Gaming

"Judgement" auf PS4 im Test: So gut ist der "Yakuza"-Ableger wirklich!

Während der Drache von Dojima eine wohlverdiente Pause einlegt, wandeln die "Yakuza"-Macher in "Judgement" auf den Spuren eines berühmten Privatdetektivs. Warum das Action-Adventure sehr zu empfehlen ist, erfahrt ihr im Test.

Judgement auf PS4
"Judgement" auf PS4 im Test: So gut ist der "Yakuza"-Ableger wirklich! Foto: Koch Media
Inhalt
  1. "Judgement": Inhalt und Geschichte | ER ist der neue Held
  2. Judgement: Neue (alte) Spielmechanik?
  3. Fazit
 

"Judgement": Inhalt und Geschichte | ER ist der neue Held

Am Anfang war der gebrochene Held. Ähnlich wie wir in den "Yakuza"-Spielen überwiegend dem Lebens- und Leidensweg von Kazuma Kiryu gefolgt sind, schickt uns "Judgement", das neueste Spielprojekt der „Yakuza“-Macher, auf den dramatischen Pfad von Takayuki Yagami. Einst ein aufstrebender Star-Anwalt wird Yagami immer noch von den Vorfällen vor drei Jahren gequällt: Mit seinem enormen Anwaltsgeschick hatte er den Freispruch eines mutmaßlichen Mörder erwirkt. Nur wenige Zeit später tötete der Freigelassene schließlich auf brutale Art und Weise seine Lebensgefährtin. Die Mitschuld zerfraß Yagami innerlich. Als Anwalt ließ er sich nie wieder in einem Gerichtsaal blicken.

Nun ist Takayuki zurück im Vergnügungsviertel Kamurocho, wo es vor Yakuza, Kleinkriminellen, Gangstern und jugendliche Schlägerbanden nur so wimmelt. Als Privatdetektiv verdient er sich mittlerweile sein täglich Brot. Und natürlich bleibt es nicht beim Beschatten von Drogen-Händlern oder dem Aushorchen von brisanten Yakuza-Plänen – denn früher als später holt den Ex-Staranwalt die Vergangenheit wieder ein.

Judgement PS4
Die dramatische Story ist eines der Highlights in "Judgement"        Koch Media

Tatsächlich erzählt auch "Judgement“ eine gewohnt dichte und extrem atmosphärisch-inszenierte Geschichte à la „Yakuza“, die mit ihrem Neo-Protagonisten Takayuki Yagami etwas langsamer in Gänge kommt, als wir es vielleicht gewohnt sind. Der wird übrigens von der japanischen Schauspiel-Ikone Takuya Kimura vertont, der einen ähnlichen Ausnahmestatus als Darsteller in seinem Heimatland besitzt, wie sein Schauspiel-Kollege Takeshi Kitano, der in den „Yakuza“-Spielen ebenfalls prominent vertreten war. Trotz des beschaulichen Tempos überrascht die Geschichte immer wieder mit spannenden Wendungen und einer starken Erzählstruktur. Besonders der tolle Film-Noir-Einschlag der Detektivgeschichte weiß zu gefallen.

y

 

Judgement: Neue (alte) Spielmechanik?

Der Protagonist und die Grundgeschichte mögen neu sein: Am Spielprinzip hat sich in Judgement gegenüber den „Yakuza“-Vorgängern nicht wirklich viel geändert. Das neueste Spiel hat keine faustdicke Überraschung im petto, sondern eher bewährte Hiebe am Start: Das coole, aber mittlerweile etwas altbackene Kampf- bzw. Prügelsystem könnte bspw. glatt aus dem „Yakuza“-Vorgänger stammen, auch wenn die Moves von Yagami deutlich flinker und wendiger ausfallen, als die seiner geistigen Urväter. Und auch die unzähligen Mini-Spiele und Nebenaufgaben, mit denen man gefühlt unendlich viele Stunden in Kamurocho verbringen kann, bieten nur wenig spannende Neuerungen.

Die findet man eher in der eigentlichen Spielmechanik. Denn selbstverständlich ist Takayuki als Privatdetektiv deutlich mehr im Hintergrund unterwegs, als seine großspurigen Gegenspieler in Kamurocho. So beschattet ihr Informanten, in dem ihr ihnen unentdeckt durch die Straßen des Vergnügungsviertels folgt, belauscht ihre Gespräche auch mal aus der Ferne mit der Drohne, führt Befragungen mit Verdächtigen durch oder inspiziert aufmerksam einen Tatort. Grundsätzlich sind die neuen Aufgaben sehr gut in die Geschichte integriert, bieten jedoch meist keine allzu großen Herausforderungen und nutzen sich teilweise leider schnell ab (wie bspw. die etwas zähen Beschattungen). Dennoch: Auch dank der vielfältigen Missionstypen streift man immer wieder gerne durch Kamurocho und darf seinen Protagonisten dank Erfahrungspunkten und leckeren Ramen-Speisen auch mit neuen Fähigkeiten ausstatten.

Die Präsentation von "Judgement" weist dieselben Stärken und Schwächen auf, die wir schon in der „Yakuza“-Reihe feststellen durften: Zwar mag die Engine mittlerweile etwas betagter sein und in der Spitze nicht mehr ganz die erhoffte Schärfe und Grafikbrillanz bieten, doch in Puncto Atmosphäre, Figurenmodelle oder dem Design von vermeintlichen banalen Nebenlocations macht den Entwicklern fast niemand etwas vor. Dass das Herumstreifen in Kamurocho ebenfalls überwiegend Ladebalkenfrei bleibt, ist ebenfalls hervorzuheben, auch wenn die Playstation 4 aufgrund der großen Lademenge Frameratetechnisch strauchelt. Mit der PS4 Pro hat man bei „Judgement“ definitiv das bessere Spielerlebnis.

 

Fazit

Ein „Yakuza“ als Detektiv getarnt? Tatsächlich fühlt sich „Judgement“ manchmal wie ein verdammt guter Mod der „Yakuza“-Reihe an. Das ist allerdings überhaupt nichts Negatives, schließlich gehört die Kult-Reihe zu den wohl cineastischsten Spielerlebnissen, die man auf PS4 genießen kann – und das ist auch bei „Judgement“ nicht anders. Der Einstand von Protagonist Takayugi Yagami ist definitiv geglückt, auch wenn wir uns vielleicht etwas herausforderndere neue Aufgaben gewünscht hätten. Dafür sind Atmosphäre und die schön erzählte Geschichte wieder einmal richtig gut gelungen. Wer mit „Yakuza“ etwas anfangen kann oder Action-Adventures mag, sollte sich „Judgement“ definitiv näher ansehen.

"Judgement" ist seit dem 25. Juni 2019 auf PS4 erhältlich!



Tags:
Das könnte Sie auch interessieren
TV Movie empfiehlt