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"Deutschland sucht den Superstar" | Meinung: RTL scheitert am Wendler-Gate

"Deutschland sucht den Superstar"-Sender RTL und ihr Umgang mit Verschwörungstehroetiker Michael Wendler.

Michael Wendler bei DSDS 2021
Deutschland sucht den Superstar: Michael Wendler als Jury-Mitglied bei RTL Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius

Es ist schon ein wenig ironisch, dass Michael Wendler, der vom Deutschen Finanzamt monatlich Briefe mit Forderungen wegen nicht gezahlter Steuern zugestellt bekommt, in Florida quasi untergetaucht ist, und dann auch noch bei „Deutschland sucht den Superstar“ geblurrt - also unkenntlich gemacht – wird.

Schauspieler Lars Eidinger ("25 km/h"), der eine hohe Affinität zur Fotografie vorweist und gerne intelligente Alltags-Schnappschüsse teilt, postete kürzlich ein Foto der DSDS-Jury. Darauf deutlich nicht zu erkennen: Michael Wendler. Verpixelt, unscharf und stumm. Darunter der einfache wie geniale Titel: „Deutschland sucht den Superstar“.

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RTL scheitert am Wendler-Gate

Man muss sich wirklich die Frage stellen, ob das was RTL da mit einem Menschen macht, wirklich richtig ist. Denn hier wird ein Individuum aufgrund seiner Meinung öffentlich an den Pranger gestellt. Zur Erinnerung: Die einzelnen Episoden der DSDS-Castingrunde schauen im Schnitt über 1,5 Millionen Leute. Das entspricht einem Marktanteil von etwa 20 Prozent. 

Dass der KZ-Vergleich von Michael Wendler maximal daneben war, steht außer Frage. Im gesamthistorischen Kontext unserer Bundesrepublik sind Begriffe, die eindeutig mit dem Holocaust in Verbindung stehen, ohnehin mit Sorgfalt zu verwenden. Deutschland augrund seiner Poltik mit den Corona-Maßnahmen dann als ein Konzentrationslager (KZ) zu bezeichnen, ist schlichtweg gedankenlos und infantil. Besonders weil Michael Wendler als Person des öffentlichen Interesses eine Vorbild-Verantwortung trägt.

Auch als gelernter Speditionskaufmann, muss Michael Wendler wissen, dass man nicht unbedacht mit NS-Vergleichen um sich wirft. Er hätte sich danach auch hinstellen können und sagen "Sorry, das war total dumm von mir". Aber stattdessen kam das, was von ihm immer kommt: "Ich habe das gar nicht so gemeint"-Statements, Schuldzuschiebungen (die böse Presse) und das von sich Weisen von Verantwortung. 

Es steht aber auch der Verdacht im Raum, dass Michael Wendler mit einem Kalkül zu derartigen Mitteln gegriffen hat. Damit RTL ihn aus der Sow schneiden muss. Denn was der Sender mit dem Schlagerstar gemacht hat, war auch nicht richtig. Noch vor dem KZ-Skandal hatte RTL es sich nämlich vorgenommen, Michael Wendler die komplette Casting-Etappe mit Hilfe des Schnitts ordentlich durch den Kakao zu ziehen, und sich über den Musiker lustig zu machen. In anderen Kreisen bezeichnet man dies als Mobinng. 

Und Mobbing war in der Schule schon uncool und falsch, und ist es auch in den Medienlandschaft unserer Bundesrepublik. Gerade wenn ein Mensch wie Michael Wendler auftritt, gilt es sich nicht auf dessen Niveau herunter zu begeben, Größe zu zeigen und diesem mit seinem Verhalten zu zeigen wie man es richtig macht. RTL ist daran leider gescheitert.

 

Die Vorbildfunktion eines Leitmediums:

Dabei ist es gerade bei der Persona Michael Wendler so einfach auf der moralisch richtigen Seite zu stehen. Konsequenter wäre es von dem Privatsender gewesen, die kompletten Szenen mit der Jury rauszuschneiden, lediglich die Geschichten der Teilnehmer zu erzählen und dann die Trauer oder die Freude, je nach dem ob sie es in den Recall geschafft haben oder nicht.

So hätte RTL das Wendler-Bashing vermeiden können. Der Sender hätte in den sauren Apfel gebissen, in der Castingrunde auf die Jury verzichten zu müssen und Dieter Bohlen und Co. hätten finazielle Entschädigungen gezahlt bekommen. Und Mcihael Wendler? Diesem hätte man anderweitig juristisch zur Verantwortung ziehen können. Aber RTL verhält sich beim Wendler-Gate wie ein kleines Kind,  das sich im Stich gelassen fühlt, sauer ist und auf Rache sinnt. 

Ein Kommentar von Lennart Schwenck

 

 



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