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Kinotipp: "The Killing of a Sacred Deer" | Colin Farrell und Nicole Kidman

The Killing of a Sacred Deer Colin Farrell
In "The Killing of a Sacred Deer" muss sich Colin Farrell seinen größten Ängsten stellen! Alamode Film

Eine "Herzensangelegenheit" gerät außer Kontrolle: Mit Star-Besetzung serviert Yórgos Lánthimos ("The Lobster") wieder einmal ein unheimlich seltsames Rache-Drama mit hohem Unterhaltungsfaktor.

Es ist fast so ein bisschen die Antithese zum glückseligen Liebes-Pathos und Familien-Idyll, der uns Jahr für Jahr pünktlich zum Weihnachtsfest serviert wird. Schon mit seinem Durchbruchswerk "Dogtooth" hat uns der griechische Ausnahmeregisseur Yórgos Lánthimos einen fast schon pervers-zynischen Blick auf eine Kleinfamilie serviert, die ihre pubertierenden Kids in einem Anwesen abgeschottet von der Außenwelt aufzieht und ihnen "Fake News" par excellence auftischt. Und trotz aller kleinen und großen Obszönitäten im schrägen Familien-Alltag zieht es die Kleinen in aller Macht irgendwann in die große Welt hinaus…

Auch in "The Killing of a Sacred Deer" steht eine zunächst mehr oder weniger harmonische Familie im Mittelpunkt. Steven Murphy (Colin Farrell) und seine Frau Anna (Nicole Kidman) führen ein Wohlstandsleben aus dem Bilderbuch. Er ist Herzchirurg. Sie ist Augenärztin. Das Konto ist voll. Das Haus ist groß. Und auch zwischenmenschlich läuft es bei den beiden und ihren Kindern Kim (Raffey Cassidy) und Bob (Sunny Suljic) großartig – vielleicht mit kleineren Abstrichen in der sozialen B-Note. Doch dann kommt der 16-jährige Martin ins Spiel: Steven hat sich mit dem etwas schrägen Teenie angefreundet, nachdem dessen Vater bei einer gewöhnlichen Operation verstorben ist. Doch die anfängliche Sympathie für den jugendlichen Einzelgänger weicht schnell einer furchtbaren Erkenntnis: Martin sinnt auf brutale Rache für den Tod seines Vaters…

Schonungslos, zynisch bis zum Anschlag und furchtbar schwarzhumorig kreiert Lánthimos in "The Killing of a Sacred Deer" wieder einmal ein moralisch komplexe Frage, die eigentlich nicht lösbar ist: Herzchirurg Steven hat die Möglichkeit seine Familie zu retten, muss dafür jedoch etwas Undenkbares tun. Zwischen hohem Unterhaltungsfaktor und purer Abstoßung lullt „The Killing of a Sacred Deer“ seine Zuschauer ein und serviert einen unvergesslichen Kinotrip, der die perfekte Antithese zum Weihnachtsprogramm der letzten Wochen darstellt. 

"The Killing of a Sacred Deer" startet am 28. Dezember 2017 in den deutschen Kinos. Den Trailer zum Film seht ihr hier:

 


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