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Jogi Löw nach WM-Aus: Das war mein allergrößter Fehler

Nach dem bitteren Aus bei der WM 2018 in Russland hat Bundestrainer Jogi Löw zum ersten Mal über das Ausscheiden gesprochen und große Fehler in der Vorbereitung der Mannschaft eingestanden.

Jogi Löw WM 2018
Jogi Löw hat sich selbstkritisch zum Ausscheiden der Mannschaft geäußert. Foto: Foto: Bild.de
 

Jogi Löw: WM-Aus war "absoluter Tiefschlag"

Warum kam es diesen Sommer zu der bitteren Blamage in Russland? Diese Frage stellen sich wohl viele Fans. Jogi Löw und sein Team haben sich in den letzten Wochen intensiv mit den Problemen der Nationalmannschaft beschäftigt. Auf der Pressekonferenz hat der Bundestrainer jetzt deutliche Worte zum Ausscheiden gefunden.



Das frühe Aus bei der Weltmeisterschaft sei ein "absoluter Tiefschlag" gewesen, aber das Team habe "zurecht die Quittung" für ihre Leistung bekommen. "Die ersten zwei drei Tage nach Ausscheiden waren geprägt von Frust, Niedergeschlagenheit, Enttäuschung und Wut", gestand der Trainer in der Pressekonferenz.

Am vierten Tag habe dann die Analyse zusammen mit Oliver Bierhoff begonnen, in der sich die beiden, so Löw, selbstkritisch mit dem Abschneiden der Mannschaft auseinandergesetzt haben. Dabei sei er zu der Erkenntnis gekommen, dass die Mannschaft nach 2018 einen Fußball gespielt habe, der von "viel Ballbesitz und totaler Dominanz" geprägt war.

 

Jogi Löw: Diese Fehler gesteht er sich ein

"Mein allergrößter Fehler war, dass ich gedacht habe, dass wir mit diesem dominanten Ballbesitzfußball durch die Vorrunde kommen. Die Rahmenbedingungen dafür müssen aber stimmen, und die haben nicht gestimmt. Das war fast schon arrogant von mir. Ich wollte es auf die Spitze treiben perfektionieren und habe gedacht: Wir müssen durch die Vorrunde kommen, und dann kann ich es perfektionieren", so Jogi Löw.

Ein weiteres Problem bei der WM 2018 sei auch die fehlende Leidenschaft im Team gewesen. "Wenn man ein Turnier gewinnen will, dann muss man auch mit Feuer spielen, und dieses Feuer muss immer brennen. Wir haben es nicht geschafft, ein neues Feuer so zu entzünden, dass es eine riesige Flamme ergibt."

 

Darum kam es zum WM-Debakel

Zur Zeit der Weltmeisterschaft 2014 habe sich die Mannschaft "in der goldenen Mitte" befunden. Dies sei 2018 nicht der Fall gewesen. "Uns hat die hohe Intensität gefehlt, haben viel langsamer gespielt. Wir hatten insgesamt wahnsinnig viel Ballbesitz, hatten in unserer Spielweise insgesamt viel weniger in Läufe und Sprints investiert, als es noch 2014 und 2010 der Fall war", stellt der 58-Jährige klar.



Für die kommenden Spiele sehe sich der Bundestrainer jetzt in der Pflicht, auf neue Trends im Fußball zu reagieren und die Herausforderung, eine neue Mannschaft aufzubauen, anzunehmen. "Wir müssen jetzt den richtigen Mix finden aus Erfahrung und jungen, dynamischen, hungrigen Spielern. Wir haben wichtige Aufgaben vor aus, die wir sehr ernst nehmen."

 

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