Kino

Joss Whedon fordert mehr Superheldinnen

Immer nur Superhelden? "Einfach bescheuert", findet der Star-Regisseur. Und fordert Hollywood zum Handeln auf.

Von starken Frauen versteht der Mann nun wirklich was: Schließlich hat "Avengers"-Regisseur Joss Whedon bereits in den 90ern mit der Vampirjägerin "Buffy" eine Figur samt Serie am Start gehabt, die mit dem Film-Topos des schwachen Geschlechts rigoros aufräumte, das ohne männlichen Schutz hoffungslos verloren ist. Auch in den "Avengers" kommen mit Black Widow (Scarlett Johansson) und Maria Hill (Cobie Smulders) zwei Damen vor, die so ungefähr als allerletztes männlichen Beistand bei der Problembewältigung benötigen. Kurz: Der Mann mag einfach starke Frauen - und plädiert daher auch für eine forcierten Einsatz von Superheldinnen im Film. Kein Wunder also, dass ihn Hollywoods chauvinistische Superhelden-Politik auf die Palme bringt: "Spielzeughersteller werden dir sagen, dass sie nicht genug verkaufen - und Filmleute werden die beiden grauenvollen Superheldinnen-Filme anführen, die gemacht wurde und sagen: 'Da haben wir's schon: Es klappt einfach nicht'", beschwerte er sich jetzt vor der Presse. Die beiden Machwerke, die ihm hier immer wieder um die Ohren gehauen werden sind übrigens "Elektra" mit Jennifer Garner und "Catwoman" mit Halle Berry - tatsächlich nicht eben Juwelen der Filmgeschichte. Aber dennoch: "Es ist einfach bescheuert. Und ich hoffe, dass 'The Hunger Games' hier zu einen Paradigmenwechsel führen. Es frustriert mich, dass ich niemanden solche Filme entwickeln sehe. Tatsächlich bin ich davon wirklich angepisst." Später erklärte er auch, woher sein Hang zu dieser Gleichberechtigung stammt: "Ich wurde von einer Hardcore-Feministin erzogen. Außerdem war ich viel kleiner als meine Brüder und wurde viel schikaniert - also kann ich mich mit dem Gefühl der Hilflosigkeit identifizieren."

 

Frauen an die Supermacht

Allerdings ist langfristig vielleicht sogar Abhilfe in Sicht: Schließlich geht das Gerücht, dass die Marvel Studios für eine später Phase ihres Superhelden-Plans auch einen Film im Stil von Captain Marvel meets Ms. Marvel geplant haben. Und Ms. Marvel ist eindeutig weiblich - jedenfalls der attraktive Teil von ihr, der genetisch nicht außerirdischen Ursprungs ist. Auch Joss Whedon selber wird natürlich seinen Teil zur Feminisierung des filmischen Superhelden-Bestandes beitragen: In "Avengers 2" soll daher Scarlet Witch ihren Einstand feiern - eine äußerst mächtige Superheldin mit magischen Fähigkeiten.



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