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Netflix "The Rain“-Staffel 2 | Rasmus: „Ich werde zur Killer-Maschine“

Bald startet die zweite Staffel der Serie „The Rain“ auf Netflix. Wir trafen Hauptdarsteller Lucas Lynggaard Tonnesen (spielt Rasmus) zum Interview

"The Rain"-Staffel 2: Rasmus
Rasmus (Lucas Lynggaard Tonnesen) wird in der zweiten Staffel "The Rain" selbst zur Tötungsmaschine Per Arnesen/Netflix

Das Luxushotel „D’Angleterre“ liegt im Herzen Kopenhagens unweit des prunkvollen Staatstheaters, der Königspalast und das Rathaus sind in Laufweite. An diesem Vormittag bekommt die „Grande Dame“, so heißt die geschichtsträchtige Institution im Volksmund, Besuch – und der ist alles andere als angestaubt.

 

Lucas Lynggaard Tonnesen über die 2. Staffel „The Rain“

In seiner Heimat ist der erst 18-jährige Lucas Lynggaard Tonnesen bereits ein Superstar. Das hat er der ersten dänischen Netflix-Serie „The Rain“ zu verdanken, die am 17. Mai mit Staffel 2 an den Start geht. Lässig lässt sich der Schauspieler zum Interviewtermin in eines der teuren Sofa im Westflügel des Hotels fallen, der extra mit einem Gitter abgesperrt wurde.

„Du siehst aus als hättest du Spaß während des Terminmarathons“, stellt „TV Movie Online“-Redaktionsleiter Maryanto Fischer fest. „Auf jeden Fall“, antwortet Lucas strahlend. Er holt seine leuchtend blauen Augen hinter der bunten Sonnenbrille hervor und streicht sich die blonden Locken aus dem Gesicht. „Ich freue mich riesig auf den Start der zweiten Staffel.“

TV Movie Online: „The Rain“ ist das erste dänische Netflix Original und gleich ein weltweiter Erfolg. Wie waren die Reaktionen zuhause?

Lucas Lynggaard Tonnesen: „Tatsächlich waren die Reaktionen in Dänemark sehr gemischt. Traditionell ist unser Fernsehen von Crime und Drama geprägt. Dass wir eine SciFi-Serie machen, ist etwas Neues. Die Erwartungen waren quasi ‘sky high‘. Gerade die älteren Zuschauer empfanden das als gewöhnungsbedürftig. Allerdings machen wir eine Show für junge Leute, das wird oft vergessen.“

Wir haben es hier mit einem Generationsproblem zu tun?

Lucas Lynggaard Tonnesen: „Vielleicht. Bei meinen Freunden zum Beispiel kam die erste Staffel super an. Überhaupt bekommen wir viel positives Feedback von jüngeren Zuschauern aus der ganzen Welt.“

Inzwischen werden immer mehr Netflix Orignals, die eben nicht aus den USA stammen, zu weltweiten Erfolgen. Was macht „The Rain“ typisch dänisch?

Lucas Lynggaard Tonnesen: „Natürlich haben wir die dänische Fernsehtradition nicht verraten. Unsere Serie ist eine Mischung aus traditionellem und modernem dänischem Erzählen. Lange Dialoge, Elemente von Crime und Drama – und dann die Schönheit unserer Natur. Das ist typisch dänisch, das ist Scandic Noir.“

In der zweiten Staffel „The Rain“ sehen wir, wie diese Schönheit zerfällt. Die Wälder infizieren sich mit dem Virus, Bäume werden schwarz. Ist der Virus auch eine Metapher für Umweltzerstörung?

Lucas Lynggaard Tonnesen: „Ja, wir wollten das Thema Klimaschutz unbedingt weiter betonen. Er ist sehr wichtig. In der Serie greift der Virus um sich, zerstört die Natur. In der realen Welt passiert das bereits, wenn auch nicht immer so offensichtlich wie bei uns.“

Außerdem greift die Liebe um sich. In Staffel 2 haben wir gleich drei Paare unter nur acht Gruppenmitgliedern. Ist es überhaupt möglich, im Überlebenskampf in einer apokalyptischen Welt, in der niemand weiß, wem er wirklich vertrauen kann, zu lieben?

Lucas Lynggaard Tonnesen: „Es muss möglich sein! Die Herausforderung in dieser feindlichen, zerstörten Welt zu bestehen, liegt darin, an ganz normalen Dingen festzuhalten. Zum Beispiel an der Fähigkeit zu lieben.“

Rasmus findet in der neuen Figur Sarah eine neue Liebe. Wie beeinflusst ihn das?

Lucas Lynggaard Tonnesen: „Die Liebe hilft ihm, den Regen zu überleben. Hoffentlich.“

 

In Staffel 2 nimmt der Virus Besitz von Rasmus. So wird er selbst zur Tötungsmaschine. Kann Sarah diese Kräfte eindämmen?

Lucas Lynggaard Tonnesen: „Sie wird ihm helfen, sich und diese neuen Kräfte kontrollieren zu können. Sarah ist schwerkrank. Umso mehr brauchen sich beide.“

In Staffel 2 steht die Gruppe vor der Entscheidung, Rasmus auszuliefern, um die Welt zu heilen, oder sein Leben zu schützen. Er rennt weg. Wie hättest du dich entschieden – einen für den Rest der Welt opfern?

Lucas Lynggaard Tonnesen: „Das ist schwer zu sagen. Für Rasmus geht es im Folgenden vor allem darum herauszufinden, was richtig ist, und was falsch. In dieser extremen Situation muss er alles über den Haufen werfen, was er gelernt hat, was er kennt. Rasmus muss sich entscheiden, wer er sein möchte, und wie er mit den Konsequenzen klarkommt.“

In der Serie hat Regen eine sehr bedrohliche Note. Ganz persönlich: Magst du Regen?

Lucas Lynggaard Tonnesen: „In Dänemark regnet es ständig. Wir müssen den Regen mögen, um zu überleben (lacht). Ich finde wirklich, dass der Regen etwas Wunderschönes hat. Zum Beispiel, wenn du zuhause einen Film schaust oder aus dem Fenster siehst.“

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