Serien

„Lucifer“-Staffel 4: Tom Ellis verrät Staffelfinale & den Inhalt der 5. Staffel

Seit 2016 ist Tom Ellis in der Serie „Lucifer“ als der Teufel zu sehen. Wir sprachen mit ihm über seine Rolle, die Kritik an der Show & das Staffel 4-Finale.

Interview zu Staffel 4 von "Lucifer": Tom Ellis über das Staffelfinale und Staffel 5
„Lucifer“ - Staffel 4: Tom Ellis über das Staffelfinale & den Inhalt der 5. Staffel | Interview. Bild: Frederick M. Brown/Getty Images

Nie zuvor wurde der Teufel so charismatisch, witzig und gutherzig dargestellt wie in der Fantasy-Serie „Lucifer“. Hauptdarsteller Tom Ellis spielt den bösen Buben mit so viel Charme und Witz, dass man sich glatt in ihn verlieben könnte – genau das Dilemma, in dem sich Detective Chloe Decker (Lauren German) in der Show befindet.

„TV Movie Online“-Redakteurin Anna Peters sprach mit Tom Ellis über Staffel 4 und konnte neben interessanten Details über die neuen Folgen in Erfahrung bringen, warum er US-Präsident Donald Trump scheinbar gerne an den Kragen gehen würde.

Du spielst Lucifer Morningstar nun bereits seit 4 Staffeln. Wie viel von ihm hat über die Jahre auf dich abgefärbt?

„Als meine Tochter den Teaser zu Staffel 4 gesehen hat, hat sie mich gefragt: ‚Wieso sprichst du in Lucifers Stimme, obwohl du da du selbst bist?‘ Mir war das gar nicht aufgefallen. Es gibt eine Grauzone, in der Tom endet und Lucifer anfängt. Es ist schwer, meine Arbeit nicht mit nach Hause zu nehmen. Aber nach ungefähr zwei Tagen ohne die Figur bin ich wieder ganz ich selbst.“ *lacht*

Das sagen Tom Ellis und die übrigen Darsteller über die Veränderung von ‚Lucifer‘ durch den Wechsel zu Netflix.

In der Show fragst du Menschen nach ihren dunkelsten, verborgensten Wünschen. Was ist deiner?

„Mein dunkelster, geheimster Wunsch würde mich ins Gefängnis bringen. Es hat mit den Politikern zu tun, die momentan am Zug sind. Dafür, dass ich den Teufel spiele, habe ich ein unglaubliches Verlangen danach, dass jemand gütiges das Sagen hat. Und ich habe nicht das Gefühl, dass das der Fall ist, vor allem in dem Land, aus dem ich komme [England] und in dem Land, in dem ich momentan lebe [den USA]. Das, was ich also gerne mit gewissen Leuten anstellen würde, ist mein düsterster innerer Wunsch, aber es wäre mir lieber, wenn es anders gelöst wird – auf legalem Wege.“ *lacht*

"Lucifer" kommt bei den Fans super an, es hat in der Vergangenheit aber auch Kritik gegeben. Vor allem von Leuten, die das Gefühl hatten, ihr nehmt ihren Glauben aufs Korn. Was steckt deiner Meinung nach dahinter?

„Ich glaube, es wäre naiv gewesen, zu denken, dass wir eine Show namens ‚Lucifer‘ machen können, ohne, dass manche Menschen sich daran stören. Aber diese Leute haben die Show nicht gesehen und das sagt viel über sie aus. Die schönsten Komplimente bekomme ich von gläubigen Menschen – nicht nur Christen, sondern Menschen, die eben irgendeinen Glauben haben. Die Show will Religion im Allgemeinen ja gar nicht aufs Korn nehmen, sie hat sogar etwas Spirituelles. Mir haben sogar schon Pastoren gesagt, dass die Ausschnitte aus der Serie benutzen, um im Gottesdienst Dinge verständlicher zu machen. Das war nicht unsere Absicht, aber es ist genauso wenig unsere Absicht, irgendjemandes Gefühle zu verletzten. Wir benutzen eben biblische Figuren, um eine Geschichte zu erzählen.“

Glaubst du denn selbst an Himmel u Hölle?

„Ich bin quasi in einer Kirche aufgewachsen. Aber in dieser Kirche ging es nie um die Hölle. Ich bewundere den Glauben meiner Familie; sie konzentrieren sich auf die guten Dinge - Liebe, Vergebung, Akzeptanz. Ich glaube nicht zwangsläufig an Himmel und Hölle und weiß eben nicht, was passiert [nachdem wir sterben]. Aber Dämonen und Engel – das sind einfach Personifizierungen, die die Menschen sich über die Jahre ausgedacht haben, um Dinge zu erklären, die sie nicht verstehen. Warum geschieht Gutes, wieso Schlechtes?“

Wie steht deine Familie zu deiner Rolle als Teufel?

„Sie sind sehr stolz. Man könnte meinen, da mein Vater und meine Schwester als Pfarrer arbeiten, lehnen sie meine Rolle ab, aber sie sehen die Show im richtigen Licht. Vor allem mein Vater freut sich einfach, dass meine Karriere gut läuft.“ *lacht*

Die Faszination für den Teufel ist nichts Neues. Vor allem in der Popkultur taucht er immer wieder auf und hat häufiger sogar etwas Sympathisches. Woran liegt das?

„Egal, ob du gläubig bist, oder nicht – jeder kennt den Teufel. Jede Kultur hat irgendeinen Sündenbock. Man braucht jemanden, dem man seine Schuld aufbürden kann. Es geht um die Klärung der Frage, woher das Böse kommt. In der heutigen Welt ist der Glaube allerdings nicht mehr ganz so zentral, die Welt ist liberaler geworden und nicht mehr so puritanisch, wie sie einst war, nicht mehr so streng unterteilt in Gut und Böse. Also kann man den Teufel jetzt als witziger darstellen, um Leute zu erreichen und sie zum Lachen zu bringen.“

"Lucifer" - Staffel 4: Lucifer Morningstar (Tom Ellis)
Bild: Amazon Prime Video

Lucifer entspricht genau diesem Bild. Er ist eine ambivalente Figur, manchmal gut und manchmal eben nicht…

„Lucifer ist in Staffel 4 mehr Dr. Jekyll und Mr. Hyde als jemals zuvor. Der Schmerz am Ende der 3. Staffel hat etwas in ihm ausgelöst. […] Das Monster in ihm wurde hervorgekitzelt und auf gewisse Weise hat er das genossen, aber gleichzeitig verzweifelt Lucifer fast an seinem Wunsch, dass Chloe ihn so akzeptiert, wie er ist – jetzt, wo sie weiß, wer er ist. Seine größte Angst ist, dass sie Angst vor ihm hat. Gleichzeitig ist da noch Eva, die ihn ermutigt, ‚teuflisch‘ zu sein. Aber wenn man versucht, immer jeden zufriedenzustellen, zerbricht man irgendwann daran…“

Was Tom Ellis auf die Frage antwortete, was Eva hat, das Chloe nicht hat, erfahrt ihr in diesem Artikel.

„Lucifer“ liegt ein wirklich ungewöhnliches Konzept zugrunde – die Show ist eine Mischung aus Crime, Fantasy, Comedy, mit einem schon fast zynischen Humor. Was ist dein Lieblingsaspekt?

Ich glaube, der Humor ist das Entscheidende. Die Figuren besonders ernst oder stoisch zu spielen, wäre irgendwie langweilig. […] Wir benutzen Humor um Situationen zu entschärfen und voranzutreiben. […] Wenn man mit den Figuren lacht, identifiziert man sich mit ihnen und wenn sie schwere Zeiten durchmachen, leidet man mit ihnen.“

Ist es also der wichtigste Teil oder nur eine entscheidende Zutat?

„Es ist ein entscheidender Teil. Die Serie hat viel Herz. Man feuert [Chloe und Lucifer] an und hofft, dass sie irgendwann zusammenkommen. Damit eine Show gut ist, musst du als Zuschauer für einer oder zwei Figuren mitfiebern können […] und wenn es um Liebe geht, drückst du ihnen eben die Daumen, dass sie zueinanderfinden. Deshalb sind wir jetzt hier und sprechen über die 4. Staffel.“

Auf Instagram kann man derzeit beobachten, wie du dich in Form bringst. Stichwort „#Deviltraining“. Bereitest du dich so auf Staffel 5 vor?

„Um eine Fußball-Analogie zu benutzen: Ich bin nicht die Art von Spieler, die auf der Bank rumsitzt und hofft, eingesetzt zu werden. Ich bin die Art, die an der Seitenlinie auf und abläuft und sich dehnt – vor den Augen des Managers - und immer wieder ruft: „Ich bin bereit, ich bin bereit.‘ Ich möchte gebraucht werden. Wir wissen noch nichts Näheres über Staffel 5, aber ich bin ohnehin an einen Punkt gekommen, an dem ich meinen Lebensstil geändert habe. Ich trainiere mittlerweile viel - für ‚Lucifer‘, aber auch für mich selbst. ‚#Deviltraining‘ benutze ich, weil ich den Hashtag witzig finde.“

Wie sollte Staffel 5 deiner Meinung nach aussehen? Lernen wir endlich Gott kennen, Lucifers Vater?

„Lass es mich so ausdrücken: Ich würde gerne da anknüpfen wo wir in Staffel 4 aufhören und in der Folgestaffel einen ganz bestimmten Aspekt näher ergründen. [Gott] lernen wir ganz sicher noch kennen. Gehört hat man ihn ja schon, man darf also gespannt sein, wie er aussieht.“

Was die Darsteller sonst noch zu Staffel 5 zu sagen haben, erfahrt ihr hier.

Lesley Ann-Brandt [alias Maze] und Kevin Alejandro [alias Dan] haben angedeutet, dass das Staffelfinale von Staffel 4 noch viel aufregender ist als das von Staffel 3 – was kommt da auf uns zu?

„Damit stimme ich überein. Diese Staffel hat einfach sehr gut funktioniert, weil sie so persönlich war. Alle Figuren müssen Krisen überwinden - sie sind im Krieg mit sich selbst und mit einander. Das gab es in dieser Form vorher noch nicht. Die Verflechtungen werden so viel verständlicher. Ich habe das Staffelfinale gerade erst gesehen und dachte mir: ‚Uff, das ist großartig!‘ Es wird den Leuten gefallen, aber sie werden mehr sehen wollen.“

Glaubst du, es wird dir eines Tages schwerfallen, aus dem Schatten des Teufels zu treten und andere Rollen zu spielen?

„Jetzt, wo die Staffeln kürzer sind, habe ich zwischendurch viel mehr Zeit – die hatte ich in den letzten Jahren nicht. Ich freue mich, jetzt auch neue Projekte anzugehen. Zwischen Staffeln 3 und 4 habe ich am Set einer [anderen] Show gearbeitet und es hat wirklich Spaß gemacht und mich daran erinnert, dass ich als Schauspieler auch andere Rollen spielen kann. Aber ich liebe ‚Lucifer‘ und ich werde es so lange machen, wie die Leute es sehen wollen!“

Seit dem 9. Mai ist "Lucifer", Staffel 4 in Deutschland auf Amazon Prime Video zu sehen!

 


Tags:
Das könnte Sie auch interessieren
TV Movie empfiehlt