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Lenny Kravitz und Curtis Harding: Souliges Vorspiel und Rock-Höhepunkt

Lenny Kravitz beendete am 25. Juni seine Deutschland-Tour zu „Raise Vibration“ in der Lanxess-Arena in Köln. „Tv Movie Online“ war live dabei.

Lenny Kravitz Tour 2018
Lenny Kravitz und Curtis Harding: Souliges Vorspiel und Rock-Höhepunkt Foto: Mathieu Bitton

Lenny Kravitz altert einfach nicht. Und seine Songs tun das genauso wenig. Kein Wunder also, dass der Tour-Abschluss seiner „Raise Vibration“-Tour in der Lanxess-Arena in Köln zum Mehr-Generationen-Treffen wurde. „Seid ihr nicht ein bisschen zu jung für diese Musik?“, fragt uns ein alter Hase, der nebenan im Publikum sitzt. „Für gute Musik kann man gar nicht zu jung sein,“ kontert meine Begleitung. Ob man mit 30 Jahren noch als jung gilt, mag strittig sein, dass Lenny Kravitz gute Musik macht, eigentlich nicht.

Wer sich eine Karte für eines seiner Konzerte kauft, wird nicht enttäuscht. Auch mit seinen 54 Jahren ist Kravitz noch ausdauernd, leidenschaftlich und sexy wie eh und je.

Der Rockmusiker aus Brooklyn hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die „Message of Love“ zu verbreiten. Das gelingt ihm auch auf dem letzten seiner vier Deutschland-Konzerte in Köln ganz vorzüglich.

Lenny Krevitz "Raise Vibration"-Tour
Foto: ALFREDO ESTRELLA/AFP/Getty Images

Mit „Fly Away“ beginnt sein Auftritt und die Fans lassen sich nicht zwei Mal bitten und heben mit der Rock-Ikone ab. Der Flug dauert ca. zwei Stunden, die Destination heißt Zufriedenheit.

Während Kravitz Lieder wie „I Belong To You“, „Again“, "Where Are We Running" oder „American Woman“ performt, fällt einem auf, wie unfassbar viele Hits und gute Songs dieser Künstler hervorgebracht hat. Sage und schreibe 19 Songs (drei davon Zugaben) schleudert uns der Rockstar im Laufe des Abends entgegen und immer wieder springen auch Zuschauer in den Sitz-Rängen auf und wollten tanzen.

Die Stimmung ist gelöst, es gibt Kuschel-Rock-Momente und Gitarren-Soli und zwischenzeitlich verliert sich Lenny Kravitz in einer ausufernden Rede über die Liebe. Besonders in Zeiten wie diesen, sei es wichtig, zusammenzuhalten und einander freundlich gesinnt zu sein, „da die Liebe uns alles überwinden lässt“. „In diesen besonders schwierigen Zeiten werden wir definitiv auf die Probe gestellt, aber ich glaube schon immer daran, dass Liebe die Antwort und die Lösung ist. So simpel das auch klingen mag“, verkündet Lenny und wirkt dabei ein bisschen wie ein Esoterik-Guru.

Zu späterer Stunde beweist Kravitz dann auch, dass er lebt was er predigt und nimmt zu „Let Love Rule“ ein Bad in der Menge. Berührungsängste hat dieser Mann beim besten Willen nicht.

Das ist wohl auch der „besondere Leckerbissen“, den Soul-Sänger Curtis Harding den Zuschauern angekündigt hatte, während er ihnen mit seiner Band den Vorabend versüßte. Übrigens auch ein Highlight dieses Abends, denn auch Harding ist ein echter Ausnahmekünstler und wäre mit seinen Songs (wie „Face Your Fear“ oder „Need Your Love“) im Grunde auch alleine das Geld für die Konzert-Karten wert gewesen.

Letztlich ist es wohl die Kombination des souligen Vorspiels mit der Rock-Explosion, die Lenny Kravitz später entfachte, die den Zuschauern den erwünschten musikalischen Höhepunkt beschert. Dabei hilft natürlich auch Kravitz' Band. Besonders Gitarrist Craig Ross, der sich seinen wilden Afro von seinem Namensvetter, dem Künstler Bob Ross, geliehen haben könnte, und die Bassistin Gail Ann Dorsey, die Kravitz zu Recht als „Göttin am Bass“ vorstellt, hinterlassen dabei einen bleibenden Eindruck.

* Anna Peters

 


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