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"Mass Effect Legendary Edition": Das Remaster der Trilogie im Test!

Endlich ist die "Mass Effect Legendary Edition" für Konsolen und PC erhältlich. Wir haben schon einige Stunden mit Shepard & Co verbracht. Das sind unsere Testeindrücke!

Mass Effect Legendary Edition
Die "Mass Effect Legendary Edition" ist seit dem 14. Mai erhältlich. Ob sich das Remaster der Reihe lohnt, erfahrt ihr in unseren Testeindrücken! Foto: EA / Bioware
Inhalt
  1. Mass Effect Legendary Edition – Die großen visuellen Veränderungen im Visier
  2. Mass Effect Legendary Edition – Weitere Neuerungen | Was hat sich sonst noch getan?
  3. Mass Effect Legendary Edition – Sind die Spiele auch heute noch zeitgemäß?
  4. Lohnt sich die "Mass Effect Legendary Edition"?

Die ersten Momente mit der "Mass Effect Legendary Edition" waren fast ähnlich emotional, wie dieser Augenblick, als ich meinen Sci-Fi-Lieblingsfilm "Blade Runner" das erste Mal im Final Cut auf der großen Leinwand sehen konnte: Schon nach wenigen Sekunden hatte mich Ridley Scotts Zukunftsvision mit ihrem unglaublichen Vangelis-Soundtrack und der schieren Bildgewalt in den Bann gezogen und bis zum Schluss nicht losgelassen. Den Startbildschirm von "Mass Effect 1" zu sehen, den Charakter-Editor endlich wieder zu bedienen und die ersten Momente auf Eden Prime, der Citadel oder der Normandy haben eine ähnliche wunderbare Mischung aus Nostalgie und Anerkennung bei mir ausgelöst. Und auch direkt die größte Sorge um das Remake der exzellenten Rollenspiel-Trilogie von Bioware genommen: Dieses "Mass Effect" ist genau DAS "Mass Effect", das viele von uns irgendwann Ende der 2000er Reihe kennen und lieben gelernt haben. Doch wie unterscheidet sich die "Mass Effect Legendary Edition" von der ursprünglichen "Mass Effect"-Trilogie? Und lohnt sich das Upgrade? Das versuchen wir euch in den nächsten Abschnitten zu erklären.

Hier findest du Mass Effect Legendary Edition für PC | Xbox One

 

Mass Effect Legendary Edition – Die großen visuellen Veränderungen im Visier

Der erste Teil der "Mass Effect"-Reihe hat mittlerweile fast 14 Jahre auf dem Buckel. Zwar gilt das Spiel für viele „Mass Effect“-Fans vor allem wegen seines stärkeren RPG-Einschlags und der Story, die vor allem in der zweiten Spielhälfte richtig Gas gibt, als eines der großen Highlights der Reihe, doch die eher klobigen Action-Spielmechaniken und die audiovisuelle Ebene gehörten im Vergleich zu "Mass Effect 2" und "Mass Effect 3" dann doch eher zu den Schwachpunkten. Als BioWare das Remaster zur "Mass Effect Legendary Edition" ankündigte, spielte das Studio zumindest kurze Zeit mit der Idee die Reihe von Unreal Engine 3 auf Unreal Engine 4 upzudaten, wie uns Game Director Mac Walters hier im Interview verriet, und den Spielen damit auch möglicherweise einen komplett anderen und moderneren Look zu verpassen. Doch letztendlich entschied man sich dagegen, auch weil man die Reihe neben einer aufpolierten 4K-Auflösung mit 60 bzw. 120 Bildern pro Sekunde auch größtenteils so präsentieren wollte, wie "Mass Effect"-Fans sie in Erinnerung hatten.

Die Veränderungen der Mass effect Legendary Edition
Die Charakterdetails kommen deutlich besser zur Geltung!      Foto: EA / Bioware

Und vor allem "Mass Effect 1" macht in der Legendary Edition einen großen Sprung nach vorne: Das zeigt sich schon in den ersten der zahlreichen Naheinstellungen, in denen Details und Texturen der vielen verschiedenen Figuren deutlich besser zur Geltung kommen und dank der höheren Auflösung auch aufpolierter wirken. Besonders eindrucksvoll zeigt sich das bei unseren ME-Lieblingen wie Wrex, bei dem selbst die kleinsten Details seiner imposanten Erscheinung zur Geltung kommen oder unserem Squad-Liebling Garrus. Visuell deutlich aufbereitet wurden auch die einzelnen Welten, wie bspw. zu Beginn des ersten Spiels Eden Prime: Der rotstichige und dunkle Umgebungston wurde ersetzt durch eine deutlich sonnendurchflutete Spielwelt, in der viel mehr Umgebungsdetails zu sehen sind und durch ein neu gesetztes Tageslicht auch deutlich mehr Fernsicht bietet. Tatsächlich ist auffällig, dass die "Mass Effect Legendary Edition" vor allem im ersten Spiel einen anderen visuellen Fokus aufweist, da deutlich mehr Lichtquellen gesetzt wurden. Das hilft dem Spiel enorm, um eben besagte Texturen und Umgebungsdetails zu akzentuieren, doch driftet hin und wieder auch in eine Art Künstlichkeit ab: Das zeigt sich vor allem in der Citadel, die wie bereits besprochen, zwar deutlich aufpoliert wirkt, doch wegen der extrem "aufgehellten" Umgebungsdetails auch ein stückweit zu clean und künstlich.

Teil 2 und 3 waren de facto technisch schon immer deutlich weiter als der Ursprung der "Mass Effect"-Reihe, weshalb die visuellen Änderungen nicht ganz so schwer ins Gewicht fallen. Trotzdem holt die "Legendary Edition" noch einmal etwas mehr Details aus den visuell beeindruckenden Action-RPGs heraus, was auch an der deutlich besseren Performance liegt: Auf PS4 und Xbox One spielt ihr in Full HD-Auflösung mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde im Performance-Modus, was das Spielgeschehen deutlich verbessert. Wir haben das Spiel auf einer PlayStation 5 getestet, die im Quality-Modus 4K-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde bietet. Das Spielgeschehen läuft auch größtenteils flüssig und stabil: Kleinere Framerate-Einbrüche hatten wir lediglich in größeren Action-Sequenzen mit vielen Effekten. Die Ladezeiten (und Fahrstuhltrips) sind auf der PS5 angenehm kurz, wenn auch nicht ganz so blitzschnell, wie wir es von modernen PS5-Titeln teilweise schon gewohnt sind. Visuell hatten wir hin und wieder jedoch mit kleineren Glitches und Bugs zu kämpfen, die jedoch tatsächlich nur vereinzelt eintraten und das Spielgeschehen zu keiner Zeit nachhaltig beeinflusst haben.

 

Mass Effect Legendary Edition – Weitere Neuerungen | Was hat sich sonst noch getan?

Neben den angesprochenen visuellen Upgrades schnürt die "Mass Effect Legendary Edition" ein verdammt attraktives Paket, das sowohl Neueinsteiger als auch Fans zufriedenstellen sollte. So sind nämlich alle (bis auf einen) DLCs ins Spiel direkt eingebunden und sollten selbst "Mass Effect"-Kennern viele Stunden zusätzlichen Spielspaß bieten. Daneben wurde der Charakter Editor für alle drei Spiele angepasst und etwas erweitert: Fans von "Mass Effect 3" wird es freuen, dass im Zuge der Vereinheitlichung auch die standardisierte „Female Shepard“ aus ME3 von Beginn an zur Verfügung steht.

Weitere Tweaks, die vor allem für „Mass Effect 1“ vorgenommen wurden, betreffen die Anpassung der HUDs, die verbesserte Mako-Steuerung (keine Angst, er steuert sich glücklicherweise noch immer sehr gewöhnungsbedürftig) sowie die angepasste Controller-Steuerung. Die macht die Actionpassagen in "Mass Effect 1" etwas angenehmer, auch wenn man keinesfalls die Flüssigkeit eines Deckungsshooters à la "Gears of War" erwarten darf. Grundsätzlich sind aber viele weitere "Quality of Life"-Features enthalten, wie bspw. die vereinfachte Waffen-Auswahl eures Squads, der nicht mehr ewige Cooldown eures Medi-Gels uvm. Schade, aber verständlich: Der großartige Multiplayer von „Mass Effect 3“ ist in der „Legendary Edition“ leider nicht integriert.

 

Mass Effect Legendary Edition – Sind die Spiele auch heute noch zeitgemäß?

Mass Effect Legendary Edition
Sind die "Mass Effect"-Spiele auch heute noch so reizvoll wie damals? Foto: Electronic Arts

Wie schon erwähnt, erschien der 1. Teil der „Mass Effect“-Reihe im Jahr 2007. Und trotz des futuristischen Settings hat der Zahn der Zeit natürlich schon etwas an der Reihe genagt, was vor allem an den eher dürftigen Actionpassagen von „Mass Effect 1“, der mäßigen KI der Gegner und der meist ziemlich leeren Neben-Planeten, die man mit dem Mako nach Rohstoffen & Co. abgrasen kann. Darüber hinaus braucht gerade "Mass Effect 1" einige Zeit, damit der Plot um Shepard und die Bedrohung durch die Reaper in Gang kommt. Doch trotz dieser Mankos: „Mass Effect 1-3“ bieten auch heute noch ein außergewöhnliches Spielerlebnis, das ihr nicht verpassen solltet.

Das liegt auch daran, dass BioWare hier an der absoluten Spitze ihrer Kreativität agiert hat und eine epische Geschichte erzählt, in denen eure Entscheidungen tatsächlich nachhaltige Auswirkungen haben. Das Gesamtkonstrukt aus Story, großartigen Figuren, fantastischem Lore und einem der wohl großartigsten Sci-Fi-Soundtracks aller Zeiten ist auch heute noch absolut zeitlos.

 

Lohnt sich die "Mass Effect Legendary Edition"?

Diese Frage muss natürlich jeder und jede für sich beantworten, doch unserer Meinung nach gehört die „Mass Effect“-Reihe immer noch zu besten Sci-Fi-RPGs aller Zeiten. Das Storytelling, das sich über die komplette Trilogie zieht, die großartigen Figuren, die ihr kennenlernt und die vielen Welten, die ihr im Verlauf der Reihe besucht, sorgen für ein unglaublich dichtes Spielerlebnis, das auch heute nichts von seiner einstigen Faszination eingebüßt. Die "Legendary Edition" bringt die Reihe in der nicht nur besten technischen Fassung bisher heraus, sondern integriert auch alle bisher vorhandenen DLCs organisch ins Spielgeschehen. Dazu hält das Remaster meist sinnvolle Verbesserungen und Tweaks sowie nachvollziehbare Änderungen bereit. Lediglich einige Bugs und Glitches sind uns während des Spielgeschehens aufgefallen und die etwas zu "künstliche" Licht- und Schattensetzung war nicht immer ganz nach unserem Geschmack. Doch das sind nur marginale Kritikpunkte: Wer die „Mass Effect“ neu erleben möchte oder mit Shepard & Co. noch einmal in die Sci-Fi-Saga abtauchen möchte, kommt an der "Mass Effect Legendary Edition" nur schwer vorbei.

Die Mass Effect Legendary Edition ist seit dem 14. Mai für Xbox One und Playstation 4 mit optimierter Aufwärtskompatibilität für Xbox Series X|S und Playstation 5 sowie für PC via Origin, EA Desktop App und Steam erhältlich. Einen Trailer seht ihr hier:

 

Test: David Rams



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