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Netflix | „The Rain“, Staffel 2: Alba August über Dänemarks düstere Seite

Auch in der 2. Staffel der Netflix-Serie „The Rain“ sehen wir Alba August beim Retten der Welt zu. Wir haben die Schauspielerin in Kopenhagen getroffen.

The Rain Netflix
In der zweiten Staffel der Netflix-Serie "The Rain" kämpfen Alba August (Mitte) und die anderen Überlebenden gegen neue Bedrohungen. Foto: Netflix

„Etwas ist faul im Staate Dänemark!“ – Was bei Shakespeare noch das politische Gefüge unserer nördlichen Nachbarn meinte, können wir heute auf jenes Dänemark beziehen, das Netflix in der zweiten Staffel seiner post-apokalyptischen SciFi-Serie „The Rain“ zeichnet.

Der giftige Regen hat die Natur verseucht: Bäume faulen vor sich hin, färben sich schwarz. Es stinkt, modert. „Jenseits des Plots hat unsere Serie auch eine tiefere Bedeutung“, bestätigt Hauptdarstellerin Alba August „TV Movie Online“-Redaktionsleiter Maryanto Fischer zum Interviewtermin in Kopenhagen, „wir fragen den Zuschauer auch, was mit unserer Welt passiert, und ob sich die Umweltzerstörung noch aufhalten lässt.“

2018 war definitiv das große Jahr der Alba August (25). Durch die Hauptrolle im Film „Astrid Lindgren“ sowie die Verpflichtung für das erste Netflix-Original aus ihrem Heimatland wurde die in Dänemark bereits etablierte Schauspielerin einem internationalen Publikum bekannt. „Zu erfahren, dass ‘The Rain‘ weltweit geschaut wird, ist völlig verrückt“, erzählt sie, „vor allem in Südamerika sind wir ein riesiger Erfolg.“

 
 

„The Rain“, Staffel 2: Dänemark musste überzeugt werden

In der Heimat dagegen musste sich der Cast die Sympathien der Landsleute allerdings erst verdienen. „Nur wenige glaubten daran, dass SciFi aus Dänemark funktionieren könnte“, erinnert sich Alba, „glücklicherweise konnten wir die Kritiker eines Besseren belehren.“

Dabei sei „The Rain“ eigentlich typisch dänisch, davon ist Alba, deren Serienfigur „Simone“ über Jahre in einem Bunker lebte, überzeugt: „In Dänemark regnet es so oft, wir sind gewöhnt, uns viel drinnen aufzuhalten“, sagt sie, „das ist ebenso in unserer Kultur verankert wie das Dunkle.“ Auch die Tendenz, die Dinge viel zu oft zu überdenken, bezeichnet sie als typische Eigenschaft der Dänen.

Tatsächlich gibt es viel, über das Simone in der zweiten Staffel nachdenken muss. „Für alle Figuren geht es jetzt darum, herauszufinden, was sie wollen und wer sie sind.“ Im Fall von Simone ließe sich diese Frage nur schwer beantworten. „Sie lebte jahrelang allein mit ihrem Bruder in einem Bunker. Emotional ist sie deshalb noch nicht weit entwickelt. Sie hat nicht wirklich Ahnung von Beziehungen und von Vertrauen. Das macht es unglaublich spannend, sie zu spielen.“

 

„The Rain“, Staffel 2: Eine Frage der Ethik

Simone steht in „The Rain“ fortan vor der Entscheidung, ihren immunen Bruder Rasmus (Lucas Lynggaard Tonnesen) umzubringen, um den Rest der Menschheit mit einem Gegenmittel für den todbringenden Virus heilen zu können, oder nicht. „Er ist für sie quasi wie ein Kind. Das macht die Situation noch untragbarer für sie“, so August, „besonders, weil er das Letzte ist, was ihr von ihrer Familie geblieben ist. Andererseits will sie aber die Welt retten…“

Auch die Beziehung zu ihrem Freund Martin (Mikkel Følsgaard) wird von dieser Grundsatzfrage überschattet: „Langsam wird sich zeigen, dass Simone etwas Anderes will als Martin, „umso mehr kämpft sie mit ihren Gefühlen.“

Ihren Überlebenswillen generiert Simone laut Alba übrigens aus der Liebe zu ihrem Bruder und zu Martin. „Ohne Liebe gäbe es in dieser verseuchten Welt keinen Grund, weiter zu leben“, sagt sie. Wie Simone dem Regen entkommen will, verrät sie natürlich noch nicht. Sie selbst entkommt dem Regen übrigens am liebsten in Südfrankreich. „Wobei“, überlegt sie, „zumindest das Reisen mit dem Flugzeug versuche ich wegen des Klimaschutzes stark einzuschränken. Schließlich will ich nicht, dass der Regen wirklich kommt.“



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