Kino

Konfusion bei "Fast and Furious 7"

Konfusion bei "Fast and Furious 7"
Konfusion bei "Fast and Furious 7" (Universal) Universal

Paul Walkers Tod könnte zum größten Versicherungsfall der Filmgeschichte führen. Autor Chris Morgan versucht fieberhaft, "Fast 7" zu retten.

Der fürchterliche Unfall, bei dem am 30. November Paul Walker und sein Freund Roger Rodas ihr Leben verloren, hat die Universal Studios in eine beispiellose Krise gestürzt. Wie der 'Hollywood Reporter' berichtet, arbeitet mittlerweile ein eigens eingerichteter Krisenstab an der Rettung des zur Hälfte abgedrehten "Fast & Furious 7". Bevorzugt würde eine Lösung, bereits produziertes Material zu verwenden, anstelle von vorn mit dem Film zu beginnen. Doch ganz egal, welcher Weg eingeschlagen wird - die Tragödie könnte zum größten und kompliziertesten Versicherungsfall der Filmgeschichte führen. Produktionen in dieser Größenordnung sind gegen Verletzung oder Todesfall ihrer Stars versichert. Universal soll bislang etwa 150 Millionen Dollar in "Fast 7" gesteckt haben. Fällt die Entscheidung für einen kompletten Neudreh, müßte der Versicherer Firmeman's Fund diese Summe bezahlen.

 

Traurige Aufgabe für Drehbuchautor Chris Morgan

Diese Lösung ist aber nicht so einfach, wie sie klingt. Derzeit ist die Produktion auf unbestimmte Zeit unterbrochen. Mitarbeiter und Schauspieler haben unterschiedliche Verträge, ob und wie lange sie in einem solchen Fall zur Verfügung stehen müssen. Selbstverständlich sind sie während der Zwangspause auch zu bezahlen. Viele, gerade die Schauspieler, sind bereits seit langem für Filme verpflichtet, deren Dreharbeiten sich mit der Wiederaufnahme von "Fast 7" überschneiden können. Inwieweit Kosten hierfür von der Versicherung zu tragen sind, wird ein kleines Heer Anwälte beschäftigen. Ähnlich kompliziert liegt der Fall, wenn bereits vorhandenes Material für "Fast 7" eingesetzt wird. Hier zu berechnen und durchzusetzen, welche Kosten im einzelnen von Versicherung und Studio zu übernehmen sind, wird dann schon ein großes Heer Anwälte nötig machen. Autor Chris Morgan versucht abseits davon ein moralisches Dilemma zu lösen. Er soll mit Hilfe der bereits von Paul Walker gedrehten Szenen dessen Figur Brian O'Conner einen würdevollen Abschied ermöglichen. Das entspräche dem Wunsch seiner Kollegen, des Studios und bestimmt auch dem der vielen Millionen Fans der Serie. Doch kann man in einem Film, der von spektakulären Karambolagen lebt, einen Schauspieler ehren, der selbst bei einem Verkehrsunfall mit einem Sportwagen ums Leben kam? Wenn Chris Morgan das gelingt, sollen Cast und Crew Ende Januar wieder zusammenkommen, um "The Fast and The Furious 7" fertigzustellen. Es ist ein gewaltiges "Wenn". Der ursprünglich geplante Kinostart am 10. Juli 2014 ist auf keinen Fall mehr zu halten. Der von den "Fast & Furious"-Mitarbeitern vergangene Woche auf Youtube eingestellte Videoclip "A Tribute to Paul Walker" wurde mittlerweile über 29 Millionen Mal abgerufen: Im Web finden Sie "A Tribute to Paul Walker" unter: youtu.be/o8UCI7r1Aqw



Tags:
TV Movie empfiehlt