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"Nightflyers" auf Netflix: So viel "Game of Thrones" steckt wirklich drin | Interview

Eine alptraumhafte Mission ins Ungewisse: Die neue Netflix-Serie "Nightflyers" stammt aus der Feder von George R.R. Martin. Hauptdarsteller Eion Macken verriet uns im exklusiven Interview nicht nur, wo sich der Einfluss des "Game of Thrones"-Autors bemerkbar macht, sondern was "Nightflyers" von anderen Sc i-Fi-Serien abhebt.

Nightflyers Eion Macken
"Nightflyers" auf Netflix: So groß war der Einfluss von "Game of Thrones"-Autor George R.R. Martin! Netflix

Der Weltraum. Unendliche Weiten. Doch ganz so romantisch, wie einstmals die Geschichte des "Star Trek: Enterprise", geht es bei der Nightflyer in der neuen Netflix-Serie nicht zu. Denn im Mittelpunkt steht eine Gruppe von Wissenschaftlern, die sich in der Hoffnung die Erde zu retten auf eine Expedition zum Rande des Sonnensystems aufmachen. Doch statt Reiseromantik regiert irgendwann der blank Horror: Niemand ist in den engen Gängen des Raumschiffs sicher. Und jeder scheint eine ganz eigene Motivation zu verfolgen…

Klassischer Sci-Fi-Stoff also, den Hauptdarsteller Eion Macken schon immer gerne in Buch- und Filmform verschlungen hat. In der Serie spielt er den Wissenschaftler Karl D’Branin (und damit auch die Hauptrolle), durch den die existenzielle Mission der „Nightflyer“ überhaupt erst in Gang kommt. Doch hinter seinen verneintlich humanistischen Beweggründen verbirgt sich eine dunkles Geheimnis. TVMovie.de konnte mit dem Darsteller über den Start der neuen Netflix-Serie und den Einfluss von „Game of Thrones“-Autor George R.R. Martin sprechen.

TVMovie.de: Was hat Sie am Projekt gereizt?

Eion Macken: Ursprünglich war es das Drehbuch des Piloten. Als ich dann gelesen habe, dass es auf einer Vorlage von George R.R. Martin basiert, war ich sofort Feuer und Flamme, weil er einfach diese unglaublich komplexen, dreidimensionalen Figuren erschaffen kann.  

Sind Sie ein Sci-Fi-Fan?

EM: Ich liebe Science-Fiction. Ich bin als Kind mit vielen Sci-Fi-Serien aufgewachsen und habe die Bücher von Isaac Asimov und Philipp K. Dick verschlungen. Die Idee, in einer klaustrophobischen Sci-Fi-Horrorserie mitwirken zu können, hat mich deshalb sofort begeistert. Viele Sci-Fi-Filme beschäftigen sich ja auch damit, wie die Menschheit in der Zukunft lebt. Und genau das macht für mich den Reiz dieses Genres aus.

Was macht die "Nightflyers" für Sie einzigartig?

EM: Die Reise der "Nighflyer" ist für mich einzigartig. Unsere Serie wurde, was die visuelle Umsetzung und das Setting angeht, oft mit "Event Horizon" verglichen. Und das ist natürlich auch nachvollziehbar, gerade auch, wenn man sich in einem ähnlichen Genre .

Aber in "Nightflyers" geht es eben auch um die philosophische Frage, was passiert, wenn wir eine fremde Lebensform treffen. Es muss ja nicht einmal katastrophale Konsequenzen haben. Aber die Ungewissheit, wie das Gegenüber reagieren könnte, kreiert schon eine gewisse Form der Spannung.

Nightflyers Netflix Hauptdarsteller
Eion Macken (l.) übernimmt die Hauptrolle in "Nightflyers"            Netflix

Einerseits muss ihre Figur in der Serie, "Karl D'Branin", den Kontakt mit den Aliens aufnehmen, um möglicherweise der Menschheit eine Zukunftschance zu bieten. Gleichzeitig handelt er aber auch aus einer sehr egoistischen Motivation heraus…

EM: Zumindest redet er sich zu Beginn ein, dass er als einer der wenigen die Wichtigkeit und die Tragweite dieser Mission versteht. Und er handelt zunächst auch aus einer wissenschaftlichen Notwendigkeit heraus und auch, weil er die Menschheit tatsächlich retten will. Doch je weitere die Mission der "Nightflyer" voranschreitet, desto persönlicher werden seine Motive. Und irgendwann würde er vermutlich alles aufs Spiel setzen, um seine persönlichen Ziele zu erreichen. Er ist einfach Kräften ausgesetzt, mit denen er nur schwer umgehen kann. Es schwebt eine gewisse Dunkelheit um seine private Sphäre und seine eigentliche Motivation zu leben.

Die Show basiert auf der Geschichte von George R.R. Martin ist aber auch stark verändert. In welchen Aspekten der Serie sind seine Einflüsse am besten zu sehen?

EM: Das Ausmaß und die Größe der Welt, in der "Nightflyers" spielt, zollen George R.R. Martin Tribut. Er konstruiert, wie kaum ein anderer, so eine reiche Mythologie in seinen Geschichten, von der wir natürlich auch zehren. Und gleichzeitig erschafft er diese komplexen und gleichzeitig auch sehr fehlerbehafteten Figuren, von denen nie so ganz klar ist, wie sie auf bestimmte Probleme wirklich reagieren bzw. was ihre eigentliche Motivation ist.

In der Serie sind wir auf einer Raumstation gefangen. Es geht um Leben und Tod und der alptraumhaften Vorstellung, dass es etwas gibt, das dich umbringen möchte. In so einem Szenario ist Loyalität nichts mehr Wert. Alle haben Angst davor, was sie werden und möglicherweise machen könnten. Er erschafft diese außergewöhnlichen Figuren und bringt sie in absolute Extremsituationen. Und wir schauen zu, welche Entscheidungen sie dabei treffen.

Die Zuschauer haben natürlich gewisse Erwartungen, wenn sie den Namen George R.R. Martin im Zusammenhang mit so einer Serie hören. Macht es das besonders schwierig, wenn Menschen plötzlich ein "Game of Thrones" im Weltraum erwarten?

EM: Man muss immer das Positive daran sehen. Er erschafft eben diese große Sci-Fi-Welt und diese außergewöhnlichen Figuren. Und das ist es ja auch, was Zuschauer mit George R.R. Martin in Verbindung bringen. Und das ist natürlich großartig. Ich hoffe natürlich, dass wir eine Geschichte erzählen, die die Zuschauer auch so an diese Serie fesselt.

Die Serie befasst sich ja auch mit sehr düsteren Themen. In einer der ersten Folgen sagt bspw. einer der Wissenschaftler: „Die Menschheit ist wie ein Virus.“ Sind sie im wahren Leben auch manchmal ein Pessimist, wenn man sieht, was sich auf der Welt aktuell so tut?

EM: Oh Shit (lacht). Manchmal stellt man sich schon die Frage, was mit der Menschheit eigentlich los ist. Gleichzeitig gibt es auch viel Schönheit in der Idee, was wir füreinander tun können und was wir letztendlich werden könnten. Ich bin deshalb letztendlich ein Optimist, weil ich glaube, dass wir die Dinge noch reparieren können, die wir zerstört haben.

Nightflyers Netflix George R.R. Martin
Hat die Besatzung der "Nightflyer" eine Chance?              Netflix

Glauben Sie an außerirdisches Leben?

EM: Die größte Schwierigkeit ist wahrscheinlich vorherzusagen, was ich tun würde, wenn es außerirdisches Leben tatsächlich geben sollte. Ich habe keine Ahnung, wie ich mich in dieser Situation verhalten würde.

In den USA ist die erste Staffel von „Nightflyers“ bereits gezeigt worden und ihr Showrunner hat den Wunsch geäußert noch tiefer in die Materie einzutauchen. Wären Sie bei einer 2. Staffel an Bord?

EM: Jeff Buhler, unser Showrunner, hat einige tolle Ideen, wie die Serie weitergehen könnte. Aber das hängt natürlich von vielen Faktoren ab. Was allerdings so großartig an dieser Serie ist, ist die Tatsache, dass wir sie in jede vorstellbare Richtung entwickeln könnten.

Und gibt es etwas, dass sie sich für ihre Figur wünschen würden?

EM: So wirklich darf ich darüber aktuell nicht sprechen (lacht). Karl D’Branin macht in der ersten Staffel eine unglaubliche Entwicklung durch. Seine Reise in der 2. Staffel würde also zwangsläufig sehr komplex werden. Weil er schon in der ersten Staffel einige sehr düstere Entscheidungen treffen musste, wäre es sehr faszinierend, wie sich das auf seine Psyche dauerhaft auswirken wird.

Interview & Text: David Rams

Die 1. Staffel von "Nightflyers" startet ab dem 01. Februar 2019 auf Netflix. Einen Trailer seht ihr hier:

 


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