  • Menschen mit kognitiven und physischen Beeinträchtigungen; Taube oder Menschen mit Hörproblemen.


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