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Filme

NDR distanziert sich von gefälschter Sex-Doku

Der Dokumentarfilm „Lovemobil“ soll nicht authentische und nachgespielte Szenen enthalten. Das deckte nun der NDR selbst auf.

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Der NDR fand bei Recherchen heraus, dass der Dokumentarfilm über Sexarbeit gefälschte Szenen beinhaltet. Foto: WDR/NDR/Christoph Rohrscheidt,

Die Doku über Sexarbeit in Niedersachsen hat große Wellen geschlagen. Obwohl sie aufgrund der Corona-Pandemie nur kurz im Kino lief, wurde der Film weltweit auf Festivals gezeigt. Im Juli 2020 gab es sogar einen Deutschen Dokumentarfilmpreis.

 

„Lovemobil“: Doku zeigt keine echten Prostituierten

Momentan ist die Produktion für einen Grimme Preis nominiert. Das dürfte sich allerdings nun ändern. Der NDR forschte nach und fand heraus, dass „Lovemobil“ nicht die ganze Realität abbildet. Der Sender war an diesem Film als Co-Produzent mit an Bord.

Die Doku von Autorin Elke Margarete Lehrenkrauss zeige „in weiten Strecken Szenen, die nicht authentisch sind“, sagt der Sender selbst. So sollen manche Protagonistinnen gar keine echten Prostituierten gewesen sein.

Aber der Film dreht sich doch eigentlich um das Leben von Prostituierten, die unter entwürdigenden Umständen in Wohnmobilen am Straßenrand in Niedersachsen arbeiten. Die Autorin bestätigte, dass sie für Szenen Darsteller eingesetzt hat. Sogar Bekannte aus ihrem Umfeld sollen dabei gewesen sein.

Die Geschichten, die die vermeintlichen Prostituierten erzählten, sollen allerdings auf der Wahrheit beruhen. Auch einer der Freier soll aus dem Bekanntenkreis von Lehrenkrauss stammen und habe die Szenen nur geschauspielert.

 

NDR-Recherche deckt Fälschung auf

Erst durch eine Recherche der NDR-Redaktion STRG_F sollen diese Fakes erst jetzt herausgekommen sein. Die Autorin ist sich jedoch keiner Schuld bewusst. Schließlich habe der NDR nie zur Authentizität nachgefragt.

„Ich kann mir auf jeden Fall nicht vorwerfen, die Realität verfälscht zu haben, weil diese Realität, die ich in dem Film geschaffen habe, ist eine viel authentischere Realität,“ sagt sie gegenüber der Redaktion von STRG_F.

Der NDR distanziert sich nun von dem Dokumentarfilm und hat diesen auch schon aus der Mediathek entfernt. Der Sender will den Sachverhalt in seinen Programmen transparent machen und unabhängig darüber berichten, sagt Frank Beckmann, Programmdirektion Fernsehen.

Der Bericht von STRG_F soll am 23. März ab 17 Uhr auf YouTube verfügbar sein.



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