Fernsehen

Joko und Klaas: Beste Feinde kann niemand trennen!

Exklusiv in TV Movie: Joko und Klaas über ihre neue Samstagabend-Show, fiese Tricks - und die Freude, andere Leiden zu sehen.

"Mein bester Feind": Ab 6. Dezember gibts die neue Show mit Joko und Klaas
Mein bester Feind

Sie sind die jüngsten TV-Legenden Deutschlands! Joko Winterscheidt (35) und Klaas Heufer-Umlauf (31) haben das fast schon totgeglaubte Unterhaltungsfernsehen mit Shows wie "Circus Halligalli" und "Das Duell um die Welt" wiederbelebt. Über zwei Millionen Zuschauer schalten inzwischen ein, wenn sich die beiden in sehr persönlichen Duellen mit haarsträubenden Mutproben bekriegen!

Mit einer neuen Samstagabendshow folgt jetzt der nächste Streich: In "Mein bester Feind" (Sa., 6.12., 20.15 Uhr, ProSieben) stellen die TV-Witzbolde und Grimme-Preisträger ausnahmsweise nicht die eigene Freundschaft auf den Prüfstand, sondern die ihrer Kandidaten. Wie das gehen soll? Joko und Klaas standen TV Movie Rede und Antwort.

Joko und Klaas, wie würdet ihr das Prinzip von "Mein bester Feind" in einem Satz zusammenfassen?

JOKO: Geil.

KLAAS: "Mein bester Feind" ist der ultimative Freundschaftstest im deutschen Fernsehen.

Was erwartet uns?

JOKO: Irgendjemand meldet sich bei uns und sagt: "Ich hab da ’nen Kumpel, der würde alles machen!" Und dann kommen wir vorbei und finden es heraus. Der Gag: Derjenige, der durch die Hölle geht, bekommt nichts, und der, der seinen Kumpel ausliefert, einen tollen Preis - zum Beispiel das Foto einer glücklichen Familie, eine Handvoll Klack-Laminat, zwei Kilo Crushed-Ice oder ein Pack Dichtungs ringe. Ach so: Einen Fernseher gibts auch.

KLAAS: Ich habe mich erst mal  gefragt: Wie schafft man es, unsere reizüberflutete Jugend noch zu einem überraschten Gesicht zu verhelfen? Also haben wir Roberto Blanco engagiert und ihn morgens um acht bei unserem Opfer klingeln und "Ein bisschen Spaß muss sein" singen lassen. Der Brüller. Danach sind wir auf die Zugspitze gefahren, haben eine Kinderschaukel unter einer Aussichtsplattform angebracht und den Kandidaten darauf in etwa 1000 Meter Höhe ein Gedicht aufsagen lassen.

Froh, endlich mal andere leiden zu sehen?

JOKO: Es ist wie beim "Duell um die Welt" - nur dass ich nicht selbst durch die Scheiße gehen muss. Und weiß: Gleich wirds unfassbar unangenehm! Es ist die perfekte Symbiose aus Fremdscham, Mitgefühl und Schadenfreude.

KLAAS: Es ist ja nicht so, dass sich die Kandidaten wünschen, bei der Show mitzumachen. Du musst Dir vorstellen: Du sitzt morgens am Frühstückstisch, es klingelt an der Tür und dann steht da auch noch Joko Winterscheidt. Das ist keine Situation, die man gerne erleben möchte. Insofern ist es echt schön, als lachender Zuschauer einfach nur daneben zu sitzen.

Wer ist euer schlimmster Feind?

JOKO: Ganz klar: Klaas.

KLAAS: Mein bester Feind, an dem ich mich schon seit Jahren abarbeite, ist auf jeden Fall Joko Winterscheidt. Und Joko Winterscheidts schlimmster Feind ist die Grammatik.

In euren Sendungen lasst ihr euch anschießen, Berliner Wahrzeichen ablecken und sogar den Mund zunähen - um nur einige Mutproben zu nennen!  Keine Gewissensbisse?

JOKO: Absolut nicht. Klaas fügt einem gerne mal körperliche Schäden zu. Von den seelischen ganz zu schweigen. Wir tun uns da beide keinen Gefallen und gönnen uns nichts. Ein schlechtes Gewissen habe ich zwar manchmal, aber dann denke ich: "Na gut, ist ja nur Klaas."

KLAAS: Natürlich kommt es schon mal vor, wenn Joko da in Österreich eine Felswand hochklettern muss und dicke Tränen vergießt, dass sich eine Emotion wie Mitleid in mir regt. Da setze ich mich dann hin und bete mir immer wieder vor: "Ist doch nur Joko Winterscheidt."

Joko und Klaas – schräge Freundschaft  oder kleine Hassliebe?

JOKO: Auf der einen Seite ist Klaas mein schlimmster Feind, auf der anderen mein bester Freund. Klar könnten wir es auch mal  lockerer angehen lassen. Aber es kommt immer wieder diese diebische Schadenfreude auf, wenn ich sehe, wie Klaas leiden muss.

KLAAS: Während es Leute gibt, die ihren ganzen Hass in sich hineinarbeiten und Unschuldige zusammenschlagen, habe ich das Glück, meinen Hass regelmäßig rauslassen zu können. Und dann noch an dem, der ihn verursacht hat. Insofern  bin  ich  ein  sehr  ausgeglichener Mensch. Klar könnte man da von einer kleinen Hassliebe sprechen – wenn wir das, was wir machen, im stillen Kämmerlein tun würde. Daher ist es eher eine opulente Hassliebe.

Ist das "Joko gegen Klaas"-Prinzip nicht langsam ein alter Hut?

JOKO: Nicht, solange die Menschen einen leiden sehen wollen. Schadenfreude ist eben das perverse Gen in jedem. Da ist "Mein bester Feind" das beste Beispiel: Eigentlich müsste es mich langweilen, diese Mutproben mit anzusehen. Aber ich stehe da wie ein kleines Kind und lache, bis mir die Tränen kommen.

KLAAS: Mag sein, dass wir irgendwann aus der Mode kommen. Aber dann tragen wir unser Duell eben privat weiter aus. Es vergeht kein Tag, an dem wir uns nicht irgendwelche Rekorde bei Handy-Spielen zuschicken. Wobei das auch langweilig werden kann: Quiz-Spiele gegen Joko zu spielen, ist wie Fische aus dem Fass zu angeln.

Wie lange könnt ihr das noch machen?

JOKO: Die Frage müssen wir uns sicher irgendwann stellen – aber noch nicht jetzt!

KLAAS: Solange, bis Jokos alter, poröser Körper es einfach nicht mehr mitmacht.

Ihr hängt rund um die Uhr miteinander ab. Wie hält eure Beziehung das aus?

JOKO: Wenn wir keine Zeit miteinander verbringen müssen, verbringen wir sie auch nicht miteinander. Klaas hat früher immer gesagt, wir wären eigentlich keine Freunde, weil wir uns  neben der Arbeit nie sehen würden. Mittlerweile weiß ich, dass es seine Art ist, mir zu zeigen, wie sehr er mich liebt.

KLAAS: Wie hält man Beziehungen, die man nicht wollte, überhaupt aus? Joko ist wie ein Bruder, den ich nie wollte. Ich hatte nie einen und war auch froh darum. Jetzt habe ich einen und der gehört halt zum System.

Wie würdet ihr den anderen mit drei Worten beschreiben?

JOKO:  Klein. "Im-Geiste-45" als ein Wort. Napoleonkomplex.

KLAAS: Emotional. Herzlich. Einfach.

Ihr werdet als die Hoffnungsträger des deutschen Fernsehens angepriesen.  Wie konnte das denn passieren?

JOKO: Das frage ich mich auch. "Armes Deutschland", habe ich gedacht, als ich das zum ersten Mal gehört habe.

KLAAS: Wenn die Sonne tief steht, werfen Zwerge lange Schatten.

INTERVIEW: Florian Schillat



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