Fernsehen

Mario Barth: Nach heftiger Blamage kassiert der Comedian einen 'Shitstorm'

In „Mario Barth deckt auf!“ unkte Barth über Fahrverbote für Dieselfahrzeuge. Nach der Verbreitung von Fehlinformationen erntet er nun einen 'Shitstorm'.

In "Mario Barth deckt auf!" verbreitet Barth Fehlinformationen - (v.l.) Mario Barth, Joachim Llambi, Ilka Bessin, Florian König, Reiner Holznagel
Mario Barth: Nach heftiger Blamage steht Mario Barth in der Kritik. Foto: (v.l.) Mario Barth, Joachim Llambi, Ilka Bessin, Florian König, Reiner Holznagel in "Mario Barth deckt auf!" Foto: TVNOW / Sebastian Drüen

Mario Barth deckt auf!“ behauptet der Titel einer RTL-Show mit Mario Barth, in der der Komiker, der sein Geld hauptsächlich mit Geschlechter-Klischees verdient, der "Verschwendung von Steuergeldern" auf den Grund gehen will. Kritiker des Formats bezweifeln schon länger, dass hier wirklich etwas „aufgedeckt“ wird.

In der letzten Folge der Sendung trat Mario Barth nun wieder einmal ins „Investigativ“-Fettnäpfchen. Sein großes Thema am vergangenen Mittwochabend: Die Schadstoffbelastung durch Dieselfahrzeuge. Barth wollte der Frage nachgehen, ob das Problem wirklich so gravierend ist, wie es von Umweltexperten und Politikern dargestellt wird. An und für sich eine legitime Frage.

Dann sorgte allerdings eine Behauptung Barths und seiner "Super-Experten" für Aufregung. Der Grund: Sie wurde schon längst widerlegt. Barths Theorie lautete (und dabei handelt es sich um eine nicht korrekte These die Ende letzten Jahres auf Facebook die Runde machte), Kerzen erzeugten mehr Stickoxide als Diesel.

Auch das Online-Portal „Bento“ stieß sich an der Behauptung und ging der Sache auf den Grund. „Bei der Diskussion um Stickoxide geht es um den EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Im Jahresdurchschnitt sollte dieser nicht überschritten werden. Diesen Wert hat die EU nicht ‚einfach so‘ festgelegt, wie es der Physiker und ‚Super-Experte‘ Michael Schreckenberg Mario Barth erzählt. Der Grenzwert beruht in Wahrheit auf einer Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO)“, schreibt das Newsportal und beruft sich dabei wiederum auf „Spiegel Online“.

 

Mario Barth unterläuft in "Mario Barth deckt auf!" ein kolossaler Denkfehler

Damit jedoch noch nicht genug, denn Mario Barths Kerzen-vs-Diesel-Recherche fußte auch allgemein auf einem Denkfehler. Der Comedian zündete eine Adventskerze an, hielt das Messgerät direkt über die Flamme und kam so auf einen Wert von 75 Mikrogramm Stickstoffdioxid. Direkt über der Flamme mag dieser Wert zwar wirklich erreicht werden, der Grenzwert von Stickoxiden bezieht sich jedoch auf einen Kubikmeter Luft.

„Die Gase verteilen sich in der Luft, weshalb auch der gesamte Raum mitgezählt werden muss. In einem 20 Quadratmeter großen Raum mit drei Meter hohen Decken müssten deswegen 2400 Mikrogramm Stickoxid ausgestoßen werden, damit der Grenzwert erreicht wird“, schreibt „Bento“. Zudem gebe es Studien, die belegen, dass es einen entscheidenden Unterschied mache, ob die Stickoxide im Freien oder in einem geschlossenen Raum ausgestoßen würden, so das Portal weiter.

Noch nicht nur „Bento“ stößt sich an Barths fehlerhafte Analyse. Auch auf Twitter erntete der Comedian mächtig Kritik. „Und weiter geht die Fahrt... Mario Barth weiß eben ganz genau, wer sein Zielpublikum ist. Die weißen Männer, die sich mit dem Diesel identifizieren und sich persönlich durch Fahrverbote verletzt fühlen... Die "Redaktion" von Mario beherrscht ihr Zielgruppenmarketing perfekt“, schreibt ein User.

„Nach 100 Lungenärzten die nicht rechnen können müssen nun Mario Barth und die FDP hinhalten, um ein gutes Wort für den #Diesel einzulegen. Die Lage muss verzweifelt sein“, meint ein anderer.

 


Tags:
Das könnte Sie auch interessieren
TV Movie empfiehlt
Weihnachtsaktion!
14 Monate Lesevergnügen verschenken - nur 12 Monate zahlen! Das Abo endet automatisch - keine Kündigung notwendig!