Fernsehen

"Joko und Klaas gegen Pro7": Das geschah in 15 Minuten Sendezeit wirklich

In „Joko und Klaas gegen Pro7“ gewannen Joko und Klaas 15 Minuten Sendezeit. Die Sendezeit nutzten sie zur großen Überraschung sehr sinnvoll.

Joko und Klaas gegen ProSieben
Joko und Klaas gewinnen 15 Sendeminuten auf ProSieben. ProSieben
 

"Joko und Klaas gegen ProSieben": 15 Minuten Sendezeit zur Primetime auf Pro7

Als Joko und Klaas am Dienstagabend vor einigen Wochen bei der TV-Gameshow „Joko und Klaas gegen Pro7“ 15 Minuten Sendezeit zur Primetime auf ProSieben zu ihrer freien Verfügung gewannen, schwante den meisten schon "Böses".

Normalerweise sind die beiden TV-Clowns nämlich für die verrückten und unangenehmen Teile des TV-Programms zuständig. Gegenseitiges Piesacken und Bloßstellen gehört bei Joko und Klaas seit Jahren zum Alltag.

 

Das geschah in den 15 Minuten

Doch was sie aus ihren 15 Minuten Sendezeit machten, überraschte viele Zuschauer. Sie luden drei verschiedene Personen ein, die Jokos und Klaas' Meinung nach „mehr zu sagen haben als wir.“

 

Erste Rednerin: Pia Klempt über ertrinkende Menschen im Mittelmeer

Im Studio sprach als Erste Pia Klempt in die Kamera. Sie war einst Kapitänin auf dem Rettungsschiff „iuventa 10“ und zugegen, als viele Flüchtlinge im Mittelmeer ertranken. Sie engagierte sich dabei in einer NGO-Organisation, die mit ihrem Schiff ca. 14.000 Menschenleben rettete, die aus ihrem Land über das Meer flohen und dort zu sterben drohten.

Klempt spracht in der Show von Menschenrechtsverletzung, Ertrinken und Entführung. Das wohl Bedenkenswerteste daran: Das Boot wurde von italienischen Behörden beschlagnahmt, und den Crew-Mitgliedern drohen sogar bis zu 20 Jahre Haft.

 

Zweiter Redner: Dieter Puhl über Obdachlose in Berlin

Zweiter Gast: Dieter Puhl. Er berichtete von seiner Arbeit als Obdachlosenhelfer in Berlin. „Sie haben doch selber Schlud. Als ob Obdachlosigkeit eine Frage der Schuld wäre.“ Puhl rief zur Solidarität mit diesen Personen auf. Sie nicht auszublenden und sie als Gesellschaft an die Hand zu nehmen sei die gesellschaftliche Aufgabe. 

 

Dritte Rednerin: Birgit Lohmeyer über alltägliche Gewalt von Nazis

Am Schluss nahm eine Frau den Platz im Spotlight ein, die einigen Zuschauern nicht ganz unbekannt sein sollte ist. Birgit Lohmeyer lebt mit ihrem Mann seit 15 Jahren in dem Nazi-besiedelten Ort Jamel in Nordwestmecklenburg. 

Die Aktivistin ließ die Zuschauer an ihrer Geschichte teilhaben. Sie veranstalten jährlich ein Rock-Festival gegen Rechts. Die Musiker unterstützen den Protest des Ehepaars. Ihre Message an alle, die sich von Rechten bedroht sehen: „Wehrt euch, lasst euch nicht einschüchtern, es lohnt sich.“ 

 

Ein klares Zeichen: Probleme, die öffentlich benannt werden müssen

Joko und Klaas, bzw. ProSieben, wollten ein Zeichen setzten. Ein Zeichen dafür, dass Probleme öffentlich beim Namen genannt werden müssen. 

Die 15-minütige Sendezeit könnt ihr hier nachschauen, falls ihr sie verpasst habt. 

 
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