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Kostenexplosion in Mittelerde

Kostenexplosion in Mittelerde
Kostenexplosion in Mittelerde (Warner) Warner

Der Kniff mit dem sparsamen Parallel-Dreh vom "Ring" scheint beim "Hobbit" nicht zu funktionieren.

Peter Jacksons grandiose "Herr der Ringe"-Trilogie war ja nun nicht gerade billig: 281 Million Dollar flossen an Produktionskosten in das Epos um die Zerstörung Saurons und seines goldenen Rings der Macht. Trotzdem war es für fast zehn Stunden opulentes Kinovergnügen geradezu ein Schnäppchen - schließlich hat schon allein der "Lone Ranger" mit seinen gerade 149 Minuten etwa 215 Millionen Dollar verschlugen. Möglich wurde die sparsame "Ringe"-Produktion dadurch, dass Regisseur Peter Jackson alle drei Teile in einem Rutsch drehen ließ. Diese sparsame Prinzip wollte das Studio jetzt natürlich auch auf den "Hobbit"-Dreh anwenden. Irgend etwas scheint dabei allerdings diesmal nicht so gut zu klappen: Bis jetzt wurden nämlich schon 561 Millionen Dollar verdreht. Und da sind die zusätzlichen Dreharbeiten noch nicht eingerechnet, die sich Anfang des Jahres als notwendig erwiesen hatten. Geschätzte 700 Millionen werden sich wohl in Film-Minuten verwandelt haben, bis Hobbit Bilbo Beutlin von seiner Reise "Hin und wieder zurück" heimgekehrt ist. Überraschend viel, wenn man bedenkt, dass die ganze "Star Wars"-Trilogie gerade mal 343 Millionen verschlungen hat. Das Prequel wohlgemerkt. Und nicht das Original zu einer Zeit, als es noch "Krieg der Sterne" hieß - und nicht "Star Wars: Episode IV - Eine neue Hoffnung". Sorgen macht sich das Studio angeblich dennoch nicht wirklich. Die gesamte "Ringe"-Trilogie spülte damals fast 3 Milliarden Dollar in die Studio-Kasse, und bereits "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" sorgte für einen Geldregen jenseits der Milliarden-Grenze.

 

Mächtiger Gegner

In einem Punkt hat der Ringzyklus die Nase jedoch ganz klar vorne: Teil eins "Die Gefährten" konnte bei der damaligen Oscar-Verleihung vier Goldjungen abräumen. "Eine unerwartete Reise", der Anfang der "Hobbit"-Reihe, ging jedoch komplett leer aus. Und ob die zwei noch ausstehenden Teile diesen Wettstreit um die Kritikergunst gewinnen können, muss bezweifelt werden. "Die Rückkehr des Königs" konnte 2004 nämlich satte elf Oscars erringen - ein Kunststück, das bislang lediglich drei Filmen überhaupt gelang. Und ob je einer davon mit "Der Hobbit" beginnen wird, ist doch eher zu bezweifeln.



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