„Menschenunwürdig“: Dunja Hayali äußert sich nach Spahn-Rücktritt zu Debatte um Leihmutterschaft
Dunja Hayali meldet sich zur Debatte um Leihmutterschaft zu Wort. Nach Jens Spahns Rücktritt kritisiert sie vor allem den Ton.

Die Diskussion um Leihmutterschaft reißt nach dem Rücktritt von Jens Spahn als Unionsfraktionschef nicht ab. Nun hat sich auch Dunja Hayali zu Wort gemeldet. In einem Instagram-Video mahnt die ZDF-Moderatorin zu mehr Sachlichkeit und kritisiert einige Reaktionen auf die Debatte scharf.
Dunja Hayali spricht über Debatte um Leihmutterschaft
Eigentlich habe sie das Thema gar nicht aufgreifen wollen, schreibt Hayali zu ihrem Reel, das sie selbst als „Abwaschvideo“ bezeichnet. Nach allem, was sie dazu gelesen habe, halte sie eine ruhige gesellschaftliche und politische Debatte jedoch für sinnvoll.
Gleichzeitig macht sie klar, dass es für sie keine Frage ist, die sich vorschnell beantworten lässt. „Das ist kein Hopplahopp-Thema“, findet die 52-Jährige.
In ihrem Video appelliert Hayali deshalb an einen respektvollen Umgang. Über Leihmutterschaft müsse „mit Anstand, Respekt, Empathie und möglichst ohne Polemik und Schuldzuweisungen“ gesprochen werden.
Dabei erinnert die Moderatorin auch daran, dass Menschen, die selbst durch eine Leihmutterschaft geboren wurden, die aktuelle Diskussion mitverfolgen.
Nach Jens Spahns Rücktritt: Hayali nennt Argumente beider Seiten
Die Debatte hatte neuen Auftrieb bekommen, nachdem bekannt geworden war, dass Jens Spahn und sein Ehemann mithilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden sind. Spahn geriet daraufhin politisch unter Druck und legte schließlich den Vorsitz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion nieder.
Hayali selbst legt sich inhaltlich nicht auf eine Seite fest. Sie verweist stattdessen auf unterschiedliche Argumente. Auf der einen Seite stehen für sie etwa Missbrauch, mögliche Ausbeutung und medizinische Risiken, auf der anderen die Selbstbestimmung der Frau.
Auch die Frage, ob Leihmutterschaft in Deutschland unter strengeren Regeln und mit entsprechenden Schutzmaßnahmen möglich sein könnte, gehöre für sie zu einer offenen Diskussion.
Für Hayali haben dabei sowohl eine christliche Perspektive als auch eine progressiv-liberale Sicht ihre Berechtigung. „Es ist eben nicht immer alles schwarz-weiß“, sagt sie.
Dunja Hayali kritisiert Äußerungen als „menschenunwürdig“
Besonders deutlich wird Hayali beim Ton der aktuellen Auseinandersetzung. Einige Aussagen gehen ihr offenbar zu weit. „Es ist schlimm, was manche Leute da raushauen“, sagt sie und bezeichnet Teile der Debatte als „menschenunwürdig“.
Statt pauschaler Urteile wünsche sie sich, verschiedene Lebensrealitäten mitzudenken. Dazu zählt sie auch heterosexuelle Paare mit unerfülltem Kinderwunsch. Ebenso könnten Themen wie die Eizellenspende Teil einer breiteren Diskussion sein.
Am Ende bleibt für Hayali vor allem eines entscheidend: Das Thema sei zu vielschichtig für schnelle Urteile und einen reinen „Haudrauf“-Ton.
Viele teilen Hayalis Einschätzung
Unter ihrem Beitrag stößt Hayali auf viel Zustimmung. „Sehr gut zusammengefasst, danke!“, schreibt eine Nutzerin. Andere loben vor allem, dass die Moderatorin das sensible Thema behutsam angeht und unterschiedliche Sichtweisen berücksichtigt.
Auch Hayalis zurückhaltende Art, keine einfache Antwort vorzugeben, kommt gut an. Viele teilen offenbar ihre Einschätzung, dass die Debatte zu komplex ist, um sie nur aus einer Perspektive zu betrachten.
Mit ihrem Beitrag setzt Hayali damit vor allem auf eines: mehr Sachlichkeit in einer Diskussion, die zuletzt stark polarisiert hat.
Quellen
Instagram: @dunjahayali






