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„München Beats“ im ZDF: Was hinter der neuen Serie steckt – und was davon wirklich passiert ist

Mit „München Beats“ holt das ZDF heute Abend die wilde Münchner Techno-Ära der 90er zurück. Doch hinter Linda, Marius und ihrem Traum vom eigenen Club steckt mehr Realität, als Zuschauer:innen vielleicht vermuten.

München Beats - Folge 4: Linda Bierwirth (Jule Hermann) steht hinter einem DJ-Pult und blickt in die Kamera. Sie steht vor dunklem Hintergrund, trägt Kopfhörer und wird von einer Leuchte, die über ihr hängt, angestrahlt.
Linda Bierwirth (Jule Hermann) am DJ-Pult bei ihrem großen Auftritt. Foto: ZDF/Marc Reimann

Heute Abend feiert „München Beats“ um 20.15 Uhr seine TV-Premiere im ZDF. Im Mittelpunkt steht die junge Linda, die den Bauernhof ihrer Eltern hinter sich lässt und in der Münchner Clubszene der 90er ihre Freiheit entdeckt. Doch während ihre persönliche Geschichte erfunden ist, hat die Serie einen sehr realen Hintergrund: Sie greift die Entstehung des legendären Kunstpark Ost auf dem ehemaligen Gelände der Pfanni-Werke auf.

Wer einschaltet, bekommt deshalb nicht nur ein Familiendrama mit Jule Hermann, Klaus Steinbacher und Tobias Moretti zu sehen. „München Beats“ erzählt auch von einer Zeit, in der sich München kulturell und gesellschaftlich veränderte und eine ehemalige Fabrik zum Symbol für ein neues Lebensgefühl wurde.

„München Beats“: Darum geht es heute Abend im ZDF

Im Zentrum steht die 19-jährige Linda Bierwirth (Jule Hermann). Auf dem elterlichen Bauernhof fühlt sie sich zunehmend eingeengt. Als sie mit der aufkommenden Techno-Szene in Berührung kommt, eröffnet sich ihr eine völlig neue Welt. Linda geht nach München, taucht ins Nachtleben ein und fasst einen großen Entschluss: Sie will DJ werden. Dort begegnet sie auch ihrem Kindheitsfreund Marius Meinhardt (Klaus Steinbacher) wieder. Gleichzeitig geraten ihre beiden Familien in einen Konflikt, der weit über die aufkeimenden Gefühle zwischen Linda und Marius hinausgeht.

Marius’ Vater Theo (Tobias Moretti) will sein Unternehmen grundlegend verändern. Das hat auch Folgen für Lindas Eltern und andere Landwirte, deren wirtschaftliche Existenz an der Fabrik hängt.

Marius hat dagegen eine ganz andere Vision für das alte Werksgelände: Statt eines neuen Stadtquartiers träumt er von einem riesigen Areal für Raves, Kunst und alternative Kultur. Genau hier nähert sich die fiktive Geschichte einem realen Stück Münchner Vergangenheit an.

Den Kunstpark Ost aus „München Beats“ gab es wirklich

Linda und Marius sind zwar erfundene Figuren, der historische Hintergrund von „München Beats“ ist es jedoch nicht. Tatsächlich entstand auf dem ehemaligen Gelände der Pfanni-Werke am Münchner Ostbahnhof der Kunstpark Ost, der Ende der 90er-Jahre zu einem der bekanntesten Partyareale der Stadt wurde.

Die Serie erinnert damit an eine Epoche, in der Techno für viele junge Menschen weit mehr bedeutete als einen Musikstil. Clubs und Raves waren Treffpunkte einer Generation, die sich ausprobieren und mit bisherigen gesellschaftlichen Vorstellungen brechen wollte.

Regisseurin Mimi Kezele kennt diese Welt sogar aus eigener Erfahrung. Sie war damals selbst im Kunstpark Ost unterwegs und beschreibt die Clubs rückblickend als eine Art soziales Netzwerk ihrer Generation: „Wir haben uns dort kennengelernt, verliebt, verabredet und die neueste Musik gehört.“ Ein besonderes Detail für Kennerinnen und Kenner der Szene: Auch DJ Hell ist kurz in der Serie zu sehen.

„München Beats“ erzählt nicht nur Lindas Geschichte

Die neue ZDF-Serie beschränkt sich allerdings nicht auf Lindas Weg ans DJ-Pult. Eine weitere wichtige Geschichte dreht sich um ihren Bruder Andi (Ben Münchow).

Als er seine Schwester in München besucht, entdeckt auch er eine Welt, die sich stark von seinem bisherigen Leben unterscheidet. Andi verliebt sich in einen Mann – und muss erfahren, wie wenig Platz das traditionelle Männerbild seines Umfelds für seine Gefühle lässt.

Damit bekommt die nostalgische Reise in die 90er eine ernstere Ebene. „München Beats“ erzählt auch von queerer Identität, Akzeptanz und dem Mut, sich gegen gesellschaftliche Erwartungen zu stellen.

Andi-Darsteller Ben Münchow bringt das damalige Männerbild deutlich auf den Punkt: „Ein Mann soll keine Schwäche zeigen, nicht weinen, nicht um Hilfe bitten, anpacken können, trinken können, nicht empfindlich sein und bloß nicht zu weich wirken.“

Jule Hermann verbindet etwas Besonderes mit dem Kunstpark Ost

Ausgerechnet Hauptdarstellerin Jule Hermann hat auch privat eine Verbindung zu dem Ort, der die Serie inspiriert hat. Ihre Eltern verbrachten dort nach ihren Angaben ihre ersten Dates und verliebten sich unter anderem bei langen gemeinsamen Partynächten.

Für die Schauspielerin bekommt Lindas Geschichte dadurch eine zusätzliche persönliche Note. Für ihre Rolle beschäftigte sich Hermann außerdem intensiv mit dem DJing und lernte für „München Beats“ selbst, an den Decks zu stehen.

An ihrer Seite sind zahlreiche bekannte Schauspielerinnen und Schauspieler zu sehen. Neben Klaus Steinbacher und Tobias Moretti gehören unter anderem Sophie von Kessel, Marlene Morreis, Frederic Linkemann und Ben Münchow zum Ensemble.

Sogar das „Ultraschall“ wurde für „München Beats“ nachgebaut

Für die Produktion sollte das München der 90er nicht nur behauptet, sondern möglichst glaubwürdig wieder zum Leben erweckt werden. Gedreht wurde komplett in München und Umgebung. Besonders spannend: Auf einem alten Fabrikgelände in Wolfratshausen konnte die Produktion Teile der damaligen Clubwelt rekonstruieren. Dort entstand unter anderem die Serienversion des legendären „Ultraschall“ samt Eröffnungsparty im Kunstpark Ost.

Damit steckt hinter den Partybildern der Serie einiges an Aufwand – schließlich existiert die damalige Clublandschaft heute längst nicht mehr in dieser Form.

„München Beats“, Staffel 2: Geht die ZDF-Serie weiter?

Wer nach den vier Folgen auf eine Fortsetzung hofft, sollte zunächst nicht fest mit einer zweiten Staffel rechnen. „München Beats“ ist als vierteilige Miniserie konzipiert. Eine zweite Staffel wurde bislang nicht angekündigt. Der reale historische Hintergrund würde allerdings noch reichlich Stoff bieten. Schließlich entwickelte sich das ehemalige Fabrikgelände über Jahre zu einem wichtigen Teil der Münchner Nachtleben-Geschichte.

Zunächst bekommen Zuschauer:innen aber eine abgeschlossene Reise zurück in die 90er.

Wann läuft „München Beats“ im ZDF?

Das ZDF verteilt die vier rund 45-minütigen Folgen auf zwei Abende. Die ersten beiden Episoden laufen heute, am 26. August, ab 20.15 Uhr. Am Donnerstag, 27. August, folgen ebenfalls ab 20.15 Uhr die beiden abschließenden Folgen. Wer nach dem heutigen Abend sofort wissen möchte, wie es mit Linda und Marius weitergeht, muss allerdings nicht bis morgen warten: Alle vier Folgen von „München Beats“ stehen bereits im ZDF-Streamingangebot zur Verfügung.

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