Fernsehen

„Lästern, vögeln und essen!“ – Geht Guido jetzt zu weit?

Auch in der zweiten Folge von Guido Maria Kretschmers Zicken-Zirkus „Deutschlands schönste Frau“ ging es gestern deftig zu. „Hat die f***** gesagt?“ Offensichtlich schien der Designer selbst nicht zu glauben, was er bei der „Ladys Night“, zu der seine Kandidatinnen in feinster Abendgarderobe erschienen waren, zu hören bekam. Dann setzte er allerdings selbst noch einen drauf!

Guido Maria Kretschmer (links) geht weiter hart mit seinen Kandidatinnen ins Gericht. Britta (46) lieferte reichlich Vorlagen.
Kandidatin Britta (46) (RTL / Claudia Ast (rechts) und Ralf Jürgens (links)) RTL / Claudia Ast (rechts) und Ralf Jürgens (links)

Die Zeiten, in denen sich Frauen über die jungen Kandidatinnen von „Germany’s next Topmodel“ aufregten, sind vorbei. Heute ist es genau andersrum. Die Jungen schämen sich für die Alten fremd. Und so verkommt „Deutschlands schönste Frau“ dann irgendwie doch zu GNTM für Frauen mit Falten.

Menschliche Grundbedürfnisse: „Lästern, vögeln und essen!“

Siehe Britta. Die 46-jährige Polizeikommissarin wird von Kretschmer als zu siegessicher bis überheblich eingeschätzt. Sie selbst hält sich für eine Frau aus einer anderen Liga, wie sie mit abfälligem Blick auf die Konkurrenz feststellte. „Es gibt nichts Hässlicheres als das“, hatte sie gerade über die Tattoos der sehr unsicheren Sina (21) hergezogen. „Als Mutter hätte ich das verboten.“

Mamma Mia! Und dann ging Britta selbst die Klasse verloren. Vielleicht, weil sie ihr späteres Ausscheiden bereits ahnte, ließ sie sich dazu hinreißen, ihren Plan für die Zeit nach „Deutschlands schönste Frau offen zu legen: „Wenn ich heute gehen muss, ist das Erste, was ich machen werde, f*****!“ Und schob postwendend nach: „Und danach essen gehen!“ Na, dann ab die Post…

Kretschmer nutzt die Vorlage

„Lästern, vögeln und essen“, fasste Guido Maria Kretschmer zusammen, was wir alle dachten, während die toughe Blondine über ihre menschlichen Grundbedürfnisse sprach. Geht dieser Kommentar zu weit?

Den anderen Kandidatinnen ging zumindest Britta zu weit. Sie musste die Show gestern mit drei anderen Frauen aufgrund ihrer unangenehmen Art verlassen.

Das Topmodel-Schema

Neben dem Betonen der Lästereien funktionierte die Show auch gestern nach dem „Topmodel-Schema“: Tränen und fast philosophische („Mein Blond bekommt Charakter!“) bis rührselige („Das Umstyling mit Guido war der schönste Tag meines Lebens!“) Äußerungen beim Umstyling, ein Kandidatinnen-Auftritt ohne BH (Bodybuilderin Olga) – und schließlich der große Schock: Es müssen wieder Mädchen,… ähhh… Frauen gehen.“

Quoten: Der Zuschauer entscheidet

Wir wissen nicht, wie es euch geht, aber uns hat die Sendung trotz, oder vielleicht auch wegen der Entgleisungen gut unterhalten. Am Ende entscheidet der Zuschauer. Was die zweite Folge von „Deutschlands schönste Frau“ betrifft: 3,02 Millionen schalteten ein. Damit verlor Kretschmer zwar keine Zuschauer, allerdings sank der Marktanteil bei den Werberelevanten um satte 4,2 Prozent auf 17 Prozentpunkte. Kommenden Mittoch geht es um 21.15 Uhr auf RTL weiter.

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