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"Mamma Mia 2" | Interview mit Amanda Seyfried: So war das Kennenlernen mit Cher

"Mamma Mia 2": "Als ich von der Fortsetzung hörte, fing ich an zu weinen" | Interview mit Amanda Seyfried
Amanda Seyfried wurde vor den Dreharbeiten zu "Mamma Mia 2" Mutter einer Tochter. Foto: Getty Images

Als "Mamma Mia" vor genau zehn Jahren zum Mega-Erfolg wurde, war Amanda Seyfried, heute 31, gerade einmal süße 21 Jahre alt und stand am Anfang ihrer Karriere. Jetzt kehrt der Hollywood-Star mit der Fortsetzung "Mamma Mia 2" zurück in die Kinos.

Nicht nur Amanda Seyfried schlüpft wieder in die Rolle der Sophie, auch alle anderen Stars aus dem Original sind wieder mit dabei. Im Musical-Sequel trifft Vergangenheit auf Gegenwart, denn während Sophie versucht den Lebenstraum ihrer Mutter Donna (im ersten Teil gespielt von Meryl Streep) wahr werden zu lassen, erfährt der Zuschauer in Rückblenden, wie die junge Donna (Lily James) die drei Männer in ihrem Leben kennelernte, die im ersten Teils als Sophies potentielle Väter in Frage kommen.

 

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Für Amanda Seyfried waren die Dreharbeiten zur Fortsetzung eine besonders emotionale Erfahrung, denn die Schauspielerin wurde kurz zuvor Mutter einer Tochter. Im Interview mit "TV Movie Online"-Redakteurin Constanze Lerch sprach der Hollywood-Star über ihre neue Rolle als Mutter und entscheidende Veränderungen in den letzten zehn Jahren.

TV Movie Online: Was hat sich für dich in den zehn Jahren seit dem ersten "Mamma Mia!"-Film verändert?

Amanda Seyfried: Ich bin durch meine ganzen 20er gegangen! Mein Wesen ist immer noch dasselbe. Aber ich denke, meine Prioritäten haben sich verändert und ich filtere meine Aussagen jetzt mehr.  

Was genau meinst du damit?

Ich habe immer gedacht, je mehr Informationen ich von mir preisgebe, desto nahbarer wirke ich und desto mehr werde ich verstanden. Denn es ist mein Instinkt, dass ich verstanden werden möchte. Deshalb habe ich oft das gesagt, was mir durch den Kopf ging. Aber ich habe dabei nicht die Person gegenüber berücksichtigt. Vielleicht muss oder will diese Person das gar nicht wissen. Ich möchte immer eine Verbindung zu jemanden herstellen. Aber wenn man in einem Geschäft wie diesem aufwächst, dann merkt man, dass Interviews wie diese sehr einseitig sind. Ich erfahre nicht, wie viele Kinder jemand hat oder wo er herkommt. Und das verstehe ich. Das ist Teil des Jobs. Deshalb versuche ich mich in Situationen wie diesen wohlzufühlen. Es gibt Informationen, die ich einfach nicht teilen muss, über meinen Ex-Freund zum Beispiel.

Die Dreharbeiten zu "Mamma Mia 2" begannen fast direkt nach der Geburt deiner Tochter. Deine Rolle Sophie ist im neuen Film schwanger. Konntest du dich dadurch noch stärker mit ihr identifizieren?

Oh ja, total. Der Zeitpunkt des neuen Films war einfach ein Wunder. Ich habe wirklich nicht gedacht, dass wir eine Geschichte kreieren könnten, die es wert wäre, erzählt zu werden. Aber die wirklich klugen Drehbuchautoren dieses Streifens haben es geschafft, eine noch schönere Geschichte zu schaffen als im ersten Teil. In diesem Film sehen wir mehr vom Kontext und das ist vor allem für Fans der Figuren toll.

 

Amanda Seyfried: "Meine Prioritäten haben sich verändert"

Was war deine erste Reaktion, nachdem du gehört hast, dass es einen zweiten Teil geben wird?

Es war an dem Tag, an dem ich aus dem Krankenhaus nach Hause kam. Und ich sitze da in meinem Sessel und stille meine Tochter, bin noch völlig überwältigt und dann höre ich solch große Neuigkeiten. Ich konnte es einfach nicht glauben. Meine Managerin rief mich an und ich fing an zu weinen. Es waren ehrlich gesagt keine glücklichen Tränen. Ich musste herausfinden, wie das in mein jetziges Leben passen soll. Dinge in deinem Leben haben einen ganz anderen Stellenwert bekommen und deine Prioritäten haben sich verändert. Zum Glück hatte ich genug Zeit, um an einen Punkt zu kommen, an dem ich meine Tochter für acht bis zehn Stunden zurücklassen konnte und damit einverstanden war. Sie war außerdem ständig Teil des Ganzen, denn sie war jeden Tag am Set mit mir. Jeder hat sie geliebt. Als Sophie konnte ich dann die Erfahrung, die ich gerade erst erlebt hatte, noch einmal durchleben. Es war so emotional und alles in allem perfekt.

Welche Wirkung hat ABBA-Musik auf die Menschen deiner Meinung nach?

Es ist einfach befreiend. Wenn die Musik anfängt, dann fühlst du das, was du gerade fühlst, noch mehr. Wenn du ruhig bist und einfach eine gute Zeit hast, dann hilft dir die Musik dabei, noch entspannter zu sein. Am Ende vom ersten Teil von "Mamma Mia" wollten alle tanzen, denn "Waterloo" ist einfach ein cooler Song. Lieder wie diese verbinden uns, denn Musik ist eine Sprache, die wir alle sprechen. ABBA-Musik ist einfach spaßig und macht glücklich. Bei den Balladen, von denen wir in diesem Film einige haben, fühlst du dich mit dir selbst verbunden, wirst vielleicht auch emotional, aber das ist auch ein schönes Gefühl.

Amanda Seyfried als Sophie in "Mamma Mia 2". Foto: Universal Pictures

Was ist dein Lieblingssong in diesem Film?

"I’ve been waiting for you" – ein so toller Song. Sie haben den Songtext etwas verändert, damit er zur Geschichte passt. Natürlich hatte Benny [Andersson, ABBA-Mitglied] die Idee dazu. Diese Nummer einzustudieren mit dem Hintergrund, dass ich in Meryl Streeps Fußstapfen trete mit Julie [Walters] und Christine [Baranski] an meiner Seite, die ich vergöttere und die mich als Amanda und Sophie haben erwachsen werden sehen, diese ganz besondere Beziehung, das war einfach fantastisch.

Im Film hast du drei Väter. Welchen hättest du selbst gerne?

Es würde von den Umständen abhängen. Wenn ich ein gebrochenes Herz hätte, würde ich bei Pierce Brosnan Halt suchen. Wenn ich gerade ein super spannendes Buch über Psychologie oder Soziologie gelesen hätte, würde ich mit Stellan Skarsgård reden wollen. Und wenn ich stundenlang lachen wollen würde, würde ich mich an Colin Firth wenden. Sie sind alle sehr witzig und verstehen sich so gut, es ist total süß. Sie hätten sie sehen sollen, wenn sie zusammen sind!

 

Amanda Seyfried: Darum möchte sie nicht, dass ihr Tochter Schauspielerin wird

Von wem warst du mehr eingeschüchtert – Meryl Streep oder Cher?

Meryl beim ersten Film und Cher beim zweiten (lacht). Mit Meryl habe ich den ganzen Film über zusammengearbeitet, also bin ich irgendwann damit klargekommen. Bei Cher war es so, dass ich keine Chance hatte, sie wirklich kennenzulernen, weil sie für ein oder zwei Wochen am Set war. Am zweiten Tag haben wir die Szene gedreht, in der wir zusammen an der Bar sitzen. Die Leute haben sich von uns beiden ferngehalten und dann waren es nur noch wir beide. Dadurch konnte ich sie etwas kennenlernen und sie ist eine total normale Person, sehr liebenswürdig und ehrlich.

Der Cast von "Mamma Mia 2". Foto: Getty Images

Wie ist Meryl mit deiner Tochter umgegangen?

Es war total süß! Du siehst einfach, dass sie total vernarrt in Kinder ist. Meiner Tochter hat schon eine Menge cooler Leute kennengelernt. Und sie hat keine Ahnung davon!

Würdest du dich freuen, wenn sie später auch im Filmbusiness wäre?

Ich weiß nicht, wie es ist, wenn sie mal älter ist. Das Business hat sich so stark verändert, seitdem ich angefangen habe. Vor zehn Jahren hatten wir noch nicht die Art von Internetverbindung, die wir heute haben. Damals war es echt schwer, an Informationen zu gelangen. Und in 20 Jahren, ich weiß nicht. Es entsteht immer mehr Druck, auch durch Social Media. Jeder fühlt es mittlerweile und das ist echt hart. Wahrscheinlich würde ich mir eher wünschen, dass sie etwas Anderes macht.

 
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