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Kampf der Champions: Klitschko vs. Powetkin

Ring frei für den Fight des Jahres! In Moskau kämpft Wladimir Klitschko gegen Alexander Powetkin. Sogar Präsident Putin sitzt am Ring

Wladimir Klitschko und Alexander Powetkin
Wladimir Klitschko und Alexander Powetkin

Jetzt wirds spannend! Nachdem die Boxwelt in den vergangenen Jahren die Gegner der Klitschkos meist als „Fallobst“  verspottete,  gehts  im Schwergewicht endlich mal wieder richtig zur Sache: Der nächste Fight elektrisiert fast wie vor zwei Jahren das Duell Klitschko gegen David Haye. Denn der Superchampion der WBA, Wladimir Klitschko (37), trifft auf den Weltmeister der WBA, Alexander Powetkin (34), der Olympiasieger von 1996 auf den Olympiasieger von 2004. „Dies ist der beste Kampf, den das Schwergewicht derzeit zu bieten hat“, freut sich der Ukrainer deshalb.

Wer ist der echte WBA-Champion?


Ein Titelvereinigungskampf also? Nicht ganz – denn eigentlich halten beide Boxer den selben Titel. Als Wladimir vor zwei Jahren WBA-Weltmeister Haye entthronte, bekam er zwar dessen WM-Gürtel, musste ihn aber wieder abgeben, weil er gleichzeitig die Titel der großen Verbände IBF, IBO und WBO hält. Wladimir wurde zum Superchampion der WBA gekürt, die reguläre Weltmeisterschaft des Verbandes holte sich Alexander Powetkin  gegen  Ruslan Tschagajew. „Das dient nur dem  Verband,  aber  nicht dem Sport“, zeigt RTL-Experte  Luan  Krasniqi  (42) wenig Verständnis für die Titelpolitik der WBA. Und  trotzdem  wird  der Heavyweight-Fight eine ganz große Nummer – denn Wladimir muss auswärts ran, in Moskau, der Heimat  seines Gegners Powetkin. Erstmals seit dem Debakel 1998 gegen Ross Puritty in Kiew wagt sich der Ukrainer Wladimir wieder in einen Boxring der ehemaligen Sowjetunion, in der er 1976 geboren wurde.


Russlands Hoffnung


Und das wird kein leichter Gang, denn die Russen betrachten den Fight als nationale Sache: Noch vor dem Start von Olympia und der Formel 1 – beides 2014 in Sotschi –  holt der russische Unternehmer Andrej Ryabinski für 23 Millionen US-Dollar einen WM-Fight in die Olympiahalle – die dritthöchste Summe, die je für einen Boxkampf gezahlt wurde. Am Ring wird Präsident Wladimir Putin erwartet. Zwei Tage vor seinem 61. Geburtstag will er einen Sieg seines Landsmanns sehen. Und den seines Parteigenossen: Denn Powetkin ist Abgeordneter der Regierungspartei „Einiges Russland“ in seiner Geburtsstadt Kursk – auch wenn er für den deutschen Boxstall Sauerland kämpft.

Taktik statt Ringschlacht


Doch bringt der in 26 Profikämpfen bisher unbesiegte „Russische Ritter“, so sein Kampfname,  auch  die  Klasse  mit, Klitschko zu schlagen? „Wenn er gut trainiert hat, hat er eine Chance“, glaubt sein Stallkollege, Schwergewichts-Europameister  Robert  Helenius.  „Er muss zwölf Runden lang mit voller Energie Druck machen.“ Luan Krasniqi warnt dagegen vor zu hohen Erwartungen: „Wenn zwei Osteuropäer gegeneinander antreten, beide gute Taktiker, dann wird es ‚Degenkämpfe‘ geben,  strategisches Boxen, aber es wird nicht die Ringschlacht, die die Boxwelt herbeisehnt.“ Krasniqis Prognose freut vor allem Klitschko-Fans: „Powetkin hat eine Riesen-Amateurkarriere hinter sich, kann hart hauen. Doch seine Stärken blieb er in den letzten Jahren immer wieder schuldig. Mein Gefühl sagt, dass Wladimir vorzeitig gewinnen wird.“ Ring frei für den Kampf der Champions!

Text: Thomas Hillmann


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