Kino

Kommentar: Jodie Foster überrascht mit öffentlichem Coming Out

Eigentlich gehören Auszeichnungen für ein Lebenswerk im Rahmen großer Award-Verleihungen wie den Oscars oder den Golden Globes zu den eher

Kommentar: Jodie Foster überrascht mit öffentlichem Coming Out
Kommentar: Jodie Foster überrascht mit öffentlichem Coming Out

Eigentlich gehören Auszeichnungen für ein Lebenswerk im Rahmen großer Award-Verleihungen wie den Oscars oder den Golden Globes zu den eher langweiligen Momenten. Die Preisträger sind schon vorher bekannt - und natürlich bedanken sich die Ausgezeichneten mit tränennassen Augen bei ihrer Familie, langjährigen Weggefährten und ihren Ehepartnern. Alles schon tausendmal gehört und gesehen. Dass nun Jodie Foster bei den 70. Golden Globes für ihr Lebenswerk mit dem "Cecil B. DeMille"-Award ausgezeichnet wird, dürfte kaum jemanden sonderlich aufgerüttelt haben. Womit allerdings niemand gerechnet hatte ist Jodie Fosters erstes öffentliches Bekenntnis zu ihrer Homosexualität bei ihrer Dankesrede, die Foster mit einem Plädoyer zum Schutz der Privatsphäre verband. Was im Grunde seit Jahren ein offenes Geheimnis ist, bestätigte die 50-Jährige nun öffentlich: "Das hier ist keine Coming-out-Rede, denn mein Coming-out hatte ich schon vor etwa 1000 Jahren, damals im Steinzeitalter", sagte Foster sehr zum Vergnügen aller Anwesenden. Dabei war das Coming-Out nur der Beginn für eine ehrliche, sympathische und gerade deshalb so wirkungsvolle Kritik an der Öffentlichkeit, der Medienlandschaft und ihrem Umgang mit der Privatsphäre vor allem von Filmstars. Foster betonte in ihrer Rede, wie wichtig ihr ihre Privatsphäre sei – etwas, worum sie schon früh kämpfen musste, da ihre Karriere als Filmstar im Kindesalter begann. "Heutzutage, so sagt man mir, wird von Stars erwartet, dass sie private Details mit einer Pressekonferenz, einem neuen Parfum und einer Primetime-Reality-Show begleiten. Aber ich posaune nicht alles raus wie ein 'Honey Boo Boo child'", so Foster. Der zweifachen Oscar-Preisträgerin ("Das Schweigen der Lämmer", "Angeklagt") gelang an diesem Abend das Kunststück, die Medien eben mal nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern charmant, sachlich und vor allem auch unterhaltsam zu kritisieren. Sätze wie „Privatsphäre – in hundert Jahren werden sich die Menschen daran erinnern, wie schön sie war“, trafen mitten ins Herz. Und der langweiligste Preis des Abends wurde zum Highlight der Golden Globes. Gratulation, Jodie Foster! Und unsere Hochachtung!



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