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Videospielverfilmung

„Mortal Kombat II“: So langweilig kann Action sein – Kritik

Mehr als fünf Jahre nach dem ersten Teil läuft „Mortal Kombat II“ nun endlich über die große Leinwand – doch wird der Film der langen Wartezeit tatsächlich gerecht?

Video Platzhalter
Video: Warner Bros. / TV Movie

Mit „Mortal Kombat II“ bekommen die Zuschauer:innen endlich das, worauf sie im ersten Teil vergeblich warten mussten: das Mortal-Kombat-Turnier. Die Verteidiger:innen des Earthrealm treten gegen die brutalen Krieger von Shao Kahn an, deren Sieg die vollständige Unterwerfung der Erde bedeuten würde.

Im Zentrum steht dabei ausgerechnet Johnny Cage (Karl Urban) – ein in Hollywood längst abgeschriebener Actionstar, auf dessen Schultern plötzlich die letzte Hoffnung von Raiden (Tadanobu Asano) ruht.

Doch reicht diese Prämisse für einen guten Film aus?

Eine Welt voller ungenutztem Potenzial

Der Film eröffnet mit dem letzten Mortal-Kombat-Turnier um Edenia, der Heimat der weiblichen Hauptfigur Kitana, und setzt damit direkt einen spannungsvollen Auftakt, der durchaus neugierig auf mehr macht – doch nach diesem spannenden Einstieg tut sich „Mortal Kombat II“ im weiteren Verlauf des Films spürbar schwer, an dieses Momentum anzuknüpfen.

Zunächst dominiert das düstere, fast mystische Outworld-Setting mit seinen monumentalen Kulissen und bedrückenden Landschaften, ehe der Film abrupt ins Earthrealm wechselt und dort plötzlich mit Referenzen auf reale Franchises wie „Squid Game“ oder „Harry Potter“ arbeitet. Dieser harte Bruch unterbricht den atmosphärischen Aufbau spürbar. Anstatt die unterschiedlichen Welten organisch miteinander zu verweben, entstehen voneinander getrennte Ton- und Stilräume, deren Übergänge eher irritieren als überzeugen.

Zwar wird man schnell in die ersten Kämpfe des Mortal-Kombat-Turniers hineingeworfen, doch diese wirken erstaunlich wenig spannend und in ihrem Ausgang oft vorhersehbar. Die Konfrontationen erfüllen zwar formal das Versprechen des Turniers, entfalten aber kaum echte Spannung oder dramaturgisches Gewicht.

Erst als eine deutlich konkretere „Quest“-Struktur hinzukommt und die Handlung sich um eine gemeinsame Mission der Helden erweitert, zieht das Geschehen merklich an: Die Erzählung gewinnt an Fokus, Zielrichtung und auch an emotionaler Dringlichkeit.

Düsteres Fantasy-Epos oder Actionkomödie? „Mortal Kombat II“ weiß es selbst nicht

Interessanterweise macht der Film aus der Irritation der ersten 30 Minuten zumindest teilweise ein bewusstes Stilmittel. Johnny Cage begegnet dieser neuen Realität mit derselben Überforderung wie vermutlich große Teile des Publikums. Er versteht die Regeln dieser Welt nicht, reagiert geschockt und stellt sich zunächst quer – weniger als klassischer Held, sondern vielmehr als jemand, der sich inmitten eines vollkommen absurden Szenarios wiederfindet. Gerade in diesen Momenten funktioniert die Figur noch am besten.

Problematisch wird es allerdings dort, wo der Film versucht, aus Cage den humoristischen Mittelpunkt zu machen. Seine selbstverliebte Art und die permanenten One-Liner sollen Leichtigkeit erzeugen, wirken jedoch häufig eher anstrengend als wirklich komisch.

Überhaupt leidet „Mortal Kombat II“ unter seiner unsicheren Tonalität. Der Film scheint sich nie ganz entscheiden zu können, ob er ein düsteres Fantasy-Epos oder eine selbstironische Actionkomödie sein will – und schafft es auch in keinem der beiden Bereiche wirklich zu überzeugen. Die dramatischen Momente bleiben zu flach, während die humorvollen Einlagen nur bedingt zünden.

Visuell punktet „Mortal Kombat II“ mit einem historischen Setting

Dabei zeigt der Film gerade im visuellen Bereich eindrucksvoll, welches Potenzial in dieser Welt steckt. Die an das historische Japan angelehnten Schauplätze – geprägt von traditionellen Kominka und sorgfältig gestalteten Kulissen – erzeugen eine dichte, beinahe greifbare Atmosphäre.

In Verbindung mit der Detailverliebtheit bei Kostümen, Architektur und Landschaften entsteht so eine stimmige visuelle Welt, die dem Film eine eigene Identität verleiht und über reinen Fanservice hinausgeht. Immer dann, wenn er sich Zeit nimmt, diese Umgebung wirken zu lassen, entfaltet sich genau jene immersive Qualität, die man sich von einer Videospielverfilmung wünscht.

Auch die Action profitiert davon. Sobald der Film sich auf seine eigentliche Handlung und richtige Kämpfe konzentriert, gewinnt er spürbar an Energie. Die Auseinandersetzungen wirken dynamischer und physischer als im Vorgänger, ohne dabei völlig in hektischer Schnittwut unterzugehen.

Kitana bereitet sich mit ihren Fächern in der Hand auf einen Kampf vor.
„Mortal Kombat II“ läuft ab dem 7. Mai in den Kinos. Foto: Warner Bros.

Lohnt sich der Kinobesuch?

So bleibt am Ende ein Film, der zwar größer, aufwendiger und visuell beeindruckender als sein Vorgänger ausfällt, sich aber immer wieder selbst im Weg steht. Die schwankende Tonalität, die erzählerischen Brüche und ein Humor, der selten wirklich zündet, verhindern, dass „Mortal Kombat II“ sein volles Potenzial entfaltet.

Dennoch steckt in vielen Momenten genau jene Version des Films, die diese Reihe eigentlich sein könnte: düster, atmosphärisch und kompromisslos unterhaltsam.

Für einen Kinobesuch gilt daher: Wer mit den Spielen vertraut ist oder generell Freude an dieser Welt und ihren Figuren hat, bekommt solide Abendunterhaltung geboten. Als reiner Actionfilm ohne Nostalgiebezug oder Franchise-Interesse funktioniert er jedoch nur bedingt und lässt in seiner erzählerischen und tonalen Konsequenz zu oft Luft nach oben.

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